CD-Review: Devildriver - The Last Kind Words

Besetzung

Dez Fafara – Gesang
Mike Spreitzer – Gitarre
Jeff Kendrick – Gitarre
Jon Miller – Bass
John Boecklin – Schlagzeug

Tracklist

01. Not All Who Wander Are Lost
02. Clouds Over California
03. Bound By The Moon
04. Horn Of Betrayal
05. These Fighting Words
06. Head On To Heartache (Let Them Rot)
07. Monsters Of The Deep
08. Tirades Of Truth
09. Burning Sermon
10. When Summoned
11. The Axe Shall Fall


Ich hatte es mir vorgenommen die Quasi-Vorgängerband von DEVILDRIVER in einem künftigen Review nicht mehr zu erwähnen – und an dieser Stelle löse ich dieses Versprechen ein, denn der Name wird von mir nicht mehr genannt. Dez Fafara nenne ich allerdings, dessen Erfolgsgeschichte nach dem 2003 erlittenen Schiffsbruch ungeahnte Ausmaße zu nehmen scheint. Das 2005 erschienene Album „The Fury Of Our Maker’s Hand“ schlug – zwar spät, jedoch besser als nie – sogar im Metal1.info Forum ein.Geht es nach meiner fachlichen Meinung bzw. Erwartung an die Band, dann muss „The Last Kind Words“ etwas Großartiges sein oder die Band wird zugrunde gehen. DEVILDRIVER dürften unter viel Druck gestanden sein – womöglich sogar mehr Druck als vor dem Erscheinen des ersten Album, auch wenn die Band dies nach Außen hin nicht so recht zugeben wollte (siehe Interview).

Gehen wir „Die letzten netten Worte“ also systematisch durch. Der Anfang des Albums kann gleich den ersten Reißer präsentieren: „Not All Who Wander Are Lost“ bolzt in „alter“ DEVILDRIVER-Manier dahin und erinnert nicht unerheblich an die schnellen Tracks des Vorgängeralbums, unterscheidet sich zeitgleich aber auch von diesen – die Band betrachtet dies als erwachsenen Sound, ich stimme dem zu. Ich nehme das vorherzusehende also vorweg – wenn man dieser Band und im Speziellen diesem Album ein Genre zuteilen kann, dann sollte dieses Groove Metal lauten. Quasi jeder Song drischt vor sich hin und bietet eine Passage nach der anderen die immer wieder für ein wohltuendes Gefühl sorgen und vor allem auf erhöhter Lautstärke stets ein Grinsen hervor zaubern.

Nicht zuletzt aufgrund des hervorragend gemischten Sounds, Andy Sneap hat wieder einmal beste Arbeit geleistet, und Jason Suecoff hat die Jungs dazu gebracht, die Tracks so perfekt wie nur irgendwie möglich zu digitalisieren. Der Bass drückt, die Drums schnalzen und die Gitarren runden das Bild wunderschön ab, da gibt es nichts daran auszusetzen. Um auf das „systematisch“ von vorhin zurück zu kommen – das Songwriting könnte tiefgehender sein, könnte noch mehr Abwechslung und etwas mehr Bandbreite bieten, aber Eintönigkeit als Urteil möchte ich trotzdem in weite Ferne rücken, denn es gibt in einigen Songs wohl durchdachte Elektronik-Untermalungen, die zwar äußerst dezent gehalten sind, ihre Wirkung nach mehrmaligem Hören aber durchaus entwickeln. Nicht ganz ohne Kritik kommt an dieser Stelle jedoch der teils mit Effekten bestückte Gesang von Dez Fafara aus, denn manchmal wirkt das tatsächlich nicht völlig nachvollziehbar und garantiert nicht natürlich. Seis drum, der Rest des Albums ist makellose Handarbeit aus dem Hause DEVILDRIVER. Um weitere Namen zu nennen: „These Fighting Words“, der Song, aus dessen Inhalt der Albumname abgeleitet wurde, glänzt mit soliden Groove Parts, Soli und der Refrain überzeugt schließlich mit einer gewissen Eingängigkeit und bleibt sofort hängen. Mein persönlicher Hit des Albums ist zum Beispiel „Clouds Over California“, die darin vorkommenden Drum Parts sind zwar nicht unbedingt technisch anspruchsvoll, untermauern den Rhythmus und Groove des Songs aber zu verdammten (und es sei mir verziehen dies so auszudrücken) 110%. Wer „The Fury Of Our Maker’s Hand“ ausgiebig studiert hat, wird sich an ältere Songs wie „Driving Down The Darkness“ erinnert fühlen (die Serie „Scrubs“ sei gegrüßt).

Summa summarum gibt es auf „The Last Kind Words“ 11 sehr starke Tracks, die allesamt zu überzeugen wissen. Die Songstrukturen und Texte sowie die Abläufe sind nicht allzu kompliziert, was das Werk eher in die Richtung Easy-Listening schiebt. Rhythmus und Groove wird hier groß geschrieben, gleichzeitig wagt die Band nichts wirklich Neues, verbessert sich aber trotzdem in allen Bereichen. „The Last Kind Words“ ist ganz einfach ausgedrückt ein saugutes Album und sollte unbedingt mal probegehört werden!

Bewertung: 8.5 / 10

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