CD-Review: Dead Lord - Goodbye Repentance

  • Veröffentlichung: 2013
  • Label: High Roller
  • Spielart: Rock
Besetzung

Hakim Krim – Gesang, Gitarre
Olle Hedenstrom – Gitarre
Tobias Lindkvist – Bass
Adam Lindmark – Schlagzeug

Tracklist

01. Hank
02. Hammer To The Heart
03. Onkalo
04. Goodbye Repentance
05. Because Of Spite
06. Envying The Dead
07. No More Excuses
08. Ghost Town


Es ist lange her, seit ich ein Album gehört habe, das so dermaßen aus der Zeit gefallen zu sein scheint wie „Goodbye Repentance“ von DEAD LORD. Und es ist auch lange her, seit ich ein Album gehört habe, dass so liebevoll seinen Helden huldigt, ohne dabei kopierend zu wirken, dessen unprätentiöse Art nicht nur Spaß macht, sondern gleichzeitig eine herzliche Hommage darstellt. DEAD LORD schaffen das – in puncto Originalität werden sie zwar keinen Blumentopf gewinnen, aber dafür für ihre Interpretation letztlicher zeitloser Rockmusik.

Die Band, die bei den Schweden als Tributgegenstand permanent präsent ist, ist unleugbar Thin Lizzy, vor allem deren Scheiben, die in den späten 70er aufgenommen wurden und hier und da scheint auch schon etwas von der die 80er einläutende Heavy-Attitüde durch. Es gibt also Unmengen an zweistimmigen Gitarren-Leads, kernige Riffs, wummernde Bassläufe und den musikalischen Ausdruck eines ganz bestimmten Lebensgefühls, dessen tragisch-heroischer Protagonist nicht zuletzt Phil Lynott war – dessen Lebensstil, den man wohl exemplarisch hinter dem Albumtitel „Goodbye Repentance“ vermuten darf, ihm zwar ein frühes Ende auf Erden, aber vermutlich Unsterblichkeit im Gedenken an ihn verschafft hat.

Phil Lynott kann auch hinsichtlich des Gesangs als Leitbild verortet werden, wobei Sänger Hakim Krim nicht über den weichen, beinahe schon in den Soul tendierenden Klang des Iren verfügt, sondern eher quäkend, rotzig daherkommt. Das wirkt unterm Strich ziemlich sympathisch und fügt sich nahtlos in das instrumentale Gerüst. Die Band spielt meisterhaft auf der Klaviatur klassischer Rock-Elemente und so ist es wenig verwunderlich, dass „Goodbye Repentance“ eine äußerst vergnügliche Angelegenheit wurde. Neben den fetzigen Midtempo-Rockern gibt es auch eine flottere Nummer („Envying The Dead“) und eine äußerst gelungene Halbballade namens „No More Excuses“, die nochmals zeigt, wie sehr diese Band den Sound der 70er verinnerlicht hat. Top!

Dass „Goodbye Repentance“ das beste Album ist, das Thin Lizzy nicht geschrieben haben, darf mit einem Schmunzeln als mediale Übertreibung abgetan werden. Fest steht, dass DEAD LORD eine wirklich stimmungsvolle Scheibe aufgenommen haben, der man sofort abkauft, dass es sich um eine tiefe, ehrliche Leidenschaft handelt, die die Band antreibt. Für Freunde kerniger Rockmusik (oder schlicht für Thin-Lizzy-Fans) ist die junge Band aus Schweden auf alle Fälle ein heißer Tipp.

Bewertung: 7.5 / 10

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