Vor nunmehr über 20 Jahren haben POWERWOLF begonnen, ihr Wolfsrudel um sich zu scharen. Seitdem sind nicht nur die Fanscharen gewachsen, auch ihre Bühnenshows und Musik werden konsequent weiterentwickelt. Im Rahmen ihrer Wolfsnächte-Tour, die inzwischen zum festen Bestandteil des jährlichen Konzertherbstes gehört, haben POWERWOLF ihr inzwischen viertes Live-Album „Wildlive (Live At Olympiahalle)“ 2024 in der ausverkauften Olympiahalle in München aufgenommen.
Das Erfolgsrezept für diesen imposanten Aufstieg sind neben der Musik wohl die pompösen Inszenierungen ihrer Bühnenshows. Bei diesen wird mit opulenten Bühnenbildern und Bombast nicht gespart. Die durch und durch choreografierten Shows gleichen inzwischen eher einem Theaterstück mit hervorragend abgestimmter Musik, als einem klassischen Metal-Konzert. Man muss aber auch sagen, dass die Musik dafür gemacht ist, um auf großer Bühne Massen zu begeistern. Das lässt sich zwar gut anhören und -sehen, leider ist dabei wenig Platz für spontane Interaktionen mit dem Publikum. Bei aller einstudierter Choreografie passiert Attila Dorn zum Einklatschen von „We Drink Your Blood“ dann doch ein kleiner Lapsus – ein sympathischer Moment auf der Platte, von denen es gern hätte mehr geben können.
Schon mit dem Intro überträgt sich die euphorische Stimmung des Publikums durch lautes Klatschen und Umjubeln von POWERWOLF. Die Begeisterung des Auditoriums hält über die gesamte Dauer an und gipfelt immer wieder in Songs wie „Amen & Attack“, „Armata Strigoi“ oder „Sanctified With Dynamite“. Mit fünf Stücken ist das neueste Album „Wake Up The Wicked“ am stärksten vertreten. Die ersten beiden Alben finden in der Setlist keine Berücksichtigung mehr, ansonsten gibt es eine gute Werkschau über die Diskografie von POWERWOLF.
Auffallend ist die Hitdichte, die das Publikum immer wieder zum Klatschen, Springen oder Singen animiert. Diese Energie kanalisieren POWERWOLF versiert und schaffen es, dieses Gefühl auf Platte zu bannen. Kleine Blödeleien zwischen Attila Dorn und Falk Maria Schlegel an der Orgel bleiben nicht aus. Sie wissen, wie man ein Publikum unterhält. Neben dem Publikum, das ohne zu stören an den richtigen Stellen immer wieder durchsticht, können die einzelnen Stücke ihre volle Wirkung entfalten. Die Produktion ist dabei ausgezeichnet gelungen, nah am Album, aber ohne die Liveatmosphäre zu verlieren.
Zu ausgewählten Songs liefern POWERWOLF Videomitschnitte, die die Atmosphäre in der Olympiahalle noch mal in besonderer Form einfangen. Diese unterstreichen die große Show und bieten eine hervorragende Ergänzung zu „Wildlive (Live At Olympiahalle)“. Am besten kommt das zum emotionalen Höhepunkt der Platte „Alive Or Undead“ mit Falk Maria Schlegel an der brennenden Orgel zur Geltung. Zum Abschluss wird noch mal das große Geschütz zu „We Drink Your Blood“ und „Werewolves Of Armenia“ aufgefahren. Unüberhörbares Feuerwerk wird entzündet, während sich alle verbliebene Energie des Publikums noch mal entlädt.
POWERWOLF schaffen es auf „Wildlive (Live At Olympiahalle)“, die einzigartige Begeisterung und Energie auf ein gelungenes Live-Album zu bringen. Die durchchoreografierten Interaktionen mit dem Publikum kommen gut zur Geltung. Man bekommt schon beim Hören Lust, sich dem Wolfrudel zur heiligen Heavy-Metal-Messe von POWERWOLF anzuschließen. Wer das Warten bis zum nächsten Konzert überbrücken oder sich in das eigene Live-Erlebnis zurückversetzen möchte, kann mit „Wildlive (Live At Olympiahalle)“ in die Welt von POWERWOLF eintauchen.
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