U.D.O.-Game-Over-Cover

Review U.D.O. – Game Over

  • Label: AFM
  • Veröffentlicht: 2021
  • Spielart: Heavy Metal

„Game Over“ heißt das mittlerweile 17. Album von U.D.O. und führt seine Hörer zurück in die alten Accept-Zeiten von Sänger Udo Dirkschneider. Nach der erst im September erschienenen EP seines jüngsten Projektes Dirkschneider & The Old Gang und dem 2020 veröffentlichten Album „We Are 1“ in Zusammenarbeit mit dem Musikkorps der Bundeswehr folgt nun eine weitere Platte mit dem deutschen Sänger und es stellt sich die Frage, ob U.D.O. auf „Game Over“ mit geballter Heavy-Metal-Power zurückkehren. Oder läuten der Titel und das fortgeschrittene Alter des Sängers vielmehr das Ende der Band ein?

Der gitarrenlastige Opener „Fear Detector“ und der Midtempo-Stampfer „Like A Beast“ kommen mit aggressiven Riffs und starken Melodien ganz nach U.D.O.-Art. Mitsing-Hymnen wie „Kids And Guns“ oder „Metal Never Dies“ wollen dagegen zurück zum Sound der Achtziger. Während „Empty Eyes“ stilistisch an den Accept-Klassiker „Balls To The Wall“ anknüpft, scheint „Midnight Stranger“ die weniger bekannten „Midnight Mover“ und „Stranger“ zumindest dem Namen nach kombinieren zu wollen.

Dass die Reibeisenstimme des mittlerweile 70-jährigen Sängers schon viele Jahre hinter sich hat, ist auf dem neuen Album deutlich zu hören. Gesanglich fehlt es den meisten Songs an Durchschlagskraft, die jedoch weder das Schlagzeug noch Gitarreneinlagen kompensieren können. So versucht die Band mit digitalen Licks, die fehlende Power bei „Holy Invaders“ auszugleichen. Klassische Gitarrensolos wie bei „Metal Heart“ sucht man auf dem neuen Album vergeblich. Der Bonustitel „Speed Seeker“ möchte das Album mit klassischem Speed Metal à la „Fast As A Shark“ musikalisch abrunden. Leider ist auch hier ein eher kraftloser Gesang und eine falsche Tonmischung festzustellen. Während die Schlagkraft der Drums völlig im Hintergrund untergeht, bestimmen Ride-Becken und Hi-Hat-Klänge die Songs. Hier haben U.D.O. versucht, den kultigen Sound der achtziger Jahre mit Hilfe digitaler Mittel zu imitieren. Ein weiterer Beweis für den nur mäßigen Erfolg bietet der abschließende Titel „Metal Damnation“. Klingt er doch fast wie „Dominator“, fehlt es ihm an kräftigen Melodien.

Mit seinen letzten Projekten hat Udo Dirkschneider seine Experimentierfreudigkeit bewiesen. Dass ihm dieses Vorhaben in seinen „Game Over“-Intros nicht gelungen ist, beweist „Like A Beast“. Die Eingangssequenz gibt den berühmten Anruf im Horrorfilm „Scream“ wieder. Obzwar dieser inhaltlich zum Song passt, gibt es keinen Übergang zum Lied selbst, daher wirkt er als Füllmaterial.

Ob „Game Over“ tatsächlich das Ende für U.D.O. darstellt, ist noch nicht abzusehen. Das Album geht jedoch mit seinem Mangel an Schlagkraft, rhythmischen Melodien und gewohnter Reibeisenstimme in ebendiese Richtung. Mit einem solch schwächelnden Album wird sicher nur der harte Kern der Fanbase beglückt.

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Wertung: 5.5 / 10

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