Interview mit M. „Blutkehle“ Roth und Yantit von Eisregen

EISREGEN zählen dank ihrer makabren Texte seit nunmehr 17 Jahren zu den umstrittensten Bands der Szene – und auch aktuelle Album „Rostrot“ wird daran nichts ändern. An Gesprächsstoff mangelt es bei unserem Treffen mit dem äußerst redseligen Sänger M. „Blutkehle“ Roth sowie seinem weniger redseligen Kollegen Yantit auf deren Tourstop in München nicht. Was die beiden, beziehungsweise Roth über ihren neuen Bassisten, ihr Nebenprojekt MARIENBAD sowie den Bürokratieaufwand einer Indizierungen zu sagen haben, könnt ihr hier nachlesen.

Heute ist ja glaube ich die letzte Show der aktuellen Tour, wenn ich das richtig sehe…
M.: Von diesem Abschnitt, ja…
Seid ihr zufrieden mit dem Verlauf der Konzertreihe? Hat alles geklappt soweit?
Fast zu gut… also super, ja. Problemlos.

Gab es irgendwelche Überraschungen oder unterhaltsame Begebenheiten, über die es eine Anekdote zu berichten gibt, oder war das bisher eher „business as usual“?
M.: Eigentlich ist alles wirklich normal. Gestern haben wir im Saarland gespielt, da hat es geschifft wie die Sau, unter zehn Grad, heute ist es heiß, dass du dir denkst was ist denn hier los… aber sonst…

Du hast es ja eben schon erwähnt, die Tour ist in mehrere Abschnitte mit längeren Pausen dazwischen geteilt… warum?
M.: Wir schauen schon immer, dass wir das auf die Wochenenden gelegt bekommen… also diese Nightliner-Touren sind eh nicht so meines. Bevor du da in irgendwelchen versifften Kabinen rumliegst dann lieber Wochenenden, Hotel, und die Sache etwas ruhiger angehen lassen…. das finde ich eigentlich viel angenehmer. Das erstreckt sich das dann zwar über einen längeren Zeitraum, aber ich persönlich finde das wirklich viel angenehmer.

Die Bandzusammenstellung ist ja auch relativ ungewöhnlich, wenn man sich das Lineup so anschaut. Wie kam das zustande, und wie gut funktioniert diese zusammengewürfelte Kombination?
M.: Na gut, ich sag mal, dass Rock The Nation uns eben als Headliner gebucht haben, und dann eben noch ihre NoiseArt-Bands mit unterbringen wollten. Aber ich denke dass das schon auch für die Fans Sinn ergeben hat, da ein paar unterschiedliche Sachen zu buchen…

Also reagieren die Fans auf alle Bands positiv, oder gibt es da krasse Unterschiede, so dass man deutlich merkt, für welche Band die einzelnen Fans gekommen sind?
M.: Na ja, gut, das musst du die Leute schon selber fragen, für wen sie gekommen sind, aber ich denke, dass es schon interessant ist für die Leute.

Und kanntet ihr die anderen Bands bereits vor der Tour?
M.: Mikling haben wir jetzt erst kennengelernt, mit Varg hatten wir schon öfter was zu tun… wir hatten auch letztes oder die letzten zwei Jahre schon sechs, sieben, acht Konzerte zusammen gemacht, waren auch bei ihnen aufm Festival (Wolfszeit Festival, A.d.Red.), also die kennen wir schon mehr.

Die Tour supportet ja euer letztes Album, „Rostrot“. Wie entscheidet ihr, welcher Song des Albums ins Live-Set übernommen wird und welcher nicht?
M.: Wir haben schon ein gemischtes Programm gemacht. Wir haben jetzt auch einen neuen Bassisten mit dazugenommen, deswegen sind wir noch dabei, ein Standardprogramm aufzustellen, wirklich bunt gemischt aus allen Alben. Wir haben auch wieder Sachen von indizierten Alben im Programm, also Songs, die nicht explizit indiziert sind, deswegen denke ich mal, ist das schon eine sehr gelungene Zusammenstellung.

Du hast gerade angesprochen, dass ihr jetzt einen Bassisten dabei habt – wer ist es, wie seid ihr dazu gekommen, und warum erst jetzt?
M.: Gut, da war halt das Problem, dass sich bei uns in der Gegend wirklich keiner finden lässt, der da irgendwie reinpasst in eine Band wie Eisregen. West haben wir eben durch Hämatom kennengelernt, mit denen haben wir ja auch sehr viel Kontakt… außerdem hat er schon bei Yantit und mir bei dem MARIENBAD-Projekt mitgemacht und bei Panzerkreutz war er auch dabei… also der ist halt erstens fähig und zweitens muss es eben auch menschlich passen. Deswegen hatten wir ein paar Proben angesetzt, hat sofort gepasst, und deswegen war es dann auch kein Thema, da live jetzt wieder mit einem Bassisten aufzutreten. Er kommt natürlich auch aus der Nürnberger Ecke, bei uns ist da halt wirklich nichts zu finden… deswegen sind wir wirklich froh, dass wir da jetzt nach Jahren wieder jemanden gefunden haben.

Also war es mehr eine Notsituation heraus geboren, dass ihr keinen Bassisten hattet?
M.: Naja, wir sind eigentlich auch so ganz gut gefahren, wir haben live halt mit ein paar elektronischen Spielereien gearbeitet, mit einem Bass-Synthesizer über die Gitarre… aber ich meine, es ist natürlich schon was anderes, wenn direkt ein Instrument die Lines dann spielt. Aber funktioniert hat das auch… aber es ist natürlich auch optisch ansprechender, wenn dann eine Person mehr auf der Bühne steht und Show macht… deswegen denke ich mal, werden wir das auch weitermachen. Es hat sich auf alle Fälle auf der Tour sehr bewährt, wir haben ihn auch sehr gut ins Bandgefüge eingepasst und werden auf alle Fälle auch weiter zusammenarbeiten.

Merkt ihr generell Unterschiede, wie die neuen und die alten Songs von den Fans rezipiert werden?
M.: Wir haben jetzt von dem neuen Album erstmal nur zwei Songs mit reingenommen, weil wir jetzt eben mit West auch erstmal das Back-Programm geprobt haben… aber “Madenreich“ und der Titelsong bieten sich wirklich an, und gerade „Madenreich“ kommt bei den Leuten auch echt gut an, deswegen haben wir das dann auch drin gelassen.

“Madenreich“ ist ja ein vergleichsweise relativ softer Song, sage ich jetzt mal… vor allem verglichen mit älterem EISREGEN-Material. Ist das eine Entwicklung, die sich so eingeschlichen hat, oder wolltet ihr bewusst mal was Anderes machen?
M.: Nagut, wir haben ja über die Jahre hinweg immer geschaut, dass die Alben musikalisch sehr abwechslungsreich sind, weil ich finde es als Musiker nicht sehr sinnvoll, ein reines Knüppelalbum zu machen oder ein Album, wo wirklich nur irgendwelche ruhigen Parts drauf sind… deswegen ist die Mischung gerade auf Rostrot auch so gelungen: „Schakal“ ist eben ein Brecher, „Wechselbalg“ und „Blutvater“ gehen auch mehr in die brutale Richtung, deswegen ist’s auch notwendig, Kontraste zu setzen, weil ein hartes Lied wirkt härter, wenn zwischendurch ’ne Brechung drin ist.

Textlich ists ja ein recht typisches EISREGEN-Album…
M.: Na hoff ich zumindest…
… wie kommst du auf derartige Texte, und was ist deine Intention, wenn du solche Verse schreibst? Ist es eher so, dass du da den fertigen EISREGEN-Song im Hinterkopf hast und dir denkst, dass der eben so einen Text braucht, weil er ein EISREGEN-Song ist, oder sind das einfach Ideen, die dir spontan kommen und das fügt sich dann so zusammen?
M.: Nein, ich denke, das sind schon mehr die persönlichen Ideen. Ich bin nach wie vor ja sehr involviert in diesem ganzen Horror- und Splatter-Genre, sei es jetzt in Film oder Literatur, und in erster Linie versuche ich halt immer, Geschichten zu erzählen, die ich persönlich interessant finde. Ich denke, wenn ich das interessant finde, sollte das auch für die Fans gelten… hoffe ich zumindest.

Dass ihr damit dann auch immer irgendwie aneckt, ist ja auch irgendwie klar. Ist das mehr ein notwendiges Übel, das man eben in Kauf nimmt, oder ist das eine Sache, die ihr auch gezielt forciert, nach dem Motto „Provokation ist auch immer ein bisschen Promo“…
M.: Provokation ist auch immer ein weitreichender Begriff… ich meine, wer sich heutzutage noch von irgendwas angegriffen fühlt, kann man eigentlich im Vorfeld gar nicht mehr nachvollziehen. Ich meine, klar ist EISREGEN nicht für jedermann geeignet, aber jeder hat die Möglichkeit, sich das einfach nicht anzuhören, und den anderen, denen es eben gefällt, einfach ihren freien Willen zu lassen, sich das anzuhören, was sie eben gerne mögen. Und wenn du da im Vorfeld, auch als Institution, eingreifst, finde ich ist das schon eine Frechheit, die eigentlich auch eindeutig gegen das Grundgesetz verstößt… deshalb mach ich mir da im Vorfeld eigentlich überhaupt keine Gedanken. Wenn dann was anfällt, muss man darauf dann natürlich reagieren, aber da im Vorfeld schon Gedanken dran zu verschwenden, ist irgendwie Quatsch…

Also für das neue Album steht noch nichts derartiges an?
M.: Ne…

Wie ist das eigentlich, wenn dann was von euch indiziert wird… ist das etwas, worauf man dann im Proberaum auch mal anstößt, oder eher eher was, wo man sich dann denkt „Fuck, schon wieder ein Song, den wir nicht mehr spielen dürfen“?
M.: Eher letzteres… weil dann führt der Weg erst mal wieder zum Anwalt, das ist dann wieder mit Kosten verbunden und das ist dann nichts, was man irgendwie groß feiert oder so… weil dann einfach wieder ein Haufen bürokratischer Scheiße aus dem Weg geräumt werden muss, wobei das dann auch einfach mit einem hohen Mehraufwand an Geld verbunden ist, da dann Gutachten erstellen zu lassen und so weiter… insofern ist das immer eine Sache, die unangenehm ist.

Ihr umgeht die Indizierung ja dann auch oft, indem ihr die Songtexte abändert und die Songs dann trotzdem live spielt. Ist das mehr eine rechtliche Grauzone, in der ihr euch da bewegt, oder ist das dann in Ordnung, also ist da tatsächlich nur der originale Text indiziert?
M.: Naja, das ist schon eher eine Grauzone, würde ich mal sagen… so lange sich daran aber keiner stört… ich meine, die Version müsste dann ja neu indiziert werden, und weil es eine Live-Version ist, ist das ein etwas schwierigerer Weg… aber wie gesagt, das ist alles eher eine Grauzone.

Aber Strafen habt ihr dafür noch keine bekommen?
M.: Ne, bisher nicht. Wie gesagt, es sind ja auch geänderte Versionen, und die müssten dann eben neu geprüft werden. Und solange das nicht passiert, können wie sie eben noch spielen. Wir haben jetzt ja beispielsweise auch „Scharlachrotes Kleid“ wieder als regulären Titel im Set, weil sich herausgestellt hat, dass dieser Titel durch eine Mini-EP aus dem Jahre ’99 gar nicht explizit indiziert ist, also nach wie vor frei zugänglich… also ist der auch wieder im Set. Ich darf also den Song jetzt spielen, aber natürlich nicht sagen, von welchem Album der ist, weil das wäre ja Werbung für das indizierte Album. Das ist schon eine verfahrene Situation…

Ihr seid ja eine sehr produktive Band und habt jetzt quasi vier Alben in fünf Jahren raus gehauen, geht man nach den Release-Jahreszahlen. Kam das einfach so, oder habt ihr euch gedacht, dass ihr da jetzt noch ein Album nachlegen müsst und deshalb besonders Gas gegeben?
M.: Ne, überhaupt nicht. Wir sind ’ne Band, die nach wie vor gerne neue Songs schreibt… und wenn sich das abzeichnet, dass wieder ein Album veröffentlicht werden kann, buchen wir halt relativ weit im Voraus das Studio. Aber prinzipiell setzen wir uns nicht unter Druck. Ich meine, wir brauchen aber auch immer eine Deadline, die ein bisschen weiter in der Zukunft liegt, um zielgenau arbeiten zu können. Ich persönlich bin relativ faul und da brauche ich dann auch immer ein Bild am Horizont, auf das ich hinarbeiten kann. Das ist echt wichtig.

Habt ihr dann schon neues Material oder konkrete Pläne für ein neues Album?
M.: Also auf dem Legacy-Sampler ist schon ein Song von der kommenden CD, aber prinzipiell lassen wir uns da auf alle Fälle Zeit. Ich meine, Yantit hat jetzt sein drittes Ewigheim-Album fertig gestellt, da ist auch noch ein bisschen Zeit für draufgegangen, dann haben wir ja auch noch MARIENBAD…wir sind also schon gut produktiv unterwegs. Ab und zu fahren wir auch mal durch die Welt und spielen ein paar Konzerte… (lacht)

Und wie entsteht jetzt ein typischer EISREGEN-Song? Schreibt ihr den zusammen im Proberaum oder sitzt da einer alleine am Rechner?
M.: Je nachdem… Yantit hat ein paar Songs zu Hause fertiggestellt, wie „Wechselblag“, und einige Songs sind auch gemeinschaftlich entstanden… das ist mittlerweile auch keine so festgefahrene Schiene mehr, sondern jeder schaut, was kommt. Bursche und Franzi haben auch ein paar Lieder fertiggestellt… das ist so im Verhältnis 50:50 gemeinschaftliches Proben oder eben auch schon Ideen vorher ausarbeiten.

Und wenn du die Texte schreibst, hast du da die fertigen Songs schon vorliegen, oder schreibst du Texte, auf die ihr die Songs dann anpasst?
M.: Das hat sich mittlerweile auch geändert. Früher war es immer hundert Prozent so, dass die Texte schon gestanden haben und wir die Musik dazu gemacht haben, aber das hat sich mittlerweile auch geändert, weil’s einfach interessanter ist, mal Lieder nach den Songtexten zu schreiben und mal fertige Musik mit Texten zu kombinieren. Da ist das Verhältnis mittlerweile auch 50:50, würde ich sagen. Es soll ja auch für uns noch ein bisschen spannend bleiben.

Wenn ich mich recht entsinne, gab es vor ein paar Jahren mal das Gerücht, dass ihr ans Aufhören denkt…
M.: Ja.
… aber das ist erst mal vom Tisch?
M.: Schon, ja. Es war halt auch eine etwas verfahrene Situation damals: Wir hatten Probleme mit ehemaligen Bandmitgliedern, da hat die Bandchemie einfach nicht mehr gestimmt, und das war einfach eine Phase, wo ich mir gedacht habe, dass man, wenn es so weiterläuft, auch einfach mal einen Schlussstich ziehen muss… aber zum Glück hat sich das dann gebessert und mit dem jetzigen Lineup haben wir überhaupt keine Probleme.
Y: Deswegen war das so wichtig, dass das mit West – also dem neuen Bassisten – passt… weil das Menschliche eben immer wichtig ist, damit das nicht wieder so wird wie damals.
M.: Und wenn man selbst mit Unlust zu Proben oder Konzerten fährt, dann macht man irgendwas falsch… und da haben wir jetzt auf jeden Fall den richtigen Weg wieder gefunden.


Du hast es ja vorher schon angesprochen: Ihr beide habt mit MARIENBAD noch ein zweites Projekt gestartet. Oft gründet man ja ein Projekt, um etwas ganz Anderes zu machen, als man bei seiner Stammband macht. Wenn man jetzt MARIENBAD und EISREGEN vergleicht, ist das ja grundsätzlich schon eine ähnliche Richtung…
[Skeptischer Blick von M.]
…oder nicht?
M.: Würde ich nicht sagen, nein. Das ist schon von der textlichen Seite komplett unterschiedlich… und auch musikalisch ist das ja schon eher ruhigere und atmosphärischere Musik. Gerade auch durch den Gesangsstil, der sich ja weitgehend im Cleanen Bereich bewegt, wäre es ein Album gewesen, das einfach nicht zu EISREGEN gepasst hätte. Das Album ist auch zwischen uns beiden entstanden, die anderen Mitglieder hätten da keinen Einfluss drauf gehabt. Schon deshalb wäre da eine Trennung dagewesen… also ich sehe da schon eindeutige Aspekte, die die Bands voneinander trennen. Schon alleine deshalb hätte es keinen Sinn gemacht, es als EISREGEN herauszubringen, auch, wenn wir dann mehr verkauft hätten. Aber das ist dann nicht der Aspekt, der da zählt. Das ist von vorne herein so konzipiert und auch über anderhalb Jahre entwickelt.

Das merkt man dem Album auch an… es ist ja in der Tat ein recht elaboriertes Konzeptalbum. Wie seid ihr auf die die Thematik gestoßen?
M.: Ich habe halt schon persönliche Erinnerungen durch meine Großmutter… im Booklet ist aber eigentlich auch der ganze Ablauf beschrieben, wie es zu dem Album gekommen ist…
Ich habe nur eine online-promo bekommen… (lacht)
M.: …deswegen lässt sich das für die Fans, die es sich gekauft haben, schön nachvollziehen, deshalb erübrigt sich ja jetzt die Frage. (lachen)
Ne, das war eben eine Geschichte, die ich seit Jugendzeit mitverfolgt habe, durch alte Legenden, Mythen, und auch ein paar Sachen natürlich hinzugefügt, dass es interessant wird. Aber das war schon eine Sache, die ich selbst sehr interessant fand, und eben auch persönliches Interesse daran hatte, weil meine Großmutter eben auch aus der Gegend da kam. Natürlich haben wir auch die Ortsnamen geändert, weil der original tschechische hätte sich nicht für einen Bandnamen geeignet… MARIENBAD ist da einfach so ein Fake-Begriff, der das dann übergreift, weil er einfach marketingtechnisch interessanter ist.

Den habt ihr euch dann einfach überlegt, oder wie?
M.: Ja genau, Fakt und Fiktion halten sich da ungefähr auch die Waage.

Du hast ja bereits angemerkt, dass die Texte sich stilistisch ziemlich unterscheiden, da stimme ich auch durchaus zu, sind sie doch deutlich subtiler als die von EISREGEN. Ist das Absicht gewesen, also hast du da beim Schreiben drauf geachtet, dass sich der Stil von dem von EISREGEN unterscheidet?
M.: Ja sicher… das ist halt auch daraus ergeben, dass Vieles eben auf Fakten basiert… da kann man dann auch nicht so viel hineininterpretieren, wie man die Möglichkeit bei EISREGEN hat. Deswegen war das auch etwas, was MARIENBAD für mich interessant gemacht hat: Das Bearbeiten von Fakten und Einbringen in ein Gesamtkonzept.

Du hast grade schon angesprochen, dass ihr vermutlich mehr verkauft hättet, hättet ihr das Album als EISREGEN-Album verkauft. An was für ein Zielpublikum habt ihr das Album adressiert? Glaubst du, dass die EISREGEN-Fans das Album auch mögen?
M.: Das war mir eigentlich komplett egal… das ist eine Arbeit, die man unter künstlerischen, nicht unter marketingtechnischen Aspekten angeht…deswegen…
Ein Zielpublikum ausarbeiten ist dann immer Sache der Plattenfirma. Wir haben die Platte so gemacht, wie wir das für richtig gehalten haben, wie sie dann vermarktet wird, liegt dann nicht mehr an uns…

Und wie sieht es mit Feedback aus? Habt ihr da von EISREGEN-Fans eines bekommen und könnt ihr sagen, ob die EISREGEN-Fans im Großen und Ganzen mit dem Album etwas anzufangen wissen?
M.: Die Reaktionen waren schon durchweg positiv eigentlich, und wir haben auch positive Reaktionen aus anderen Lagern bekommen, die EISREGEN gerade wegen der Splatter/Gore-Thematik eigentlich komplett ablehnen, aber mit der MARIENBAD trotzdem etwas anfangen konnten. Auch aus den Reviews hat man das oft herausgelesen…

Und ist das jetzt ein Projekt, das längerfristig angelegt ist, oder war das eine einmalige Sache?
M.: Wir haben uns auf alle Fälle die Option offengehalten, das fortzusetzen, nur ist das natürlich auch eine Zeitfrage, ganz klar. Wir haben jetzt noch nicht daran weitergearbeitet, aber wenn sich die Zeit findet… also das Interesse ist auf alle Fälle da. Wir haben da ja jetzt auch keinen Zeitrahmen, den wir unbedingt einhalten wollen oder müssen.Wir lassen uns da generell nichts von der Plattenfirma vorgeben, auch bei EISREGEN nicht, deswegen sind wir da auch echt frei in der Entscheidung, wann wir da wieder was angehen.

Habt ihr grundsätzlich schon mal drüber nachgedacht, MARIENBAD-Material live umzusetzen, entweder im Rahmen eines EISREGEN-Auftritts, oder vielleicht sogar separat?
M.: Eigentlich nicht, nein. Weil erstens sind auch die anderen Musiker stark eingespannt, gerade Konstanz ist ja auch bei Vision Bleak und Ewigheim stark eingebunden, und prinzipiell ist’s auch eine Sache, die sich nicht so für ein Konzert anbieten würde. Durch das Konzept müsste man das Album auch in der Reihenfolge aufführen… ich meine, das wäre schon auch mal was Anderes, aber…
Y.: Von der Instrumentierung her ist’s auch schwierig, da müsste man viel mit Playback arbeiten, weil man hat ja nicht die Möglichkeit, da ein halbes Orchester hinzusetzen… das geht nicht…
M.: …und das hat dann ja auch nicht so viel mit einem Livekonzert zu tun. Deswegen ist das eigentlich mehr als Studioprojekt geplant und konzipiert.

Ok, ich wäre dann mit meinen Fragen durch! Vielen Dank euch beiden für eure Zeit und viel Erfolg beim Gig nachher!


Live-Fotos von: Moritz Grütz

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