CD-Review: Destruction - Under Attack

Besetzung

Schmier – Gesang, Bass
Mike – Gitarre
Vaaver – Schlagzeug

Tracklist

01. Under Attack
02. Generation Nevermore
03. Dethroned
04. Getting Used To The Evil
05. Pathogenic
06. Elegant Pigs
07. Second To None
08. Stand Up For What You Deliver
09. Conductor Of The Void
10. Stigmatized


DESTRUCTION haben sich über die Jahre zu den Vorzeige-Bombast-Thrashern entwickelt: Nicht nur die Albencover wurden zuletzt immer bunter und überladener, auch der Sound wurde mit den Jahren immer fetter. Damit scheint auf dem zwölften Studioalbum von Schmier und Konsorten nun Schluss zu sein.

So erinnert nicht nur das Cover von „Under Attack“ auf sympathische Art und Weise an die guten, alten „The Antichrist“-Tage und macht die kitschigen Machwerke der letzten Jahre vergessen. Auch der Sound ist nicht mehr der pumpende, geboostete, schlussendlich schlicht überproduzierte Modern-Thrash-Sound, mit dem DESTRUCTION zuletzt oft daherkamen. Dass „Under Attack“ im Gegenteil vergleichsweise trocken, bisweilen fast etwas dünn klingt, überrascht zwar zunächst, lässt sich als Fan jedoch leicht wegstecken – zumal DESTRUCTION die Rückbesinnung in Sachen Sound lange nicht so radikal angehen wie Kreator mit „Hordes Of Chaos“.

Das Songmaterial folgt in gewisser Weise diesem Trend: Zwar sind die Songs nicht so stringent-simpel wie in den „The Antichrist“-Tagen – doch auch auf „Under Attack“ sind die Kompositionen erfrischend nüchtern gehalten. Auf das kurze Cleangitarren-Intro, das bei DESTRUCTION ebenfalls Tradition hat, folgt sogleich der Titeltrack, der eher mit Attack denn mit Intelligenz überzeugt. Als Anheizer funktioniert die eher primitive Nummer dennoch gut – zumal sich das folgende Material auf deutlich höherem Niveau bewegt: In „Getting Used To The Evil“ beispielsweise, einer gekonnt arrangierten Kombination aus Cleangitarren, messerscharfen Thrash-Riffs und flotten Soli, zeigen sich DESTRUCTION von ihrer besten Seite – und auch die astreine Thrash-Nummer „Second To None“ lässt keine Fragen offen. Dass DESTRUCTION die Dreiviertelstunde ohne weitere große Überraschungen voll machen, dürfte manchen Fan eher beruhigen denn stören: Was erwartet man sich von DESTRUCTION schließlich auch mehr als einen Arsch voll schnittiger Riffs? Wem das nicht reicht, der bekommt in der limitierten Edition immerhin noch einen Gastbeitrag von Krisiun-Sänger Alex Camargo zum Venom-Cover „Black Metal“ sowie das Instrumental „Thrash Attack“ geboten. Wirklich unverzichtbar sind beide Tracks jedoch nicht.

Auch im Jahr 2016 werden DESTRUCTION ihrem Namen als so kompromiss- wie schnörkellose Thrasher gerecht. „Under Attack“ ist kein Album, mit dem die Band aus Weil am Rhein Musikgeschichte schreiben wird. Jedoch ein Beweis dafür, dass der deutsche Thrash international noch immer mithalten kann und dessen Vorreiter – auch nach 33 Jahren, wie im konkreten Fall – weit davon entfernt sind, zum alten Eisen zu gehören. Kreator, Sodom: Bitte nachlegen!

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Bewertung: 7.5 / 10

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3 Kommentare zu “Destruction – Under Attack”

  1. Simon Bodesheim

    Tolles Teil, gestern mal angehört. Gefällt mir um ein Vielfaches besser als die aktuellen Releases von Anthrax, Slayer und Megadeth zusammen.

      1. Simon Bodesheim

        Schlecht keinesfalls. Aber für ihren Status und im Vergleich zu ihren anderen Werken doch etwas ernüchternd.
        Bei Destruction habe ich da allerdings keinen Vergleich, das ist das erste Album, das ich von ihnen gehört habe. Kann eben nur sagen, dass es mir deutlich mehr zusagt als die aktuellen Scheiben der Big Four. Äääh, Big Three, Metallica eiern ja immer noch im Hintergrund herum. ;)

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