Amaranthe w/ Santa Cruz, Engel

  • Gruenspan, Hamburg
  • 13. März 2015

Von gelebter Retrowelle, growlenden Engeln und den spielfreudigen Amaranthe

2008 noch als „AVALANCHE“ gegründet, mussten die Schweden um Olof Mörk und Jake E aufgrund von Urheberrechtsstreitigkeiten 2009 einen neuen Namen finden. Seither sind sie als „AMARANTHE“ auf Siegeszug. Das visuelle Konzept von „Die Schöne und das Biest“ wurde hier musikalisch umgesetzt, Elizes tolle weibliche Stimme trifft auf Hendriks hartes Death-Metal-Gegrunze. Aber die sechs Schweden gehen noch weiter. So liefert Frontmann Jake E mit seiner ebenfalls hohen Melodic-Klarstimme einen zusätzlichen Kontrastpunkt. Moderne Keyboard- und Gitarrenelemente machen den Sound hittauglich. Den nun noch nötigen Wumms liefert Morten an seinen Drums. 2013 tourten sie mit Stratovarius durchs Land. Nun sind sie wieder unterwegs durch Europa und für vier Termine auch in deutschen Clubs zu Gast. Im Gepäck ihr aktuelles Album „Massive Addictive“.

Freitag, der 13.! Was mag der Tag wohl bringen? Für mich alles andere als einen Pechtag. Schon am Morgen strahlt, zumindest in Hannover, die Sonne. Ich strahle mit, denn heute darf ich endlich die Nordlichter AMARANTHE live erleben.
Als ich das Gruenspan erreiche, parkt bereits der Tourbus der Schweden davor. Im Saal suchen sich die Fans einen Platz um eine gute Sicht auf die Bühne zu erhaschen, aber auch noch die Möglichkeit zum ausgelassenen Headbangen zu haben.

Pünktlich 20 Uhr entern die Finnen von SANTA CRUZ die Bühne. Optisch wie auch musikalisch schwimmen die Jungs auf der Retrowelle und versetzen die Gäste in die 80er Jahre zurück. Sie spielen feinsten Glam Rock und für ihre Bewegungsfreude scheint die Bühne zu klein dimensioniert zu sein. Es wird gesprungen und geheadbangt, als gäbe es kein Morgen. Die Besucher gehen mit und im Gruenspan steigt die Temperatur deutlich an.

Kurze Umbaupause und schon geht es weiter. ENGEL kommen alles andere als heilig rüber. Eine dunkle Mischung aus Death Metal und Industrial erfüllt den Saal. Wikipedia spricht zwar von Melodic, jedoch fehlt mir dieses Element an diesem Abend gänzlich. Die Unmenge an Growls und das musikalische Geschrammel machen es mir fast unmöglich, etwas wie Melodie oder gar Text herauszufiltern. Dies jedoch nur aus meiner Sicht, für mich muss Musik etwas melodischer sein. Aber ich komme trotzdem nicht umhin zu sagen, dass Hamburg die Band mit Begeisterung aufgenommen hat. Freude in den Gesichtern, ausgelassenes Headbangen und in die Höhe gereckte Hände. Geschmack ist halt verschieden und das ist gut so.

Endlich 22.00 Uhr. Das Intro der Headliner AMARANTHE startet, die Bühne ist in blaues Licht getaucht und die Bandmitglieder treten einzeln auf die Bühne. Bereits der Opener „Digital World“ kommt energiegeladen daher. Das Zusammenspiel von Klargesang und den „bösen“ Death-Metal-Growls haben mich einst auf die Band aufmerksam gemacht und seither nicht mehr losgelassen. Mit „Hunger“, „Razorblade“ und „1.000.000 Lightyears“ finden auch Songs der Vorgängeralben einen Platz auf der Setlist. Die Spielfreude der Schweden ist immens und überträgt sich auf die Fans. Diese erweisen sich als äußerst textsicher. Aber es wird nicht nur mitgesungen. Im Gruenspan wird gefeiert, kräftig das Haupthaar geschwungen und die „Pommesgabeln“ in die Höhe gereckt. „Over and Done“ kommt ruhig und balladenhaft daher. Aber nur eine kurze Verschnaufpause, denn „Trinity“, „Afterlife“ und „Electroheart“ heizen wieder so richtig ein. Wer hier ruhig in der Ecke stehen kann, ist definitiv falsch am Platz.

Während im Gruenspan die Fans AMARANTHE nicht ohne Zugabe gehen lassen und diese auch bekommen, sitze ich bereits wieder im Bus gen Heimat. Öffentliche Verkehrsmittel warten leider nicht und Fahrpläne richten sich nie nach persönlichen Bandvorlieben und der abendlichen Running Order. Aber nichtsdestoweniger war es für mich ein wundervoller Tag, ein unvergesslicher Abend und es bleibt die Gewissheit beim nächsten Konzert wieder dabei zu sein.

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Fotos von: Jan Termath

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