CD-Review: Ahab - Live Prey

Besetzung

Daniel Droste – Gesang, Gitarre
Christian Hector – Gitarre
Stephan Wandernoth – Bass
Cornelius Althammer – Schlagzeug

Tracklist

01. Below The Sun
02. The Pacific
03. Old Thunder
04. Ahab's Oath
05. The Hunt


Seit nunmehr 16 Jahren begeistern AHAB ihre Fans weltweit mit ihrem bedrohlich-monumentalen Funeral Doom. Vier Alben haben die Heidelberger in dieser Zeit veröffentlicht, unzählige Male live gespielt. Die Kombination aus beidem – das erste Live-Album der Nautic-Doom-Metaller – erscheint nun unter dem Titel „Live Prey“.

Bei Albumlängen von traditionell mehr als einer Stunde dürfte es schon von Haus aus eine Herausforderung sein, ein Live-Set zusammenzustellen, das das aktuelle wie auch das alte Material gleichermaßen repräsentiert – für das erste Live-Album könnte einem das Kopfzerbrechen bereiten. AHAB umschiffen dieses Problem so elegant, wie es nur alte Seebären können: Für den mitgeschnittenen Abend im Kassablanca Gleis 1, Jena, konzentrieren sie sich komplett auf Songs des Debüt-Albums „The Call Of The Wretched Sea“.

So reiht sich auf „Live Prey“ gerade für langjährige Fans ein Hit an den nächsten – wenngleich AHAB „The Sermon“ ausgespart haben und die Tracklist minimal umgestellt haben. Schon die mystisch verhallten ersten Töne des Album- und Konzert-Openers „Below The Sun“ ziehen den Hörer hinab in die Tiefe. Deren bedrohliche Dunkelheit spiegelt sich in den Live-Mitschnitten von Klassikern wie „The Pacific“ oder „Old Thunder“ ebenso wider wie in deren altbekannten Album-Versionen. Natürlich klingt der Konzertmitschnitt dabei nicht ganz so (kraft-)voll wie das wuchtige „The Call Of The Wretched Sea“, was gerade beim Einstieg zu „The Pacific“ auffällt – spielen jedoch alle vier Musiker, bekommen AHAB auch auf „Live Prey“ eine beachtlich fette Soundwand aufgestellt, die sie gleichermaßen transparent wie druckvoll auf der Live-Aufnahme festhalten konnten.

So ist gar nicht zu jeder Zeit erkennbar, dass es sich bei „Live Prey“ tatsächlich um eine Live-Aufnahme handelt. Das liegt jedoch nicht nur am beachtlich differenzierten Sound, sondern auch daran, dass auf dem ganzen Album quasi kein Publikum zu hören ist: Ob das dem Mix beziehungsweise der Aufnahme geschuldet ist oder ob die Fans von der Performance schlichtweg so gebannt waren, dass sie das Klatschen vergessen haben, lässt sich nicht sagen. Fakt ist, dass „Live Prey“ nicht zuletzt durch die Samples, die die Songs verbinden, fast eher wie ein live im Studio aufgenommenes Album als nach mitgeschnittener Clubshow klingt.

Zugegeben: Durch diesen Umstand verliert „Live Pray“ etwas an Live-Charakter und somit irgendwie an Identität – sieht man davon jedoch ab und fokussiert sich auf die Songs statt die Sekunden dazwischen, kann man AHAB zu einem mehr als gelungenen Live-Album-Debüt gratulieren. Als nächstes dann „The Divinity Of The Oceans“, oder?

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Bewertung: 8 / 10

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