CD-Review: Ufomammut - 8

Besetzung

Urlo - Gesang, Bass, Keyboards
Poia - Gitarre, Keyboards
Vita - Schlagzeug

Tracklist

01. Babel
02. Warsheep
03. Zodiac
04. Fatum
05. Prismaze
06. Core
07. Wombdemonium
08. Psyrcle


Tiefschwarz schwere Riffs anschlagen, einige versprengte Elektronik-Schnipsel in überlangen Songs unterkriegen, möglichst wenig Tempo an den Tag legen – voila, fertig ist ein genießbares Psychedelic-Stoner-Doom-Gericht. Kennern läuft dabei das Wasser in den Mund zusammen, wenn im Zuge dieser Beschreibung das Wort UFOMAMMUT fällt, denn entgegen der Vermutung, dass sich dahinter eine Organisation zur Lösung mysteriös extraterrestrischer Vorfälle verbirgt, ist dies der Name eines italienischen Trios, welches genau diese Ingredienzien beherrscht, um eine fantastische Stoner-Doom-Platte zaubern zu können.

Bereits seit 17 Jahren aktiv, bringen UFOMAMMUT in diesem Jahr ihr achtes Album mit dem logisch her leitbaren Namen „8“ auf den Markt, darauf (wenig überraschend) acht Tracks, deren Stärke in dem liegt, was die Italiener in nahezu zwei Dekaden perfektioniert haben: Atmosphäre schaffen. Ging diese im Debüt „Godlike Snake“ (2000) noch etwas unter durch das schroffe Spiel, zeigten UFOMAMMUT auf den beiden darauffolgenden Alben ihr Potenzial, welches sie mit ihrer famosen vierten Platte „Idolum“ (2008) vollkommen ausschöpften. Zwei Jahre später kam es mit dem grandiosen „Eve“ zu einem gewissen Bruch: Die Italiener mischten ihrer Musik eine gehörige Brise Schwärze hinzu, ein beklemmender Touch zog sich durch die Songs. Genau sieben Jahre und drei Veröffentlichungen später stellt sich die gerechtfertigte Frage: Überraschen UFOMAMMUT erneut?

Ja, aber nicht zu ihren Gunsten. Denn mit „8“ besinnt sich das Trio zurück auf ihre Anfangstage, allerdings nicht aufgrund der hohen Dichte an Melodik wie bei „Idolum“, sondern eher aufgrund der Ziellosigkeit ihrer Kompositionen, wie es bei den ersten drei Alben beobachtet werden konnte. Auf „8“ fehlen die für UFOMAMMUT typischen Spannungs- und Melodiebögen. Nicht verwunderlich, schließlich deute sich das auf dem Vorgänger „Ecate“ (2015) auch so an.

Dennoch ist es erschreckend, dass die Italiener nun bei all ihren Möglichkeiten ausgerechnet den weniger spannenden Weg eingeschlagen haben und auf ihrem achten Album die ungelenken Kniffe verwenden wie sie vor gut 13 Jahren noch in ihren Tracks zu finden waren. Dieser Rückschritt ist einerseits schade und anderseits nicht nachvollziehbar. Eine Band, die es zuvor schaffte, ihre Hörer mittels wenig Instrumentierung in transzendente Zustände zu versetzen, katapultiert sich selbstgewählt um Jahre zurück – schade!

Bewertung: 6.5 / 10

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