CD-Review: Nothgard - Malady X

Besetzung

Dom R. Crey - Gesang, Gitarre, Keyboard, orchestrale Arrangements
Skaahl - Gitarre
Nico Kolja - Bass
Felix Indra - Schlagzeug

Gastmusiker:
Noora Louhimo (Battle Beast)
Jen Majura (Evanescence)
Veli-Matti Kananen (Kalmah)
Marco Schrober (Steel Engraved)
Kevin Storm (Ex-Heidevolk)

Tracklist

01. Voyage To Decay
02. Malady X
03. Shades Of War
04. Guardians Of Sanity
05. Epitaph
06. Deamonium I
07. Serpent Hollow
08. Devil Will Know
09. Fall Of An Empire
10. Herald Of Death
11. Black Horizon
12. Eye For An Eye
13. Ninja


Wer mit den deutschen Melodic-Death-Metallern NOTHGARD noch Textzeilen wie „Arminius, we vaunt you, shelter of Germania, we honor you!“ oder „Von den Walküren getragen, um in Asgard zu speisen, an Odins Tisch wirst du verweilen“ in Verbindung bringt, begleitet die Band höchstwahrscheinlich schon seit ihren ersten Gehversuchen. Denn die Zeiten, in denen die ursprünglich aus der niederbayerischen Stadt Deggendorf kommende Gruppe germanisch-heidnischer Geschichte und Mythologie gehuldigt hat, liegen schon fast zehn Jahre zurück. Einiges hat sich seitdem getan – nicht zuletzt gelang es der Band, sich mit zwei weiteren Alben weg vom ursprünglichen Pagan-Metal-Konzept des Debüts „Warhorns Of Midgard“ und hin zu einem erwachsenen Melodic-Death-Metal-Sound zu bewegen. Mit „Malady X“, dem vierten Album, soll dieser erneut gefestigt werden.

Und das, so viel sei vorweg genommen, gelingt NOTHGARD abermals souverän. Schon der nach dem instrumentalen Intro „Voyage To Decay“ eigentliche Opener und Titeltrack ballert ordentlich aus den Boxen und schleudert dem Hörer eingängige, aber kraftvolle Riffs, Dom R. Creys gewohnt kehlige Vocals und einen mächtigen Refrain um die Ohren. Dieses Konzept zieht sich dann im wesentlichen durch die ganze Platte und funktioniert Song für Song erstklassig. Dies gilt auch dann, wenn NOTHGARD sich für ruhigere Momente Zeit nehmen, etwa den Song „Daemonium I“, der nicht nur von einem atmosphärischen, mit Chor untermalten Akustik-Intro, sondern vor allem auch von den Gast-Vocals von Battle-Beast-Sängerin Noora Louhimo profitiert. Diese liefert eine starke Performance ab und ihre sowohl cleanen als auch heavy-metal-lastigen Parts bilden einen tollen Kontrast zu den Growls.

Um namhafte Gastbeiträge ist „Malady X“ ohnehin nicht verlegen. Neben Noora Louhimo wirken unter anderem Jen Majura (Evanescence) und Veli-Matti Kananen (Kalmah) an der Platte mit – jedoch muss der Abstrich verzeichnet werden, dass diese Beiträge im Vergleich zum markanten Duett auf „Daemonium I“ nicht wirklich auffallen und somit untergehen. Wer kein absoluter Kenner des Stils der Musiker ist, dürfte von ihrer Beteiligung allenfalls durch Nachlesen im Booklet erfahren. Dass NOTHGARD abgesehen davon das sehr hohe Niveau des Einstiegs nicht durchgehend halten können, ist verständlich, aber dennoch schade. Unter anderem mit „Epitaph“ oder „Fall Of An Empire“ finden sich aber durchaus weitere Hits.

Mag insgesamt nach wie vor an der einen oder anderen Stelle Luft nach oben sein, verdeutlicht dennoch nicht nur das stylische Artwork, sondern in erster Linie die Musik auf „Malady X“ selbst, dass NOTHGARD sich ihren Ruf als ernst zu nehmende Melodic-Death-Band vollkommen zu Recht erarbeitet haben.

Bewertung: 8 / 10

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2 Kommentare zu “Nothgard – Malady X”

  1. Olaf

    Finde ich prima das Nothgard ein Review bei euch bekommt, haben die Jungs auch verdient.
    Das Album ist zwar schon ein halbes Jahr drausen, aber besser später als nie.
    Ich denke, die Scheibe klingt deutlich nach „The Sinner’s Sake“, ist aber wieder ein Schritt weiter. Neben den oben genannten Titeln gefallen mir auch „Guardians of Sanity“ und „Serpent Hollow“ besonders.
    Ich hatte letztes Jahr das Vergnügen die Band zwei mal live zu erleben und ich muss sagen:
    Wenn ihr die Chance auf einen Gig mit Nothgard als Headliner habt; geht hin, es lohnt sich total!

  2. Pascal Weber Post Author

    Hi Olaf, danke für dein Feedback! Ja, ich fand auch, dass es verdient ist. Bin selber in Deggendorf aufgewachsen, wo die Gruppe ja ihren Ursprung hat, da hat man schon eine gewisse Verbundenheit und freut sich, dass sie so groß rausgekommen sind. Höre die Gruppe entsprechend auch schon lang, eigentlich schon seit dem Debüt, nur die beiden Platten dazwischen sind irgendwie an mir vorbeigegangen.

    Live sehe ich sie dieses Jahr am Ragnarök Festival, eventuell wird auch ein Interview kommen – stay tuned ;)

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