CD-Review: Slayer - God Hates Us All

Besetzung

Tom Araya - Bass, Gesang
Kerry King - Gitarre
Jeff Hanneman - Gitarre
Paul Bostaph - Schlagzeug

Tracklist

01. Darkness of Christ
02. Disciple
03. God Send Death
04. New Faith
05. Cast Down
06. Threshold
07. Exile
08. Seven Faces
09. Bloodline
10. Deviance
11. War Zone
12. Here Comes The Pain
13. Payback


Zu sagen, um SLAYER wäre es irgendwann ruhig geworden, wäre vermessen – dennoch besteht kein Zweifel daran, dass die Band in den Jahren vor der Jahrtausendwende einiges an Brisanz verloren hatte: Seit „Divine Intervention“ (1994) hielt sich die Band mit Live-Mitschnitten („Live Intrusion“) oder Cover-Alben („Undisputed Attitude“) auf und konnte dieser Durststrecke auch mit dem eher durchwachsenen „Diabolus In Musica“ (1998) kein Ende setzen.

Und dann muss irgendjemand den Schalter gefunden haben, den es umzulegen gab – veröffentlichte die Band mit „God Hates Us All“ doch nur drei Jahre später eines ihrer größten Alben überhaupt. Zwar waren sowohl der Sound als auch die Musik durch einen modernen Touch nicht ganz, was sich zumindest die Oldschool-Fans erhofft hatten. Im damals großen Hype um extremen Metal aus Amerika hätten SLAYER am 11.09.2001 trotzdem ihren großen Wurf landen können … hätten die Piloten einiger amerikanischer Inlandsflüge ihre Maschinen weniger spektakulär, vor allem aber auf ihren Zielflughäfen und nicht im World Trade Center landen können. Denn alle Tragik um Nine-Eleven außer Acht gelassen, muss man konstatieren: Für ein Album namens „God Hates Us All“ hätte es kaum eine ungünstigere Termin-Kollision geben können.

Dass SLAYER mit dem Opener, „Disciple“, dennoch ihre erste Grammy-Nominierung einheimsen konnten, zeigt einerseits das kommerzielle Potential, das in diesem Album steckte – andererseits allerdings auch die wiedergewonnene Stärke der Band: Kraftvoll, aggressiv wie nie und dennoch vielseitig begeistert „God Hates Us All“ auf ganzer Linie: Sowohl mit dem Bleifuß auf dem Gaspedal („New Faith“) als auch beim Drive-By-Cruise im Schritttempo („Bloodline“) wissen SLAYER zu begeistern – nicht zuletzt, weil sie auf dem Album alte Tugenden wie ihr unverkennbares Riffing und Arayas einzigartigen Gesang gekonnt mit modernen Elementen, vor allem aber einem zeitgemäßen Sound verknüpfen: Rick Rubin, welcher seit „Reign In Blood“ alle Alben der Band produziert hatte, wurde für „God Hates Us All“ durch Matt Hyde ersetzt. Das Resultat? Das bis dato bissigste, druckvollste und knackigste Album in knapp 20 Jahren SLAYER.

Mit „God Hates Us All“ beenden SLAYER die erste Paul-Bostaph-Ära mit einem Album, das all das auf den Punkt bringt, vor allem aber perfektioniert, wofür der Name SLAYER in den 90ern stand. Vielleicht ist es auch ganz gut, dass SLAYER sich mit Dave Lombardo und „Christ Illusion“ fünf Jahre später zu einer Kehrtwende und Rückbesinnung auf ihre Wurzeln entschlossen haben – wenn „God Hates Us All“ auch eindrucksvoll beweist, dass man SLAYER auch mit dem modernen Sound der Jahrtausendwende nicht hätte verloren geben müssen.

Bewertung: 9 / 10

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