ACCEPT gehören zu den einflussreichsten Heavy-Metal-Bands des Planeten. Die seit Mitte der 70er aktive Truppe, die den Begriff “Teutonenstahl” nicht nur erfunden, sondern auch wie keine andere Band geprägt hat, dürfte wohl so ziemlich jede Gruppe, die nach ihr kam, in irgendeiner Form beeinflusst haben – das zeigt sich nicht nur daran, dass etablierte Acts wie HAMMERFALL diese Inspiration ganz offen kommunizieren, sondern auch an dem Umstand, dass die großen Hits der Mannschaft unzählige Male in den unterschiedlichsten Sub-Genres gecovert wurden. Zu ihrem 50. Geburtstag nehmen ACCEPT die Sache selbst in die Hand, covern sich auf “Teutonic Titans 1976 – 2026” quasi selbst und haben dazu auch noch eine beträchtliche Zahl hochrangiger Musiker-Kollegen eingeladen.
Als erstes lohnt sich bei einer solchen Jubiläums-Veröffentlichung immer ein Blick auf die Songauswahl und der fehlen auf “Teutonic Titans 1976 – 2026” die wirklichen Überraschungen. Dass der 50. Geburtstag von ACCEPT nicht ohne “Balls To The Wall”, “Metal Heart”, “London Leatherboys” und dergleichen mehr auskommt, ist klar. Allerdings stammt auf dieser Sammlung allein ein Drittel der Songs eben von “Balls To The Wall”, wohingegen das erste Album – trotz “1976” im Titel – genauso wie das unter Fans beliebte “Objection Overruled” komplett ausgespart wurde. Schlimm ist das natürlich nicht, schließlich gehören gerade die bekanntesten ACCEPT-Alben zum Besten, was der deutsche Metal je hervorgebracht hat, aber es ist auch erwartbar. Immerhin gibt es je einen Song von “I’m A Rebel” und sogar “Eat The Heat”.
Wichtiger als die Auswahl der Titel ist auf “Teutonic Titans 1976 – 2026” ohnehin die Performance, schließlich haben sich ACCEPT hier ja prominente Unterstützung geholt. Weil Bandkopf Wolf Hoffmann bis auf wenige Ausnahmen in allen Nummern zumindest die Rhythmusgitarre spielt, klingt das Gebotene sowieso authentisch nach ACCEPT. Die zahlreichen Gastsänger machen durchweg einen hervorragenden Job, wobei manche mehr auffallen als andere. Phil Anselmo etwa passt im eröffnenden “Fast As A Shark” so gut, dass man ihn kaum bemerkt, wohingegen die Beiträge von Rob Halford (“Balls To The Wall”) oder Chuck Billy (“Aiming High”) als besonders charmant hervorzuheben sind. Aber was sollte auch schiefgehen, wenn Schwergewichtler wie Todd LaTorre (QUEENSRYCHE), John Bush (ARMORED SAINT) oder Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR) solch unverwüstliche Songs wie diese interpretieren? Eben, überhaupt nichts.
Abseits der Sänger fallen die Gastmusiker nicht ganz so sehr ins Gewicht, denn wenngleich mit Ray Luzier (u. a. KORN) und Mikkey Dee (u. a. SCORPIONS) hier hervorragende Drummer mit an Bord sind, ist deren Instrument schlicht nicht ganz so eindrücklich – ähnlich sieht es sich mit dem Beitrag der zu dieser Geburtstagsfete geladenen Bassisten aus. Bei den Gast-Gitarristen verhält sich das natürlich anders und auch hier sind die Beiträge erwartbar stark. Schon Kirk Hammett klingt in “Fast As A Shark” besser als auf den letzten vier METALLICA-Alben und auch Gary Holt macht in “Aiming High” einen tollen Job. Jedes Gastsolo im Einzelnen herauszugreifen würde jedoch den Rahmen sprengen und ist kaum Sinn der Sache.
Es ist wirklich schwer, einem Jubiläums-Album wie “Teutonic Titans 1976 – 2026” die Berechtigung zu entziehen. Die zwei CDs versammeln die meisten unverzichtbaren ACCEPT-Songs und qua dieser Tatsache die geilsten Riffs, die der deutsche Metal zu bieten hat. Dank der von den Teutonenstahl-Begründern seit ihrem Neustart zu erwartenden Dampfhammer-Produktion und musikalischen Gästen, die genau das Liefern, was ein solches Album braucht, gibt es hier schlicht nichts zu beanstanden. Den Vorwurf, nach zahlreichen Personalrochaden nur noch ihre eigene Coverband zu sein, werden ACCEPT durch dieses covern ihrer eigenen Songs kaum entkräften und die richtig großen Überraschungen bei der Songauswahl bleiben – erwartbar – aus, aber Spaß macht diese prominent in Szene gesetzte Werkschau in jedem Fall. Am Ende ist “Tetonic Titans 1976 – 2026” damit vor allem eines: Erwartbar stark.
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Hallo Thomas, danke für deine Nachricht. Ich habe das Lied in Orginal mit dem jetzigen verglichen. Deswegen finde ich das Schlagzeug Spiel gerade so. Übrigens..ein Song fehlt: Princess of den Down. Ein Hammersong. LG Ralf
Hallo, ich sehe das zumindest bei Mikkey Dee ein wenig anders. Gerade das Schlagzeug bringt den genialen Sound…einfach geil, wie Mikkey auf sein Drumkit drischt. Insgesamt eine super tolle CD. Bravo.
Moin Ralf!
Es überrascht mich gar nicht so sehr, dass Du gerade Mikkeys Performance ansprichst. Die ist mir nämlich auch aufgefallen – allerdings weniger wegen des besonders individuellen Spiels, sondern weil sie anders klingt (vermutlich, weil sie woanders mit einem anderen Set aufgenommen wurde). Er spielt ja gleich im erste Track und danach klingen die unterschiedlichen Drum-Performances für meine Ohren ziemlich einheitlich. Das soll Herrn Dee auch gar nicht abwerten, ich bin selbst großer Fan. Aber ich glaube, der Grund, warum seine Darbietung besonders auffällt, ist eher ein Technischer.