CD-Review: Thou - Magus

Besetzung

Bryan Funck – Gesang
Matthew Thudium – Gitarre
Andy Gibbs – Gitarre
Mitch Wellls – Bass
Tyler Coburn – Schlagzeug

Tracklist

01. Inward
02. My Brother Caliban
03. Transcending Dualities
04. The Changeling Prince
05. Sovereign Self
06. Divine Will
07. In The Kingdom Of Meaning
08. Invocation Of Disgust
09. Elimination Rhetorice
10. The Law Which Compels
11. Supremacy


(Sludge / Hardcore / Doom Metal) THOU haben sich ihre eigene kleine Nische geschaffen: Aus dem Sumpfwasser von Baton Rouge, Lousiana emporgekrochen, mischt die Band Elemente des Sludge und Doom mit fiesem, schon fast blackmetaleskem Keifen und Progressive-Rock-Attitütde. Dafür wird die Bands von den Großen des Southern Metal und anderer härterer Genres über den grünen Klee gelobt. Ebenso machen die fünf Musiker keinen Hehl aus ihrer starken antifaschistischen Einstellung – in einer oft gezwungen apolitischen Szene eine sympathische Grundhaltung. Mit „Magus“ legen THOU ihr viertes Album vor, mit dem sie ein weiteres Mal die Wände erzittern lassen.

„Magus“ ist in jeder Hinsicht ein Monster: Mit einer Spielzeit von 83 Minuten reizen THOU die Grenzen einer Compact Disc komplett aus. Die meisten Songs bewegen sich um die Zehnminutenmarke, und werden von einigen kürzeren Interludes und kompakteren Nummern begleitet. Trotz des verschleppten Tempos und der tonnenschweren Riffs kommen auf „Magus“ Melodien nicht zu kurz. Dass diese zwar harmonisch, allerdings alles andere als versöhnlich klingen, liegt in der Hässlichkeit, die THOU auf „Magus“ zelebrieren. Diese Mischung wird von einer druckvollen, bewusst dreckig gehaltenen Produktion großartig eingefangen.

Man hört „Magus“ an, dass THOU im Vorfeld drei EPs mit musikalisch komplett unterschiedlichen Zugängen veröffentlicht haben. So stolpern in „My Brother Caliban“ „The Law Which Compels“ neben Drone-Anklängen vereinzelte elektronische Elemente umher, besonders in „Invocation Of Disgust“ Blitzen Spuren von Grunge auf und „Sovereign Self“ könnte mit seiner Hardcore-Stimmung auch eine langsame Converge-Nummer sein. Diese unterschiedlichen Einflüsse sind auch notwendig, da sich THOU nicht gerade durch große Abwechslung im Songwriting auszeichnen, wie es bei derart verschleppter Musik häufig der Fall ist.  Dennoch tritt trotz struktureller Ähnlichkeiten keine Langeweile auf.

„Magus“ fordert die gesamte Aufmerksamkeit seiner Hörer*Innen ein, um seine ganze Größe zu entfalten. Auch wenn THOU das Rad mit „Magus“ nicht neu erfinden, wissen sie mit ihrem ganz eigenen Stilmix dennoch zu begeistern. Der Eindruck, dass diese mächtige Soundwand in einer konzentrierteren Form noch stärker mitreißen könnte, bleibt allerdings.

Bewertung: 8 / 10

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