CD-Review: Akvan - Forgotten Glory (شکوه فراموش شده)

Besetzung

Dominus Vizaresa – Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Setar, Tar

Tracklist

01. The Path To Chaos
02. King Ov Kings
03. Realm Ov Fire
04. Tabaristan
05. Blood Ov Zal
06. Interlude
07. Fire And Steel
08. Legacy
09. IR 655
10. Silence Ov Butterflies


Wie spannend das Thema Black Metal in der arabischen Welt ist, hat sich nicht nur einmal mehr im Rahmen unseres Buches „Metallisierte Welt – Auf den Spuren einer Subkultur“ gezeigt, in dem Bands aus dem Libanon, Irak, Saudi-Arabien, Afghanistan oder Iran über ihren Alltag als Musiker und Metalheads berichteten. Auch die Musik selbst hat durchaus ihren Reiz, wie Bands wie Crescent oder Arsames beweisen. Dass der Sound für westliche Ohren dabei nicht immer einfach ist, ist am Beispiel von Al-Namrood allerdings leicht bewiesen.

Aus Iran kommt mit AKVAN das nächste Projekt, das mit arabischem Flair nach internationaler Bekanntheit strebt – und wie bei Al-Namrood sind es erneut Shaytan Productions aus Kanada, die dem Ein-Mann-Projekt dabei unter die Arme greifen.

Das Zielpublikum des Debüt-Albums „Forgotten Glory“ indes nicht leicht zu finden: Zwar beginnt „Path To Chaos“ mit traditionellen Sitar-Klängen so fremdartig, wie man es sich erhofft hat – spätestens, wenn in „King Ov Kings“ der gefühlt komplett bassfrequenzfreie Black Metal einsetzt, der sich dann auch noch für westliche Ohren überaus ungewohnte Harmonien bedient, braucht es doch einiges Durchhaltevermögen, um dem Material des Projektes aus Teheranetwas abzugewinnen.

Was nicht heißen soll, AKVAN hätten nichts zu bieten: Die fast omnipräsenten Instrumente Setar und Tar verleihen auch den harschen Passagen morgenländlichen Charme, die extrem verhallten, kratzigen Screams mischen dem Ganzen frostig-nordische Black-Metal-Atmosphäre bei. Da man durchaus etwas Zeit braucht, um sich mit dem kratzigen Sound und dem mitunter schrägen Klangbild anzufreunden, ist es dabei durchaus von Vorteil, dass das Album einige Zeit läuft – trotzdem ist ein gewisser Ermüdungseffekt nicht von der Hand zu weisen: Knapp eine Stunde semiprofessionell aufgenommenen Oriental-Black-Metals ist dann vielleicht doch ein wenig viel.

Wie kaum anders zu erwarten und niemandem vorzuwerfen fehlt es AKVAN vor allem an einer vernünftigen Produktion, die das durchaus interessante Material vernünftig in Szene setzt. Doch zumindest für den westlichen Markt sind AKVAN auch musikalisch definitiv zu sperrig: Für den großen Hype fehlt es dem Projekt aus Teheran an Eingängigkeit, vielleicht auch tatsächlich der rote Faden. Musikalisch sind AKVAN, so ehrlich muss man sein, deswegen bestenfalls wirklich aufgeschlossenen Metalheads mit Faible für Exotisches zu empfehlen – wenn der Metal in Ländern wie Iran auch jedwede Unterstützung verdient.

Keine Wertung

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