CD-Review: Mahakala - The Second Fall

  • Veröffentlichung: 2017
  • Label: Supreme Music Creations
  • Spielart: Heavy Metal
Besetzung

Jim Kotsis - Gesang, Bass
John Tsiakopoulos - Gitarre
Mikko Chris Vlachos - Gitarre
hector.d - Schlagzeug

Gastmusiker:
Sakis Tolis - Gesang
Babis Paritsis - Geige

Tracklist

01. Army Of The Flies
02. Redemption Denied
03. Purgatorium
04. Better To Reign In Hell (Than Serve In Heaven)
05. Darkness In Their Eyes
06. Wrath Of Lucifer (Infidels)
07. Unholy Fight
08. Blessed Are The Dead
09. War Against Mankind


Was für ein Brett! Den Griechen von MAHAKALA ist, das möchte ich vorwegnehmen, mit ihrer zweiten Scheibe „The Second Fall“ ein Album gelungen, das – so die gewagte Prognose – zum Besten zählen wird, was das Jahr 2017 en gros wird auffahren können. Zwar soll man bekannterweise den Tag nicht vor dem Abend loben, aber von nun an werden sich andere Bands gleicher Couleur noch ein wenig mehr anstrengen müssen, um aus dem Bereich der Durchschnittsware herauszukommen. MAHAKALA jedenfalls legen die Messlatte für modernen Heavy Metal extrem hoch an. Dass mit der Band zu rechnen war, zeigte sie bereits mit ihrem Debüt „Devil´s Music“ von 2013. Und vier Jahre später steht nun fest: Das Niveau des Erstlings wird nicht nur erreicht, sondern auch noch gesteigert.

Das Quartett spielt eine aktuell wieder sehr gefragte Mischung aus Heavy Metal und Doom, die mich klanglich an (neue) Flotsam & Jetsam erinnert, die aber zugleich klare Anleihen an das klassische Doom-Repertoire der späten 70er-Jahre macht – vor allem gesanglich gibt es Parallelen, nähert sich Sänger Jim Kotsis in manchen Passagen doch dem für Ozzy Osbourne typisch nasalen Gesang an. Darüber hinaus haben MAHAKALA aber keine Ähnlichkeiten mit den Schema-F-Bands der aktuellen Retro-Welle; dafür sorgt nicht nur die massige Produktion, sondern auch das moderne, fette Riffing, der gezielte Einsatz von Shouts und Growls (unter anderem mit Unterstützung von Sakis Tolis von Rotting Christ) sowie das Aufbrechen und Verschleppen von Rhythmen. Technisch zeigt sich die Band topfit und lässt auch in den vertrackteren Momenten nichts anbrennen – Unsauberkeiten oder Stolperer sucht man auf „The Second Fall“ vergebens.

Die düstere Grundstimmung des Albums verdankt sich vor allem dem textlichen Konzept, das sich John Milton, Dante Alighieri und – etwas aus der Reihe fallend – Neil Gaiman widmet. Aus diesen mehr oder weniger mythologischen Erzählungen haben MAHAKALA sodann neun schlicht grandiose Songs gewoben, die atmosphärisch nicht nur bestens mit der lyrischen Vorlage korrespondieren, sondern auch kompositorisch dicht, emotional ergreifend und vor allem extrem eingängig geworden sind. Bereits der Opener „Army Of The Flies“ bietet zeitgenössischen Heavy Metal vom Feinsten und mit „Purgatorium“ sowie „Wrath Of Lucifer (Infidels)“ gibt es zwei Songs, die in ihrer Mischung aus knallenden Nackenbrecher-Riffs und melodiösen Refrains jetzt schon zum Coolsten zählen, was ich 2017 gehört habe. Kritische Zungen könnten ja behaupten, dass letztlich auch MAHALAKA nichts wirklich Neues machen – meinetwegen, aber das, was sie machen, machen sie verdammt gut. „The Second Fall“ geht schlicht direkt ins Ohr und demonstriert, wie stimmungsvoller Heavy Metal abseits abgedroschener Klischees heute klingen kann.

Bewertung: 9 / 10

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