CD-Review: Overkill - White Devil Armory

Besetzung

Bobby „Blitz“ Ellsworth - Gesang
Dave Linsk - Gitarre
Derek Tailer - Gitarre
D. D. Verni - Bass
Ron Lipnicki - Schlagzeug

Tracklist

01. XDM
02. Armorist
03. Down To The Bone
04. PIG
05. Bitter Pill
06. Where There's Smoke
07. Freedom Rings
08. Another Day To Die
09. King Of The Rat Bastards
10. It's All Yours
11. In The Name


Es ist schon fast beängstigend, mit was für einer hohen Qualitätsdichte die Amis von OVERKILL seit vier Jahren ihre Fans beglücken. Sowohl „Ironbound“ (2010), das Comeback, welches eigentlich dann doch keins war, als auch der Nachfolger „The Electric Age“ zwei Jahre später sind astreine Thrash-Alben mit nahezu keinen Ausfällen und zahlreichen neuen potenziellen Hits. Und wie sollte es auch anders sein: Die neue Abrissbirne „White Devil Armory“ ist ebenfalls ein tolles Beispiel für modern produzierten, aber stets old-schooligen Thrash und dürfte somit wiederum ihre Abnehmer finden.

Natürlich stellt die Platte keine bloße Kopie der beiden Vorgänger dar. War „Ironbound“ eher melodisch ausgelegt und „The Electric Age“ angenehm räudig bis punkig, ziehen die Amis um Frontröhre Bobby „Blitz“ Ellsworth 2014 den Härtegrad wieder deutlich an. Die elf Songs plätten von vorne bis hinten und kommen wieder etwas mehr auf den Punkt, sprich fallen kürzer aus als zuletzt. Der Hymnencharakter vieler Refrains wurde zudem verstärkt, was die Situation auf der Bühne um einiges pfiffiger gestalten könnte. Beispiele hierfür sind „Down To The Bone“ oder das zügigere „King Of The Rat Bastards“, dessen Refrain ähnlich fett rüberkommt wie einst „All Over But The Shouting“ vom Vorgänger. In dieselbe Kerbe schlägt auch die Midtempo-Walze „Bitter Pill“, bei der speziell Bobby den Song allein durch seinen variablen Gesang aufwertet. Dass OVERKILL natürlich immer noch die Hütte zum Einsturz bringen können, beweisen sie mit dem Quasi-Opener „Amorist“ (zu dem auch ein Video gedreht wurde), „Where There’s Smoke“ und vor allem mit „PIG“, einer der Tracks, den man auch gut und gerne auf einem der klassischen 80er-Alben hätte finden können.

Leider schafft es der Rest, abgesehen vielleicht von „It’s All Yours“ nicht dieses hohe Level konstant zu halten, da man von manchen Songs den Eindruck hat, sie schon mal in dieser Form gehört zu haben. Besonders die beiden längeren Vertreter („Freedom Rings“, „In The Name“) fallen im Vergleich dann deutlich ab und verzetteln sich im ziellosen Riff-Geschiebe. Des Weiteren sollten OVERKILL bei all der guten Musik in letzter Zeit vielleicht darüber nachdenken, irgendwann mal wieder den Produzenten zu wechseln, da der zwar fette, aber doch sehr sterile Sound nun beim dritten Album hintereinander geradezu gleich ausfällt und die Gefahr des kreativen Stillstands weiter befeuern kann.

Dennoch liegt mit „White Devil Armory“ wieder einmal eine sehr gute Thrash-Scheibe vor, die man als Fan der Band sowieso haben muss, aber auch genre-technisch dieses Jahr zu den überdurchschnittlichen Veröffentlichungen zählt.

Bewertung: 7.5 / 10

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