DVD-Review: Katatonia - Live Consternation (CD + DVD)

Besetzung

Jonas Renske – Gesang
Anders Nyström - Gitarre
Fred Norman - Gitarre
Mattias Norman - Bass
Daniel Liljekvist – Schlagzeug

Tracklist

01. Leaders
02. Wealth
03. Soil’s Song
04. Had To (Leave)
05. Cold Ways
06. Right Into The Bliss
07. Ghost Of The Sun
08. Criminals
09. Deliberation
10. July
11. Evidence


Nach sieben Alben und fast fünfzehn Jahren wurde es nun auch bei KATATONIA Zeit für eine Live-Veröffentlichung. Auch bei der „The Black Sessions“-Box war zwar schon eine DVD dabei, die „Live Consternation“ mit dem Konzert vom 17. August 2006 beim Summer Breeze Open Air aber ist nun ein erster eigenständiger Live-Release. Und das gibt es – zum Preis einer CD – im Doppelpack mit CD und DVD.

Mit dem 2006er Album „The Great Cold Distance“ feierten die Schweden so was wie einen Durchbruch, glücklicherweise konnten sie deswegen ihre Show zu später Stunde und in völliger Dunkelheit abhalten, alles andere wäre auch sehr suboptimal gewesen. Und, ganz ehrlich, vor der Sichtung des Material war ich der Annahme, KATATONIA würden mit ihrer vertonten Melancholie auf der großen Bühne gar nicht richtig funktionieren, doch damit irrte ich glücklicherweise gewaltig. In der knappen Stunde zelebrieren die Nordmänner elf ihrer traurig-düsteren Darbietung mit unglaublicher Hingabe, Präzision und Gefühl. Von Anfang an haben die Mannen um den genialen Sänger Jonas Renske die Anwesenden in Dinkelsbühl in der Hand, zu nachtschlafender Stunde reißen sie das Publikum trotz der nicht partytauglichen Musik richtig mit.

Was in diesem Fall für mich ein kleiner Kritikpunkt ist: Die Schwenks auf das Publikum, in denen dieses auf und ab springt oder einen Crowdsurfer über ihre Köpfe tragen sind etwas kontraproduktiv für die Stimmung, die KATATONIA erzeugen, es sind eben doch eher Klänge, denen man lieber gebannt lauscht und sich von ihnen gefangen nehmen lassen möchte. Mittels der CD funktioniert es schon bestens, die DVD aber setzt noch einen drauf und besticht mit großartiger Optik. Teils unscharfe Bilder, Schwarzweiß-Effekte, Zeitlupeneinstellungen, überlappende Bilder und eine stimmige Lichtshow sorgen für ein atmosphärisches Erlebnis im Wohnzimmer, von hier aus geht ein großes Lob an das Team, das für die optische Präsentation und die Schnitte des Filmmaterial zuständig war.
Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist, dass die DVD keinerlei Bonusmaterial enthält, sondern eben nur das Konzert an sich. Da aber, wie erwähnt, der Preis sehr human ist, kann man das verschmerzen.

Viele Worte über die Songauswahl zu verlieren würde hier wenig Sinn ergeben. Die Spielzeit von einer Stunde lässt es eben nicht zu, alle Anhänger zufrieden zu stellen, mehr als 11 Lieder waren nicht drin. Naturgemäß stellen die aktuellen Alben „Viva Emptiness“ und „The Great Cold Distance“ mit jeweils vier Stücken den Großteil des Sets, für Neulinge (wie mich), die das vorherige Material kaum kennen, bieten sich mit „Had To (Leave)“, „Cold Ways“ und „Right Into The Bliss“ immerhin noch drei Lieder, die mächtig Interesse an den früheren Werken KATATONIAs wecken.
Für alle Anhänger und Neulinge eine überaus lohnenswerte Anschaffung.

Keine Wertung

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