CD-Review: One Tail, One Head - Worlds Open, Worlds Collide

  • Veröffentlichung: 2018
  • Label: Terratur Possessions
  • Spielart: Black Metal
Besetzung

Afgrundsprofet aka. Luctus – Gesang
Åsli – Gitarre
Tylden – Bass
Sundli – Schlagzeug

Tracklist

01. Certainly Not
02. Arrival, Yet Again
03. Worlds Open, Worlds Collide 
04. Stellar Storms
05. An Utter Lack Of Meaning, Hither To Unbeknownst, Suddenly Revealed
06. Firebirds
07. Sordid Sanctitude
08. Rise in Red
09. Passage
10. Summon Surreal Surrender


Dass Bands sich nach nur einem Album wieder auflösen, ist keine Seltenheit. Dass eine Band aber schon vor Veröffentlichung ihres Debütalbums ankündigt, dass die dazugehörige Tour gleichzeitig ihre Abschiedstour sein wird, überrascht dann doch. So geschehen bei ONE TAIL, ONE HEAD, die nicht nur auf ebendieser Tour, sondern auch auf besagtem Album, „Worlds Open, Worlds Collide“, eindrucksvoll zeigen, warum ihre Entscheidung zu bedauern ist.

Denn mag es auch vielleicht überspitzt formuliert sein, wenn man behauptet, dass der traditionelle Black Metal ein Nachwuchsproblem hätte, so lässt sich kaum bestreiten, dass die Szene seit Jahrzehnten von den immer gleichen Gruppen dominiert wird. ONE TAIL, ONE HEAD hätten definitiv das Potenzial zum „Aufsteiger“ gehabt, wie schon das Debüt „Worlds Open, Worlds Collide“ beweist.

Hasserfüllter Gesang und dynamisches Schlagzeug treffen hier auf rohes Riffing, das jedoch zu keiner Zeit bloß stumpf aus den Boxen poltert. Dafür sorgen ONE TAIL, ONE HEAD mit kleinen Spielereien wie die stets melodischen Bass-Lines der Stücke, aber auch der extrem vielseitige Gesang von Behexen-Gitarrist Wraath alias Luctus. Damit erinnert der auf „Worlds Open, Worlds Collide“ gepflegte Stil an den etablierter Bands wie Koldbrann oder anderer Nachrücker wie etwa Svarttjern.

Wenngleich die Norweger bei ihren furiosen Liveshows noch einen Zacken dynamischer und wilder klingen als auf dem stellenweisen einen Tick zu brav konzipierten Debüt, gelingt es den Norwegern doch, ihre Idee von Black Metal und Atmosphäre überzeugend zu vermitteln: Sieht man vom solide gemachten, über mit fast fünf Minuten aber leider doch etwas lang(weilig)en Instrumental „Sordid Sanctitude“ ab, das am Ende eben doch nur nach Black Metal ohne Gesang klingt, lassen sich auf „Worlds Open, Worlds Collide“ keine Ausfälle feststellen.

Alben wie „Worlds Open, Worlds Collide“ zeigen erst wieder, wie schade es ist, dass immer noch die gleichen Bands die Szene beherrschen, obwohl sie ihren kreativen Zenit oftmals schon lange überschritten haben: Wäre ONE TAIL, ONE HEAD die Aufmerksamkeit, die sie aktuell bekommen, nicht erst nach über zehn Jahren kaum zur Kenntnis genommener Bandaktivität zuteil geworden – wer weiß, vielleicht dürfte man sich heute nicht nur über das starke letzte, sondern auch noch auf ein nächstes Album von ONE TAIL, ONE HEAD freuen.

Bewertung: 8 / 10

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