Review DevilDriver – Clouds Over California: The Studio Albums 2003 – 2011

Als sich Coal Chamber 2002 auflösten, müssen die Mitglieder der Band vor einem enormen Abgrund gestanden haben. Hatte ihr selbstbetiteltes Debüt 1997 mitten hinein in den Nu-Metal-Hype eingeschlagen und mit Hits wie „Loco“ für die Massen begeistert, fiel die Band nach ihrem zweiten Album „Chamber Music“ quasi ins Bodenlose.
Bandkopf Dez Fafara gründete daraufhin Deathride, die sich, da man sich kein Copyright für den Namen sichern konnte, kurz darauf in DEVILDIVER umbenannten.
Diese feiern nun ihren zwanzigsten Jahrestag und bringen zu diesem Anlass eine CD- bzw. Vinyl-Box heraus, die die ersten fünf Alben der Truppe sowie ein Booklet mit ausführlichen Liner Notes von Dez Fafara enthält.

Die erste Scheibe beherbergt das Debüt „DevilDriver“ (2003), welches zunächst „Thirteen“ und später „Straight To Hell“ heißen sollte. Mit seiner groovelastigen Grundausrichtung war das Album zwar in der Tradition des Nu Metal verhaftet, grenzte sich durch die Konstante Härte aber zugleich von diesem ab und erinnerte an Bands wie Pantera („I Could Care Less“) oder Machine Head („I Dreamed I Died“) – die zeitgleich ebenfalls einen bzw. zwei Ausflüge in den Nu Metal wagten.

Nur zwei Jahre später erschien der Nachfolger „The Fury Of Our Makers’s Hand“, welches mit einer deutlichen Weiterentwicklung aufwarten und punkten konnte. Von Colin Richardson in Szene gesetzt, zeigten die 15 Tracks der Platte eine frische Herangehensweise an Modern Metal. Diese konnte DEVIDRIVER auf ausführlichen Touren mit Kapellen wie In Flames, Fear Factory und Machine Head präsentieren. Dabei stachen damals wie heute Tracks wie das knallharte „End Of The Line“, „Hold Back The Day“ mit seinem tonnenschweren Groove oder das melodischere und langsamere „Grinfuck“ heraus.

Mit „The Last Kind Words” folgte 2007 der dritte Streich, dessen erste Single „Not All Who Wander Are Lost“ nach wie vor ein Bandklassiker ist. Zudem wurden die Tracks „Devil’s Son“ und „Driving Down The Darkness“ in der TV-Serie “Scrubs” verwendet.
2009 erschien mit „Pray For Villains“ das bis dato in den US-Charts erfolgreichste DEIVLDRIVER-Album. Seinen fünfunddreißigsten Platz konnte nur „Winter Kills“ 2013 mit Platz 32 (knapp) toppen. Die Songs der Platte waren mehr im Midtempo angesiedelt, ohne den gewohnten Groove und die Energie vermissen zu lassen. Diese bewusste Entscheidung zur Entschleunigung nach dem krachend harten Vorgängeralbum sorgte für einen höheren Grad an Zugänglichkeit, der sich in größeren Auftritten widerspiegelte.

Das letzte auf „Clouds Over California” enthaltene Studioalbum ist „Beast“ (2011). Bei diesem ist der Name Programm, denn DEVILDRIVER zogen auf ihrem fünften Album das Tempo wieder deutlich an, was in einer absoluten Abrissbrine von einer Platte mündete. Von Andy Sneap gemixt, wartet die Scheibe mit Krachern wie „Dead To Rights“, „Shitlist“ und „You Make Me Sick“ auf.
Neben den Studioalben liegt „Clouds Over California“ noch ein 20-seitiges Booklet bei, welches neben ein paar Fotos vor allem mit sehr ausführlichen Liner Notes von Bandchef Dez Fafara aufwartet. In diesen verrät er einige Anekdoten aus der Bandgeschichte und wirft einen Blick zurück, beleuchtet Hintergründe und ordnet Begebenheiten ein.

Gerade dieser ausführliche Text macht „Clouds Over California“ für Fans der Band interessant. Denn zumindest die CD-Versionen der Veröffentlichungen werden viele schon im Schrank haben. Doch dank der wirklich schön gemachten Box lohnt sich selbst dann ein Kauf. Die Vinylvariante wiederum ist einfach nur wunderschön. Hier wartet jedes Album mit einer eigenen Vinylfarbe bzw. -variante auf, zudem sind – abgesehen vom Debüt – alle Veröffentlichungen auf Doppelvinyl gepresst worden, sodass die Box auch einfach als Produkt etwas hermacht.
DEVILDRIVER feiern zwanzigjähriges Bandbestehen und beschenken ihre Fans mit einem tollen Box-Set, denn „Clouds Over California“ ist durch und durch gelungen.

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