CD-Review: Root - Heritage Of Satan

Besetzung

Big Boss – Gesang
Ashok – Gitarre
Jan Kone?ný - Gitarre
Igor Hubík – Bass
Pavel Kubát – Schlagzeug

Gastmusiker:
Erik Danielsson – Gesang
Nergal – Gesang
Blasphemer – Gitarre

Tracklist

01. Introprincipio
02. In Nomine Sathanas
03. Legacy Of Ancestors
04. Revenge Of Hell
05. Darksome Prophet
06. Fiery Message
07. Son Of Satan
08. His Coming
09. Greetings From The Abyss
10. The Apocalypse


Mit das faszinierendste am Beruf des Musikredakteurs ist wohl, dass man ständig mit Bands konfrontiert wird, auf die man sonst nie oder bestenfalls durch Zufall gestoßen wäre. ROOT aus der Tschechischen Republik sind eine solche Band – denn obgleich die Truppe bereits seit 1987 ihr Unwesen treibt und in ihrer Heimat wohl als Wegbereiter des Black Metal gilt, dürfte der Name im deutschsprachigen Raum nur den wenigsten etwas sagen.

Das könnte sich nun jedoch ändern, hat die Truppe doch für ihr neuestes, mittlerweile neuntes Studioalbum einen Vertrag bei Agonia Records ergattern sowie diverse Szenegrößen mit an Bord holen können: Nicht nur, dass man – unschwer zu erkennen – Watains Erik Danielsson als Verantwortlichen für das Coverartwork nennen kann – auch am Mikro trug er seinen Teil zu „Heritage Of Satan“ bei. Doch damit nicht genug: Auch Behemoth-Sänger Nergal, sowie Blasphemer (Ava Inferi, Ex-Mayhem) an der Gitarre konnten für einen Gastbeitrag gewonnen werden.
Zu verdanken ist das wohl ROOT-Sänger Big Boss, welcher als Gründer der tschechischen Church Of Satan und Gastmusiker auf diversen Releases (unter anderem bei Moonspell oder eben Behemoth) in der Szene einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt zu haben scheint.
Dass die Band als Dark Metal präsentiert wird, ist zwar in Anbetracht der Tatsache, dass „Heritage Of Satan“ über weite Strecken schnellen Black Metal darbietet, nicht gleich nachvollziehbar, ergibt aufs große Ganze gesehen jedoch durchaus Sinn. So sind die charakteristischen Passagen des Albums doch eher die, in denen durch symphonische Elemente Atmosphäre aufgebaut wird und Big Boss mit ein wenig an Samael erinnerndem Sprechgesang zu überzeugen weiß.
Verschiedene Elemente wissen ROOT also durchaus zu vereinen… allein, was fehlt, ist der rote Faden: Denn bei aller zweifelsohne gegebenen Vielseitigkeit und Kompetenz in den einzelnen Elementen wirkt „Heritage Of Satan“ als Ganzes trotzdem nicht so recht überzeugend. Atmosphäre baut sich hier nur sehr widerwillig auf, und auch wenn die einzelnen Songs durch Groove, Stimmung oder Arrangement durchaus zu gefallen wissen, zündet das Gesamtwerk als ebensolches nicht wirklich.

Wie glaubwürdig Satanisten sind, die dem Leibhaftigen selbst Worte in den Mund legen, darf jeder selbst beurteilen – aber den ideologischen Unterbau dieses Werkes zu beurteilen, liegt mir fern. Fakt ist, dass ROOT musikalisch durchaus interessante Ideen zu Wege bringen, die für sich genommen sogar ziemlich stark sind, leider jedoch daran scheitern, diese in ein stimmiges Gesamtwerk zu gießen. So ist „Heritage Of Satan“ ein durchaus interessantes Album, das in einzelnen Momenten auch wirklich zu begeistern weiß, als ganzes gesehen jedoch leider nicht so stark ist, wie es hätte sein können. Schade, denn interessant ist diese Band zweifelsohne.

Bewertung: 7.5 / 10

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