CD-Review: Gilgamesh - The Awakening

Besetzung

Emanuel Daniele – Gesang, Gitarre
Schorsch H. – Gitarre
Andreas Kühlewind – Bass
Matthias Wedler – Schlagzeug

Tracklist

01. Eclipse
02. Astaroth
03. Slaying In The Name Of Ishtar
04. The Astronomer
05. Aeons Of Hate
06. Evocating Enlil
07. To The Temple Of Nippur (Instrumental)
08. The Curse Of Akkade


Die Metal-Szene in Bayerns Landeshauptstadt floriert seit Jahren. Gerade im Black- und Death-Metal-Sektor bringt der Münchner Underground immer wieder vielversprechende Formationen hervor – man denke nur an Bands wie Hailstone oder Saeculum Obscurum, die 2012 beziehungsweise 2013 mit starken Alben von sich reden machten. Und auch für 2014 wäre es nicht schwer, den Titel Münchner Newcomerband des Jahres zu vergeben. Mehr als nur ein heißer Kandidat hierfür wären jedenfalls GILGAMESH.

Das erst Ende 2011 gegründete Quartett legt nun mit „The Awakening“ sein Debüt-Album vor. An sich keine einzigartige Leistung, bringen es doch zumindest ambitionierte Bands innerhalb von drei Jahren meist zu einem Debüt. Sobald „The Awakening“ jedoch im Player rotiert, sieht die Sache ein bisschen, wenn nicht ganz anders aus.

„The Awakening“ nämlich klingt weder wie ein in Eigenregie veröffentlichtes Debüt, noch wie das Album einer Band, die gerade einmal drei Jahre besteht. Statt dessen präsentieren sich GILGAMESH auf einem Professionalitätslevel, das so manche andere Kapelle noch bei ihrem Major-Label-Debüt nicht erreicht hatte: Ein absolut stimmiges Layout geht hier Hand in Hand mit einem perfekt zwischen Druck und Brillanz eingepegelten Sound und derart akkuraten Zusammenspiel der vier Musiker, dass man seine Uhr nach der Eins stellen könnte.

Stilistisch lassen sich die nach einem antiken Herrscher Mesopotamiens benannten GILGAMESH grob im Sektor melodischen Death Metals verorten, der nicht nur der thematischen Nähe wegen an Nile denken lässt. Gepaart mit Melodieführungen im Stile der norwegischen Melodic-Black-Metaller Keep Of Kalessin und der Energie und Atmosphäre von Behemoth ergibt sich so ein absolut schlüssiges Bandkonzept, mit dem sich GILGAMESH vor keiner der genannten Formationen zu verstecken brauchen. Auch für die nötige Abwechslung ist gesorgt – und das auf allen Positionen: Während die Gitarren zwischen fetten Riffs und filigranen Melodien pendeln, rückt auch der Bass gelegentlich mit einer Melodie in den Vordergrund. Vor allem aber der Gesang weiß zu gefallen: Hier begeistern GILGAMESH mit kraftvolle Growls, in die Emanuel Daniele gekonnt – ebenfalls im Stile von Keep Of Kalessin – gerade genug Stimme legt, um auch so ein melodisches Element einzubringen.

GILGAMESH legen mit „The Awakening“ ein Album vor, das den Kritiker verstummen lässt: Musik, Performance, Konzept – GILGAMESH agieren in allen Punkten derart souverän, dass man jahrelange Routine unterstellen würde. Da es sich ganz im Gegenteil um das Debüt der jungen Münchner handelt, lehnt sich nicht weit aus dem Fenster, wer GILGAMESH eine große Zukunft prophezeit.

Bewertung: 9 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: