CD-Review: Nothgard - Age Of Pandora

Besetzung

Dom R. Crey - Gesang, Gitarre
Daniel K. - Gitarre
Skaahl - Gitarre
Vik S. - Bass
D. Ziegler - Schlagzeug

Tracklist

01. Of Light And Shadow
02. Age Of Pandora
03. Blackened Seed
04. Black Witch Venture
05. In Blood Remained
06. Anima
07. Obey The King
08. Wings Of Dawn
09. Mossback Children
10. No One Holds The Crown


Wer kennt sie nicht: die Sagen der griechischen Mythologie. Angelehnt an die Geschichte vom gestohlenen Feuer, welches den Menschen durch den Halbgott Prometheus auf die Erde gebracht wurde, veröffentlichten die Epic-Death-Metaller NOTHGARD nun ihr zweites Album „Age Of Pandora“. Noch heute ist das Öffnen der ‚Büchse von Pandora‘, welches Unheil auf die Welt brachte, um die Menschen für den Raub des Feuers zu bestrafen, im Bezug auf Katastrophen ein wiederkehrendes Thema in Nachrichten, Kolumnen und ganzen Büchern. Warum also nicht auch in der Musik?

Passend dazu beginnt die Scheibe mit dem epischen, sinfonischen Intro „Of Light And Shadow“, welches den Hörer zwar ideal einstimmt, dem eine Kürzung jedoch nicht unbedingt geschadet hätte, um die Freude daran langfristig zu erhalten. Dynamisch und kraftvoll geht es nun in den Part, in dem NOTHGARD selbst beweisen dürfen, was sie zu bieten haben. Dass sie direkt mit drei Gitarren antreten, lässt recht viel erwarten – und die Erwartungen bleiben nicht unerfüllt: Spieltechnisch wird auf „Age Of Pandora“ großes Kino geboten.
Viele der Titel, die „Age Of Pandora“ schmücken, sind eher melodisch und mit einem einprägsamen, mächtigen Refrain versehen. Für Letzteres ist „In Blood Remained“ ein ideales Beispiel. Abgesehen von seinem Hauptteil ist dieser Track allerdings etwas schwach, wirkt er doch teils zu wild und unkoordiniert. Betrachtet man die restlichen Songs, gibt es an diesen aber kaum etwas auszusetzen. Dafür jedoch am Gesamtpaket des Albums. Recht schnell entsteht der Eindruck, dass die entscheidende Abwechslung, die NOTHGARDs Platte ein großes Stück Perfektion verliehen hätte, irgendwie fehlt. Zwar grenzen sich Titel wie das extrem episch angelegte „No One Holds The Crown“ ab und auch die Liebe zum Detail, die zum Beispiel im Stück „Black Witch Venture“ durch ein lautes Atmen, eine defekte Spieluhr und das Singen eines Kindes zu Beginn für Gänsehaut sorgt, macht die Platte besonders, aber die Charakterzüge der einzelnen Tracks ähneln sich eben doch zu sehr, um „Age Of Pandora“ von morgens bis abends in seinem CD-Spieler auf und ab laufen zu lassen …

… Von morgens bis mittags sollte jedoch äußerst erträglich sein! Drei Jahre haben die bayrischen Schönlinge mit Frontmann Dom R. Crey, der seit Neuestem auch als Gitarrist in der Band Equilibrium tätig ist, an „Age Of Pandora“ gewerkelt und das Ergebnis ist gelungen. Es darf spekuliert werden, ob ein weiteres Jahr Kompositionsprozess für mehr Abwechslung auf der Platte gesorgt hätte, aber hätten Fans länger warten können? So bleibt die Spannung auf das nächste Werk von NOTHGARD, in welchem die genannte Kritik wünschenswerterweise umgesetzt und die Qualität beibehalten ist.

Bewertung: 7.5 / 10

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