Interview mit Frost von Satyricon

Bisweilen hat man als Fragesteller das Gefühl, man müsste seinem Gegenüber jede Antwort aus der Nase ziehen. Bei dem vor der SATYRICON-Show in München geführten Gespräch mit Schlagzeuger Frost war das nicht der Fall: Auch ohne viele Fragen gewährt der gut 20minütigen Quasi-Monolog tiefe Einblicke in die Welt von SATYRICON, die Schlagzeugphilosophie einer Black-Metal-Legende und die Ansichten des Norwegers zum schleichenden Wandel der Szene. Ein „Interview-Essay“ von und mit Frost.

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Die Tour läuft jetzt schon einige Zeit – seid ihr bisher zufrieden, wurden eure Erwartungen erfüllt?
Wir erwarten nicht, alles vorhersehen zu können, was auf einer Tour passiert. Aber wir empfinden große Freude darüber, mit einem Album zu touren, das wir sehr mögen und das sehr wichtig für uns ist, musikalisch und auf persönlichem Level. Und es bedeutet uns sehr viel, zu sehen, dass die Fans das Album so enthusiastisch annehmen. Das Material funktioniert live einfach perfekt: Es sind Songs dabei, die schon voll etabliert sind und dem Publikum jetzt schon sehr vertraut vorkommen, obwohl sie ja noch gar nicht lange veröffentlicht sind. „Instant-Klassiker“, so zu sagen. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Es freut uns sehr, dass unsere Hörer unsere Leidenschaft für das neue Material teilen.
Für uns war das ein sehr großer Richtungswechsel, insofern ist es mehr als befriedigend zu sehen, dass die Fans uns folgen. Das macht uns sehr glücklich.

Satyricon-01Das Album ist schlicht „Satyricon“ betitelt – ein Kniff, der einer Band in ihrer Karriere nur einmal zur Verfügung steht. Was hat euch die Gewissheit gegeben, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, dass dieses Album das Richtige dafür ist?
Es umspannt alles, worum es bei dieser Band geht, musikalisch und spirituell. Es ist wie eine Reise in die musikalische Landschaft, die SATYRICON ausmacht. Ich finde, es stellt auf viele Arten das Puzzle-Stück dar, das bislang gefehlt hat und das wir erst gefunden haben, als wir an diesem neuen Album gearbeitet haben. Dabei geht es vor allem um die Dynamik: „Satyricon“ ist sehr dynamisch und progressiv, wir wachsen in diese langsamen Passagen hinein, in denen wir alles etwas zurückschrauben, die Temperatur der Musik herunterkühlen. Die Band klingt an diesem Punkt in sich sehr in sich geschlossen. Satyr und ich mussten dazu zuerst einen Entwicklungsprozess durchlaufen und tun das vielleicht auch mit einer Tour wie dieser immer noch. Wir mussten als Musiker, als Künstler wachsen … wir mussten etwas bewältigen, was für uns sehr neu war.

Ich finde, das Album fühlt sich sehr vollendet an. Es ist sehr vielseitig, jeder einzelne der Songs passt perfekt. Satyr arbeitet immer sehr intensiv an der Songreihenfolge: Jeder Song klingt anders, aber wenn die Reihenfolge stimmt, bekommst du ein Album. Wir wollten, dass es nach einer zusammenhängenden, langen Reise klingt. Es fängt irgendwo an und wenn du am Ende angekommen bist, sollst du das Gefühl haben, dein Ziel erreicht zu haben – auch wenn du die Erfahrung vielleicht trotzdem noch einmal machen möchtest. Das Ganze ist eine lange, kontinuierliche Wanderung. Und damit eben genau dieses Gefühl einsetzt und sich das Album nicht nur wie eine Ansammlung von guten Songs anhört oder anfühlt, muss eben die Abfolge der einzelnen Stücke richtig sein.
Aber ich finde, Satyr hat das perfekt gemacht: Wir hätten keine bessere Reihenfolge für die Songs finden können. Das zeigt, dass sich auch die Arbeit, die man in ein solches Detail steckt, auf das andere vielleicht kaum einen Gedanken verschwenden würden, auszahlt. All das spielt zusammen und weckt dieses Gefühl von Geschlossenheit eines Werkes, das nach der Band benannt ist.

Hast du beim Songwriting auch Einfluss auf die Riffs oder konzentrierst du dich auf das Schlagzeug …
Wenn du bereits einen Mozart in der Band hast, dann versuchst du nicht, in die Arbeit dieses Komponisten einzugreifen, wenn du verstehst, was ich meine. Meiner Ansicht nach ist Satyr ein phantastischer Komponist. Er war immer schon gut, aber ist mit den Jahren nochmal unglaublich viel besser geworden. Mit dem neuen Album sticht er als Komponist im Black-Metal-Genre wirklich hervor. Natürlich muss sich darüber jeder seine Meinung bilden, aber ich weiß, dass viele unserer Fans genauso fühlen und viele Journalisten haben uns das auch bestätigt.

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Wenn man also einen so großartigen Komponisten in der Band hat, würde es nur stören, wenn sich da noch jemand einmischt und etwas Eigenes einzubringen versucht. Er denkt immer mit Blick auf das große Ganze, ganz genauso wie die großen klassischen Komponisten, die auch immer alleine gearbeitet haben: Das ist etwas sehr sehr Besonderes, was da passiert, und das Resultat ist als Gesamtwerk die Arbeit eines einzelnen Genies.

SATYRICON wurde über die Jahre mehr und mehr damit vergleichbar: Ich will Satyrs Kompositionen unterstützen, etwas bei der Entwicklung von rhythmischen Patterns und Beats beitragen, die das betonen und unterstreichen, was meinem Gefühl nach schon da ist. Manchmal versuche ich aber auch einfach, seine Anweisungen dahingehend, wie die fertigen Songs klingen sollen, auszuführen.
Sehr oft versuche ich, es so hinzubekommen, dass das Schlagzeug eher als Rückgrat der Band fungiert. Manchmal müssen die Gitarren den Raum haben, das führende Instrument zu sein und manchmal der Gesang – aber manchmal ist es eben auch das Schlagzeug, das in den Vordergrund rücken kann und mit zusätzlichen Details und der Intensität, mit der sie gespielt werden, zum Leben erwacht. Aber ich versuche, immer sehr musikalisch zu denken, wenn ich das Schlagzeug entwerfe.
Ich arbeite auch immer sehr eng mit Satyr zusammen, um die richtigen rhythmischen Lösungen zu finden, weil sie sich einfach natürlich in das Gesamtbild integrieren müssen. Der Fluss und die Entfaltung der Songs würde sonst nur gestört oder wären zumindest nicht so gut, wie sie sein könnten. Das ist wirklich viel Arbeit – grade, was sich einfach anhört, ist oft das Ergebnis von schier endlosem Herumprobieren mit tonnenweise Ideen, bis man dann herausfindet, dass etwas sehr gradliniges am Ende doch das ist, was am besten funktioniert.

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Komponierst du das Schlagzeug dabei richtig aus oder entsteht das auch mal spontan?
Da gibt es nicht eine universelle Vorgehensweise, sondern verschiedene Ansätze bei verschiedenen Songs oder verschiedenen Themen. Aber natürlich probierst du viel herum und scheiterst oft, bis du irgendwann etwas findest, das sehr gut dazu passt. Insofern ist das natürlich immer eine Art Findungsprozess, bei dem du verschiedene Ideen ausprobierst. Manchmal hast du eine sehr klare Vorstellung, wie das Resultat klingen soll und manchmal ist es erst einmal eher unklar. Dann gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten und je nachdem, wie man sich entscheidet, kann das auf gewisse Weise sogar den ganzen Song in die eine oder andere Richtung lenken.

Bei dem Album jetzt haben wir in der initialen kreativen Phase mit dem Großteil des Materials gejammt. Das habe ich bisher eigentlich nicht gemacht – bisher war es immer so, dass die Gitarrenthemen das Grundgerüst der Songs gebildet haben und ich zu diesen fixen Themen dann eben gute rhythmische Lösungen gesucht habe – teils danach, was ich empfunden habe, teils nach Instruktionen von Satyr, wenn er selbst schon Ideen hatte.
Dieses Mal war ich immer schon dabei, wenn Satyr die Ideen entwickelt hat und habe einfach direkt mitgespielt … und manchmal hat das, was ich gespielt habe, sicher auch beeinflusst, wie er weitergemacht hat.

Wir haben uns also gegenseitig inspiriert, deshalb gab es dieses Mal deutlich mehr musikalische Flexibilität, mehr Innovation aus dem Moment heraus. Das war auch für uns eine ganz neue Art, Songs zu schreiben und es hat für das Album sehr gut funktioniert. Ich denke, wir haben dabei auch sehr sehr wertvolle Erfahrungen gemacht.

Satyricon-STPhoenix“ sticht aus dem Album-Kontext etwas heraus. Hast du das Gefühl, die Fans mögen diesen Song besonders, oder habt ihr zu diesem doch recht ungewöhnlichen Stück vielleicht sogar negatives Feedback bekommen?
Im Endeffekt ist bei dem Song nur ein einziges Element ungewöhnlich – das ist der Gesang. Wenn der Gesang nicht so klingen würde, wie er klingt, wäre das Stück ein klassischer Black-Metal-Song. Ich erinnere mich noch gut daran, wie der Song im klang, als wir ihn geprobt haben, also bevor wir die Vocals gehört hatten – da war er wirklich noch ein klassisch norwegischer Black-Metal-Song: Voller Melancholie, disharmonischen Akkorden, sehr düster und … auf gewisse Weise sehr nah an der sehr kalten und bösen Atmosphäre, die wir mit SATYRICON beispielsweise auf „Rebel Extravaganza“ sehr intensiv gepflegt haben. Diese richtig schaurigen „voivodesken“ Akkorde und all das.
So hat sich der Song angefühlt, bevor der Gesang dazukam. Die Gesangsspuren haben dem Stück dann etwas gegeben, das es sehr speziell macht. Es fühlt sich immer noch nach SATYRICON an – nur eben mit einem zusätzlichen Element, das für uns natürlich sehr exotisch ist, aber perfekt zum Song und dem Album passt. Ich könnte mir nicht mehr vorstellen, dass an der Stelle etwas anderes käme – insofern sind wir sehr glücklich damit, wie dieser Song geworden ist.

Ihr habt das Stück unlängst in Oslo mit Orchester live gespielt – was war das für dich für eine Erfahrung, verglichen mit einem gewöhnlichen Auftritt mit SATYRICON?
Ja … es hat sich sehr feierlich angefühlt … sehr zeremoniell … sehr leibhaftig.
Natürlich wird deine Stimmung durch solche sehr speziellen äußeren Umstände stark beeinflusst. Aber das ist auch genau so eine Art Ereignis, wie es sehr gut zu SATYRICON passt. Wir haben hart dafür gearbeitet und die Band erstrahlt bei solchen Gelegenheiten in besonderem Glanz – insofern denke ich, wird man derartiges noch öfter sehen.

Verglichen mit Alben wie „Volcano“ oder „Rebel Extravaganza“, auf denen du dich am Schlagzeug voll ausleben konntest, ist das Drumming auf den aktuellen Alben auf das Nötigste reduziert. Vermisst du diese Freiheit manchmal?
Nein, das muss ich nicht vermissen. Wenn es wirklich etwas gibt, auf das die Welt gewartet hat, dann ein Album, das genau das alles nicht hat. Ich teile auch diesbezüglich weitestgehend Satyrs Auffassung – wir sind diese ganzen Alben leid, die diese unzähligen Blastbeat-Passagen und Fills nur um ihrer selbst Willen haben. Dieses ganze übertriebene Herumgespiele, das am Ende klingt, als wären Schreibmaschinen ein essenzieller Teil des Soundgefüges. Auch wenn dabei am Schlagzeug viel passiert, hört es sich nicht schnell an … es fühlt sich nicht intensiv an und schon gar nicht lebendig. Insofern ist es überflüssig.
In die Musik, die wir heute schreiben, viele Blastbeats einzubauen, würde sich einfach nicht natürlich anfühlen. Ich meine, das würde das Album einfach komplett zerstören. In manchen Musikrichtungen würden Blastbeats generell die gesamte Atmosphäre zerstören – warum sollte man sie dann einsetzen?

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Ich finde, wir sind an einem völlig falschen Punkt angelangt, wenn es der Standard geworden ist, immer unzählige Blastbeats und tausende Fills zu verwenden. Das ist ein Death-Metal-Ding: Death Metal ist technisch und komplex. Death Metal definiert sich ja zum Teil genau darüber. Aber bei Black Metal geht es um Atmosphäre und diesbezüglich kannst du eine bestimmte Stimmung oder ein bestimmtes Gefühl in der Musik auf verschiedene Arten ausdrücken. Aber ich denke, dass hohe Tempi zumeist nicht der richtige Weg sind, echte Dunkelheit zum Ausdruck zu bringen.
Du kannst dadurch vielleicht Intensität ausdrücken, aber bei Black Metal geht es in erster Linie um düstere Stimmung. Die kannst du dann natürlich schon mit Intensität und anderen Elementen kombinieren, die dieses Extreme und Böse, das typisch für das Genre ist, in sich tragen.
Aber für mich klingt ein Album wie das neue SATYRICON-Album so viel düsterer und böser und so viel gefährlicher … weil es lebendig ist und eben all diese Elemente nicht hat, die zu Standards geworden sind. Wie eben schnelles Drumming, nur weil die Leute das erwarten.
Alles ist so durchdacht, dass das Material lebendig wird: Wenn wir an einer Stelle Gas geben, dann fühlt man, dass sich das Ungeheuer wirklich bewegt. Aber es bewegt sich mit einer natürlichen Geschwindigkeit – man hat das Gefühl, dass da etwas Lebendiges ist, das sich wirklich bewegt.

Meiner Ansicht nach hört sich ein Album wie „Reign In Blood“ viel schneller an als ein Großteil aller Death- und Black-Metal-Alben, deren Geschwindigkeit nur auf Blastbeats basiert. Auch wenn Dave Lombardo diesen typischen Skank Beat spielt, packt er so viel Schwung und Vorwärtsdrang in seine Beine, dass du wirklich das Gefühl bekommst, dass sich da etwas bewegt – und zwar wirklich schnell. Wohingegen bei typischen Blastbeats eher der Eindruck einer fließenden Bewegung entsteht … es fließt, aber es fühlt sich nicht lebendig an. Deshalb müssen Blastbeats müssen wirklich sorgfältig und überlegt eingesetzt werden.

Auf einem Album wie unserem aktuellen wären sie, wie gesagt, einfach über weite Strecken unangebracht. Es kommt vor, dass wir das Tempo etwas anziehen, aber wir achten darauf, dass die Art dieser Geschwindigkeitserhöhung natürlich klingt und zur Stimmung passt. „Walker Upon The Wind“ ist da ein Beispiel, da geht es bisweilen ja fast thrashig zu. Der Song hat ein paar sehr ursprüngliche, barbarische Charakterzüge wie ein wildes Tier und fühlt sich sehr aggressiv an. Das Gleiche gilt für „Ageless Northern Spirit“: Wo der Song Geschwindigkeit aufnimmt, kommt etwas Großes in Bewegung.

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Eine letzte Frage, da die Zeit leider etwas drängt –
Ja, ich versuche, mich kurz zu fassen!
Black Metal scheint in Norwegen heutzutage ja ein gesellschaftlich anerkanntes „Exportgut“ geworden zu sein, auf das man als Nation stolz ist.
Als ihr vor knapp 20 Jahren mit SATYRICON angefangen habt, wäre das wohl genauso wenig denkbar wie erwünscht gewesen. Wie beurteilst du als Black Metaller der ersten Stunde diese Entwicklung, von der ihr als Band sicher auch profitiert habt, aus heutiger Sicht?

Ich denke, was die Leute nicht vergessen dürfen, ist, dass Black Metal wie ein lebendiger Organismus ist. Es ist eine von Menschen gemachte künstlerische Ausdrucksform, sehr extrem und sehr speziell – aber das kann man über verschiedenste andere Ausdrucksformen in der Kunst genauso sagen. Da gibt es ja die abgefahrensten, düstersten Randerscheinungen, gespeist aus den unergründlichen Quellen des menschlichen Geistes.
Aber auch diese werden nach einem natürlichen Muster erschaffen und weiterentwickelt. Und genau so ist es auch mit dem Black Metal: Es fing mit einer Idee an, die ins Leben geworfen wurde und jetzt wächst – ohne, dass diejenigen, die die Idee in die Welt gesetzt haben, die Kontrolle darüber hätten. Das Ganze entwickelt einfach ein Eigenleben.

Mittlerweile werden neue Orte, neue Hörer erreicht – und plötzlich befassen sich Leute damit, die sich früher nicht im Ansatz vorstellen konnten, damit je in Berührung zu kommen, weil sie nicht erwartet hätten, dass es ihnen gefällt. Aber vielleicht haben sie trotzdem einen Zugang gefunden, und so entstehen neue Subgenres. Manche sagen dann, der Grundgedanke würde verwässert … aber das Herzstück bleibt ja immer bestehen! Alles, was damals Anfang der 90er existierte, als das Genre vor allem von den Norwegern neu belebt wurde – sie waren natürlich nicht die einzigen, aber sie haben die Bewegung angeführt und waren die Kreativesten – ist heute ja immer noch da. Vielleicht muss man heute etwas länger danach suchen, weil das ganze Gebilde so viel größer geworden ist und einen so großen Körper entwickelt hat – aber es ist noch da.

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Sich über die Tatsache, dass es so gekommen ist, aufzuregen, ist schlichtweg sinnlos: Genau wie ein Mensch die Pubertät erreicht und sich dabei verändert passiert auch das einfach. Also kommt damit klar! Die Leute sollten sich einfach das heraussuchen, was sie in diesem Genre mögen – sich darüber zu beschweren, was man nicht mag, ist Unsinn. Das, wonach du suchst, wenn du nach der Essenz, dem ursprünglichen Funken suchst, wird da sein. Also sucht danach! Und wenn ihr selbst ein Teil davon sein wollt, ist es ja jedem freigestellt, sich einzubringen und alles mehr in eine bestimmte Richtung zu bewegen.

Wir bei SATYRICON haben unsere eigene Meinung dazu, wie Black Metal klingen sollte. Dabei sind uns Authentizität und Hingabe sehr wichtig: Die Flamme lodert heute vielleicht sogar stärker als damals, als wir Teenager waren. Wir versuchen, dem nachzugehen und wollen Black Metal so machen, wie es uns richtig erscheint – kreativ und ständig in Weiterentwicklung begriffen. Wir stellen den konservativen Ansatz immer wieder in Frage, weil wir das Gefühl haben, dass Black Metal nicht konservativ sein kann. Das ist unsere Sicht der Dinge, deshalb verfolgen wir diesen Weg. Wenn jemand dem Ganzen eine andere Richtung geben möchte, muss er das selbst in die Hand nehmen und sein eigenes Ding machen.

Vielen Dank für deine Ausführungen, wir bedanken uns für das Gespräch!

Zum Konzertbericht …

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2 Kommentare zu “Satyricon”

  1. maks

    „Wir stellen den konservativen Ansatz immer wieder in Frage, weil wir das Gefühl haben, dass Black Metal nicht konservativ sein kann.“

    eine wirklich essentielle aussage. generell ein interview mit bemerkenswerten antworten.

    die so oft gehörte aussage, dass Bm tot sei und nach den 90zigern nichts mehr interessantes kam, halte ich eh für nonsens. meiner meinung nach brauchte der BM lange zeit um sich von burzum, darkhtrone, mayhem etc zu emanzipieren und sich ein wirkliches profil zu geben. genannte drei bands haben den standard festgelegt, für die ewigkeit. warum also immer wieder versuchen nach zu machen und scheitern. bands wie funeral mist, deathspell omega, watain , enslaved, satyricon, wolves in the throne room, shining, peste noire bildeten die dringend benötigte bluttransfusion, da sie weitergingen, entwickelten und neues etablierten. ob man sie nun mag oder nicht, genannte bands haben mit dafür gesorgt, den grundgedanken des BM in die gegenwart zu übertragen. man sollte neues land betreten, umstürzen, eigene wege gehen, musikalisch radikal sein (nicht nur im sound, auch in der komposition). und so sorgen sie dafür, dass BM für mich seit 20 jahren die interessanteste musikrichtung darstellt, die fernab sonstiger üblicher rocker und metaller klischees wahrhafte künstlerische perlen hervor bringen kann.

    man muss diese entwicklung nicht mögen, aber man muss sie respektieren.

    1. Philipp

      So sehr ich Black Metal klassischer norwegischer Prägung auch liebe, wären alle Bands so, würde mir der Black Metal wohl recht schnell langweilig werden. dass das nicht so ist machen Bands wie von maks genannte möglich. Beachtenswerte Aussage von Satyricon.

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