Review Saxon – Let Me Feel Your Power

  • Label: UDR
  • Veröffentlicht: 2016
  • Spielart: Heavy Metal

Seit ihrer Gründung 1979 fester Bestandteil der Heavy-Metal-Szene und Vorreiter sowie wichtiger Vertreter der New Wave Of British Heavy Metal, sind SAXON nach wie vor eine Wucht, besonders live. Dies dokumentiert die Band nun mit „Let Me Feel Your Power“.

Das ist normalerweise nichts Besonderes, gerade dann, wenn man ein neues Album promotet, wie SAXON es auf der hier festgehaltenen Tour mit ihrer aktuellen Platte „Battering Ram“ taten. Bemerkenswert ist allerdings die Tatsache, dass die Briten zwischen ihrem aktuellen Album und dessen Vorgänger „Sacrifice“ (2013) neben zwei Re-Releases („Heavy Metal Thunder“ und „The Saxon Chronicles“) mit „Live At St.Georges Day – Live In Manchester“ und „Warriors On The Road – The Saxon Chronicles Part II“ bereits zwei Livealben veröffentlichten. Damit stellt sich unweigerlich die Frage, was genau „Let Me Feel Your Power“ diesem Kanon noch an Mehrwert hinzufügen können soll.
Aufgenommen in München (CD 1, die Bonussongs stammen aus Brighton) und Chicago (CD 2), enthalten die hier festgehaltenen Shows natürlich einige Tracks vom aktuellen Album der Truppe, wie den Titeltrack, „Queen Of Hearts“, „Destroyer“ und „The Devil’s Footprint“, sowie jede Menge unsterbliche Klassiker, die die Fans immer und überall begeistern, wie etwa „Princess Of The Night“, „Denim And Leather“ oder auch „Wheels Of Steele“. Die Auswahl der Setlist ist also bei SAXON wie immer kein Problem – wie auch, mit diesem Backkatalog.
Problematisch für „Let Me Feel Your Power“ ist vielmehr der Fakt, dass man – mal abgesehen von den vier Nummern von „Battering Ram“ – all diese tollen Lieder schon auf diversen Liveaufnahmen gehört und im Schrank stehen hat. Zudem ist der Sound der Scheiben, sowohl bei den CDs als auch bei der DVD, höchstens in Ordnung, bei Weitem aber nicht so druckvoll und differenziert wie etwa auf „Live At St.Georges Day – Live In Manchester“. Das hat zur Folge, dass einige der besten Momente der Songs, etwa das Opening-Riff von „Princess Of The Night“ verwaschen wirken und damit einiges ihrer Klasse einbüßen. Das Bildmaterial hingegen ist vollkommen in Ordnung, die Kameraführung nicht zu hektisch und doch abwechslungsreich, hier gibt es nichts zu kritisieren.

Unterm Strich ist „Let Me Feel Your Power“ also eine Veröffentlichung, die sich eigentlich nur lohnt, wenn man noch keine Liveveröffentlichung von SAXON besitzt, dies aber dringend ändern möchte. Hat man eine der oben genannten Releases bereits im Schrank, kann man „Let Me Feel Your Power“ ruhigen Gewissens auslassen. Schade.

Wertung: 6 / 10

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