CD-Review: Dread Sovereign - All Hell's Martyrs

Besetzung

Nemtheanga – Gesang, Bass
Bones – Gitarre
Dubh Sol – Schlagzeug

Tracklist

01. Drink The Wine
02. Thirteen Clergy To The Flames
03. Cthulu Opiate Haze
04. The Devil’s Venom
05. Pray To The Devil In Man
06. Scourging Iron
07. The Great Beast Speaks
08. We Wield The Spear Of Longinus
09. Cathars To Their Doom
10. Live Through Martyrs – Transmission From The Devil Star


Seit vielen Jahren gärte es in Nemtheanga – welcher einigen vielleicht unter seinem bürgerlichen Namen Alan Averill bekannter sein dürfte -bereits, bevor DREAD SOVEREIGN im Jahre 2013 das Licht oder besser das Dunkel der Welt erblickten. Kurz nach der Geburtsstunde der Band veröffentlichte man bereits eine EP mit dem Titel „Pray To The Devil In Man“ und hinterließ erste Spuren mit Auftritten auf Festivals, wie dem Roadburn oder der Warm-Up-Show zum diesjährigen Hell Over Hammaburg. Anno 2014 steht nun die Veröffentlichung des Full-Length-Debüts „All Hell’s Martyrs“ an.

Eingeleitet wird das Album durch ein sehr düsteres Intro, welches thematisch an den Massenselbstmord der Sekte „Peoples Temple“ angelehnt ist und fast nahtlos in „Thirteen Clergy To The Flames“ übergeht. Dies ist gezeichnet durch seine düsteren Riffs, welche wie eine schwarze Flut immer wieder anbranden und sich gegen Ende in einem ausgiebigen Gitarrensolo entladen. Über allem thront dabei, in seiner einmaligen Art, der inbrünstige Gesang von Nemtheanga und wer diesen Mann schon einmal auf der Bühne erleben durfte, der weiß, welche Aura ihn umgibt und mit welcher Hingabe er in der Musik aufgeht. Das dritte Stück auf „All Hell’s Martyr“ ist einer von insgesamt drei Songs, die die Marke von zehn Minuten überschreiten. Dabei erinnert „Cthulu Opiate Haze“ in den ersten Zügen in gewisser Weise an Gruppen wie Essenz, steigert sich im Laufe der Zeit jedoch deutlich in Bezug auf die erwähnten Opiate. So ertönt nach gut vier Minuten eine ausgiebige Keyboard-Passage in Verbindung mit gesprochenen Flüsterlauten, bevor das Schlagzeug den Titel wieder in die zuvor eingeschlagene Richtung zurückführt und der Song, nach mehr als zehn Minuten, zu seinem bedrohlichen Ende findet.
„The Devil’s Venom“ ist mehr ein Zwischenspiel statt eines richtigen Songs und baut die bedrohliche Grundstimmung des Albums weiter aus. Der folgende Titelsong der letztjährigen EP schlägt anfänglich in die gleiche Kerbe wie „Thirteen Clergy To The Flames“, steigert sich jedoch kurzzeitig ein wenig in puncto Geschwindigkeit und geht dann nahtlos in „Scourging Iron“ über, welches erstmals ein wenig von der erdrückenden Schwere des restlichen Materials abweicht und durch seine sehr gute Gitarrenarbeit überzeugt. Nach einem weiteren Zwischenspiel werden die letzten drei Songs des Albums eingeläutet. „We Wield The Spear Of Longinus“ besticht dabei vor allem durch einen sehr rockigen Mittelpart und weiß durch ein sehr ausgedehntes Solo zu überzeugen.
„Live Through Martyrs – Transmission From The Devil Star“ vereint nochmals alle Trademarks und entlädt die komplett aufgestaute schwarze Energie in einem fast siebenminütigen Solo, sodass man sich fast ein wenig an The Devil’s Blood erinnert fühlt.
Nemtheanga und seine Mitstreiter haben mit „All Hell’s Martyrs“ ein unangepasstes Album geschaffen und das spiegelt sich am Ende auch in der Produktion wieder. Diese klingt stellenweise ungeschliffen und eventuell sogar ein wenig dumpf, jedoch trägt sie ungemein zum organischen Klang bei und wäre in jeglicher anderer Form nicht dem Dargebotenen gerecht geworden. Die Gitarren klingen stets präsent und werden gut durch die dröhnenden Bassklänge unterstützt, während das Schlagzeug deutlich gedämmt im Hintergrund grollt. Der Gesang von Alan Averill ist, wie auch bei Primordial, eine Macht, die ihres Gleichen sucht, und transportiert Unmengen an Emotionen.

Die drei Iren von DREAD SOVEREIGN haben mit ihrem Debüt eines der besten Alben des ersten Quartals 2014, in ihrem Genre, veröffentlicht und dürften auch am Ende des Jahres noch sehr weit vorne liegen. Hier verbindet sich die Intensität von Primordial mit der Schwere und Finsternis des Doom Metals auf natürlichem Wege und abseits der aktuellen Trends.

Bewertung: 9 / 10

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