Review Illdisposed – With The Lost Souls On Our Side

  • Label: Massacre
  • Veröffentlicht: 2014
  • Spielart: Death Metal

Schuster bleibe bei deinen Leisten. Genau dies könnte das Motto der dänischen Herren von ILLDISPOSED sein, denn mit einer großen Regelmäßigkeit veröffentlicht das Quintett seit jeher seine Alben. In insgesamt 23 Jahren kommt man, mit „With The Lost Souls On Our Side“, somit schon auf zwölf Studiowerke und zwei Compilations. Dabei wurden die eigenen Stilvorgaben, im Laufe der Zeit, kaum noch verändert und man konnte sich größtenteils schon im Vorfeld ausrechnen, was es auf den entsprechenden Scheiben zu hören gab.

Auch anno 2014 verhält es sich recht ähnlich. Große Überraschungen sind auf dem Silberling keine zu finden und nur an wenigen Stellen wurden ein paar Schräubchen gedreht. Beispielsweise verzichtet man wieder gänzlich auf den Einsatz von Keyboards und besinnt sich lediglich auf die klassische Instrumentierung mit Gitarre, Bass und Schlagzeug. Der direkte Weg scheint den fünf Mannen eben doch noch der Beste zu sein. Dieser Schritt hat natürlich gleich mal zwei Vorteile, nämlich den wieder gestiegenen Härtegrad und den noch präsenteren und für ILLDISPOSED mehr als typischen Groove-Faktor.

Die restlichen Trademarks sind altbekannt, dabei jedoch nie altbacken. Bo Summer brüllt und bellt sich mit gnadenloser Präzision und Wucht durch die insgesamt zehn neuen Songs, ohne sich dabei eine Blöße zu geben. Ähnlich präzise und mit klinischer Sterilität bolzt sich das Schlagwerk seinen Weg durch die Boxen. Kim Jensen wechselt immer wieder gekonnt zwischen stampfendem Mid-Tempo, bei dem alles niedergewalzt wird, und schnelleren Double-Bass-Attacken, sodass ein gesundes Maß an Abwechslung gegeben ist, jedoch immer nur in klar definierten Grenzen. Zu große Experimente waren eben auch nicht zu erwarten. Das Herzstück von „With The Lost Souls On Our Side“ bilden aber die Gitarren. Jakob Hansen und Ken Holst präsentieren sich in guter Form und schmettern, neben brachialen Riffs, immer wieder feine Leads aus den Lautsprechern, die vereinzelt in dezenten Solis enden.

Zu den stärksten Stücken auf dem Album zählen definitiv das sehr groovige „Light In The Dark“, welches zum Ende hin durch tolle Leadgitarren überzeugen kann, das brachiale und gleichzeitig überraschend melodisch wirkende „A Dreaded Pursuer“ sowie „The Plan“, welches mit, für Bo Summers Verhältnisse, abwechslungsreichem Gesang aufwartet und bei dem Kim Jensen ein paar ordentliche Blast-Beat-Attacken auspackt.

„With The Lost Souls On Our Side“ ist mit Sicherheit kein Glanzlicht in der Historie des Death Metal, aber es passt sich perfekt in die Discographie der Band ein. ILLDISPOSED überzeugen auf diesem Album mit großer Homogenität, sowohl was die Songauswahl auf der Scheibe betrifft, als auch in Anbetracht der letzten Veröffentlichungen.

Wertung: 7 / 10

Publiziert am von Christoph Ilius

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