Interview mit Alan „Nemtheanga“ Averill von Dread Sovereign

Mit „All Hell’s Martyrs“ legte das Doom-Trio DREAD SOVEREIGN um PRIMORDIAL-Fronter Alan „Nemtheanga“ Averill 2014 ein beeindruckendes Debüt vor. Nun lassen die Iren „For Doom The Bell Tolls“ folgen. Während er eigentlich für einen Trip ins Baltikum packt, nimmt sich Averill zumindest ein paar Minuten Zeit, Antworten auf unsere Fragen zu DREAD SOVEREIGN, aber natürlich auch PRIMORDIAL niederzuschreiben.

Dein neues Album mit DREAD SOVEREIGN heißt „For Doom The Bell Tolls“. Hattest du zumindest ein bisschen Bauchweh bei dem Wortwitz?
Nein, nicht wirklich. Das war mir wirklich egal. Es ist zum einen Teil Hemingway, zum anderen Metallica – vor allem aber musste ich immer grinsen, wenn ich daran gedacht habe.

Steckt in dem Titel mehr als dieses Wortspiel, ein Bezug zum Album?
Nun, es passt gut zur Aesthetik des Albums und zum Intro. Aber es gibt da kein tiefgründiges, dunkles Geheimnis.

Das Artwork passt perfekt zu dem eurer ersten CD, „All Hell’s Martyrs“ – inwieweit repräsentiert es das Albumkonzept?
Es sind die gleichen drei Charaktere wie beim letzten Album. Sie bereiten den Galgen für Sarah Wildes Averill vor – die erste Frau, die in Salem [bei den Hexenprozessen von Salem 1692, A. d. Red.] gehenkt wurde. Fällt dir bei ihrem Nachnamen etwas auf?

Im Gegensatz zu eurem überlangen Debüt ist das neue Album nur eine halbe Stunde lang. Warum dieser Sinneswandel nach dem sehr langen Debüt?
Dafür gibt es keinen besonderen Grund. Das erste Album war lang, weil wir viele Ideen auf Halde hatten. Dieses ist jetzt kürzer und etwas dynamischer. Ich glaube auch, dass die Leute nicht mehr die Geduld für ein 70-Minuten-Album haben. Wollt ihr Qualität oder Quantität?

Auf dem neuen Werk finden sich auch weniger Synthesizer und Samples. War diese Entwicklung Absicht?
Sind es wirklich weniger? Oder kommt das nur daher, dass das Album kürzer ist? Sie sind schon immernoch da, zwischen den Songs und im Hintergrund. Ich denke nicht, dass es mehr oder weniger sind.

Am Ende des Albums steht ein Venom-Cover. Warum wolltet ihr die CD damit beenden?
Warum nicht… wir haben im Studio live aufgenommen, das Equipment war aufgebaut, wir spielen den Song manchmal live… insofern: drauf geschissen, nehmen wir den eben noch mit auf.

Warum habt ihr euch für „Live Like An Angel, Die Like A Devil“ entschieden?
Warum nicht? Wen interessierts. Er klingt cool. Ich liebe Venom.

Findest du, die Songs von DREAD SOVEREIGN sind eher fürs Studio oder für die Bühne gemacht?
Das sind verschiedene Disziplinen. Es gibt ein par Layer, die es nur auf den Aufnahmen gibt, weil wir das live nie umsetzen können. Aber das stört mich nicht. Es gibt Leute, die wollen, dass eine Band live exakt so klingt wie auf Platte – was soll das?

Plant ihr eine Tour mit DREAD SOVEREIGN, oder bleibt es bei einzelnen Shows?
Ich weiß es nicht. Kommt darauf an, was uns angeboten wird und was umgesetzt werden kann. Ich bin für beides offen.

Wie steht es um PRIMORDIAL – gibt es da irgendetwas Neues?
Wir haben unser Live-Album [„Gods to The Godlesss – Live At Bang Your Head Festival Germany 2015“, A. d. Red.] veröffentlicht, darüber hinaus kommen mehr Shows, Wochenenden hier, Festivals da… und dann können wir anfangen, über ein neues Album zu sprechen.

Was magst du am Format der Live-CD? Warum sind Live-Alben auch heute noch eine wichtige Sparte?
Sind sie vermutlich nicht… aber ich denke, Leute, die die Band lieben, werden es trotzdem genießen. Es kostet auch nur sehr wenig, ein Live-Album zu produzieren, insofern hat es eigentlich schon Sinn. Persönlich finde ich, dass es echt großartig klingt… insofern, warum nicht. Ich bin mit grandiosen Live-Alben wie „Live After Death“ [Iron Maiden, A. d. Red.] und so weiter groß geworden.

Wissen die Fans das zu würdigen? Verkauft sich ein Live-Album?
Ich weiß es nicht. Wir werden sehen, denke ich. Ich bezweifle, dass es auch nur ein Viertel der Einheiten verkauft, die von einem regulären Album rausgehen. Aber so ist das bei Live-Alben eben.

Vielen Dank für das Interview. Zum Abschluss ein kurzes Brainstorming:
Donald Trump: Das fragst du mich jetzt, zum Schluss? Er hat die Reality-Show gewonnen. Findet euch damit ab.
Black Sabbath: „The Eternal Idol“ ist ein Killer-Album
Email-Interviews: Wer liest das denn? Ich bin zu alt, meine Abende mit Tippen zu verbringen, verstehst du?
Brexit: Ein Tritt ans Schienbein aller Föderalisten und Globalisten. Ein viel zu kompliziertes Thema als man die Leute nach einem Ja oder Nein fragen könnte.
DREAD SOVEREIGN in zehn Jahren: Ich habe keine Ahnung über irgendetwas in zehn Jahren. Vielleicht bin ich dann Landwirt…

Danke für deine Zeit und Antworten. Die letzten Worte gehören Dir:
Ihr seid verloren…

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