CD-Review: Farsot - Fail·Lure

  • Veröffentlichung: 2017
  • Label: Lupus Lounge, Prophecy
  • Spielart: Black Metal
Besetzung

10.XIXt - Gesang
Pi: 1T 5r - Gitarre
3818.w - Gitarre
v.03/170 - Bass, Keyboard
R 215k – Schlagzeug

Tracklist

01. Vitriolic
02. Circular Stains
03. With Obsidian Hands
04. Undercurrents
05. The Antagonist
06. A Hundred To Nothing


Für ihr Debütalbum „IIII“ 2007 als die neue Hoffnung des deutschen Black Metal gefeiert, konnten FARSOT mit dem Nachfolger „Insects“ (2011) nicht ganz an diesen Erfolg anknüpfen – nicht zuletzt, weil das Album in einer Vielzahl an hochwertigen Veröffentlichung aus dem Hause Prophecy Productions in dieser Zeit etwas unterging, aber auch, weil das Werk, verglichen mit dem düster-verschrobenen Vorgänger, schlicht etwas zu brav und angepasst ausfiel. Nun, nach sechs Jahren Funkstille, wagen die Thüringer einen neuen Anlauf und veröffentlichen mit „Fail·Lure“ ihr mit Spannung erwartetes drittes Album.

Was sich hinter dem düsteren, verglichen mit dem recht generischen „Insects“-Cover künstlerisch wieder spannenderen Artwork verbirgt, lässt bereits beim den ersten Klängen des Openers „Vitriolic“ aufhorchen: Stimmungsvolle Synthesitzer untermalen dezent schnelles Black-Metal-Riffing, wie es für deutschen Black Metal typisch ist. Doch von Monotonie keine Spur: Ein Cleanpart, vor allem aber der extrem variable Gesang, der von verzweifelten Schreien über eine düstere Erzählerstimme bis hin zu packendem Klargesang reicht, sorgen für Abwechslung.

Diese Eigenschaft zieht sich angenehm konstant durch das ganze Album: Variationen im Tempo und ein gekonntes Spiel mit dem Wechsel zwischen harten und sanften Passagen, elaborierten Clean-Parts und rohen Riffs und immer wieder verschiedenen Gesangsstilen verleihen „Fail·Lure“ über seine Dreiviertelstunde Spielzeit hinweg die nötige Vielseitigkeit. Dass dabei gar nicht erst auffällt, dass gleich die ersten vier Songs über acht Minuten dauern, spricht für sich.

Was FARSOT dabei nicht ganz gelingt, ist, den Songs wieder eine unverkennbare, eigene DNS mitzugeben: Mit den neuerlich englisch gehaltenen Texten sowie der starken, aber auch sehr sauber gehaltenen Produktion erinnert das Material nicht nur stellenweise an Bands wie Secrets Of The Moon, sondern verkörpert in Kombination mit den düster-modernen Bandfotos, auf denen schwarz gewandete Gestalten mit weißen Masken vor Gewitterwolken in einem Kornfeld stehen, als Gesamtpaket alles, was man von Black Metal aus Deutschland typischerweise erwartet.

Schlussendlich liefern FARSOT mit „Fail·Lure“ nichtsdestoweniger ein absolut hörenswertes Black-Metal-Album ab, das vielleicht nicht zu jeder Sekunde vor Individualität strotzt, dafür jedoch ohne Durchhänger auf hohem Niveau zu unterhalten weiß. Gerade die Vielseitigkeit des Materials und Neuerungen wie der vermehrte Einsatz atmosphärischen Klargesangs machen „Fail·Lure“ zu einem rundum gelungenen Werk, das sich dem genretypischen Stil der Band entsprechend vor allem Fans modernen deutschen Black Metals nicht entgehen lassen sollten.

Bewertung: 8 / 10

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