CD-Review: Overkill - Ironbound

Besetzung

Bobby „Blitz“ Ellsworth – Gesang
Dave Linsk – Gitarre
Derek „The Skull“ Tailer – Gitarre
D.D. Verni – Bass
Ron Lipnicki – Schlagzeug

Tracklist

01. The Green And Black
02. Ironbound
03. Bring Me The Night
04. The Goal Is Your Soul
05. Give A Little
06. Endless War
07. The Head And Heart
08. In Vain
09. Killing For A living
10. The SRC


Das Cover von "Ironbound" von Overkill

Auf „Immortalis“ verstanden es OVERKILL, ihren Sound gekonnt mit moderneren Einflüssen zu verbinden. Damit erreichten sie zwar keine Unsterblichkeit, bewiesen aber eindrucksvoll, dass auch im 21. Jahrhundert noch fest mit ihnen zu rechnen ist. Mit „Ironbound“ wagt die Truppe 2010 den nächsten Schritt.

Der geht allerdings nicht nach vorne, sondern genau in die andere Richtung, was hier allerdings durchweg positiv zu verstehen ist, denn auf „Ironbound“ klingen die New Yorker einfach zeitlos gut. Von den zehn vertretenen Songs könnte der Opener „The Green And Black“ noch am ehesten auch auf dem Vorgänger enthalten gewesen sein, denn die ansonsten recht klassisch gehaltene Thrash-Nummer weist noch einen recht modern groovenden Mittelteil auf. Der folgende Titeltrack zeigt jedoch bereits, wohin die musikalische Reise schlussendlich führen wird, denn hier regiert der klassische Metal.

Zum Glück haben OVERKILL auch auf ihrem neuen Album ein paar Überraschungen auf Lager und so begeistert „Ironbound“ mit einem coolen, von unverzerrten Gitarren getragenen Soloteil sowie einem überraschend melodischen, zweistimmigen Gitarrenabgang. Highlight der Platte jedoch ist „Bring Me The Night“, das mit seiner Mischung aus NWoBHM-Riffing und Thrash-Attitüde stark an Metallicas „Hit The Lights“ erinnert und jedem passionierten Headbanger mit Schmackes direkt ins Genick fahren dürfte.

Eine weitere unerwartete Neuerung dürfte die Tatsache sein, dass Herr Blitz im überaus gelungenen „Give A Little“ zwischenzeitlich ungewohnt bluesige Töne anschlägt, was dem Song allerdings hervorragend zu Gesicht steht. Leider können Songs wie „Killing For A Living“ oder „The SRC“ hingegen nicht ganz zünden, weshalb das Album qualitativ nach hinten etwas abfällt, das Gesamtbild wird dadurch jedoch kaum getrübt.

Produktionstechnisch hat die Truppe das in dieser Hinsicht ohnehin bereits beachtliche „Immortalis“ noch übertroffen und auch technisch wissen OVERKILL erneut zu faszinieren, punktet die Band doch mit gänsehautverdächtigen Melodieläufen und explosiven Soli. Viel wichtiger als der technische Aspekt ist jedoch die Tatsache, dass Blitz und Co. Auf „Ironbound“ so frisch und unverbraucht klingen wie fast keine andere Band ihres Alters, weshalb nicht selten der Eindruck entsteht, das Genre sei noch nicht älter als die Platte selbst.

OVERKILL sind mit dem Metal groß geworden und andersrum ist diese Aussage genauso gültig – das merkt man auch „Ironbound“ deutlich an, denn hier macht die Truppe keinerlei Hehl aus ihren Vorbildern, ohne sich dabei des Plagiats schuldig zu machen. Mit so viel Frische und Spielfreude setzen OVERKILL die Messlatte für das kommende Jahr schon recht hoch. Anspieltipps: „Ironbound“, „Bring Me The Night“, „Give A Little“.

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Bewertung: 8.5 / 10

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