CD-Review: Dead Lord - In Ignorance We Trust

  • Veröffentlichung: 2017
  • Label: Century Media
  • Spielart: Hard Rock
Besetzung

Hakim Krim - Gesang, Gitarre
Olle Hedenström - Gitarre
Martin Nordin - Bass
Adam Lindmark - Schlagzeug

Tracklist

01. Ignorance
02. Too Late
03. Reruns
04. Leave Me Be
05. The Glitch
06. Kill Them All
07. Never Die
08. Part Of Me
09. They!
10. Darker Times


Der Titel sagt es: Mit „In Ignorance We Trust“ ist die omnipräsente Diskussion über fake news und die massenweise Manipulation und Mobilisierung via halber Wahrheiten und ganzer Lügen im Retro Rock angekommen. Die Schweden von DEAD LORD widmen sich ergo mit ihrem mittlerweile dritten Album in fünf Jahren Bandgeschichte einem hochaktuellen Thema (wenn auch nicht ausschließlich), das sie erwartungsgemäß in ein eher altmodisches – manche würden sagen: zeitloses – musikalisches Gewand kleiden. Und obwohl DEAD LORD seit ihren Gründungstagen dem Phänomenbereich der Retro-Welle zugeordnet werden müssen, stachen sie doch grundsätzlich aus der Masse der Bands gleicher Kontour heraus. Sie waren, so ließe sich das schlicht sagen, einfach besser als der Durchschnitt. An diesem Umstand hat sich auch auf dem neuen Alben nichts geändert.

Das schlichte, mit seinem brennenden Apfel den Problemgehalt von Wahrheit und Lüge auch symbolisch-visuell noch einmal aufgreifende Cover gibt einen ersten Vorgeschmack auf die Ästhetik von „In Ignorance We Trust“. Auch dieses Mal bieten DEAD LORD klassischen, entschlackten Hard Rock mit vielen, ausufernden Gitarren-Leads, durchgehend im Mid-Tempo angesiedelten Rhythmen und der schnarrenden, nicht mehr ganz so quäkenden Stimme von Hakim Krim. An den Ingredienzien, die die früheren Alben zu teils grandiosen Werken werden ließen, hat sich nichts geändert. Aber im Gesamten wirkt „In Ignorance We Trust“ reifer, ausgewogener als seine Vorgänger. Das mag dadurch erkauft sein, dass das Album ein gutes Stück weniger rotzig ist und hier und da, wie etwa bei „They!“, geradezu nachdenklich klingt – aber diese klanglichen Änderungen, die auch damit einhergehen, dass DEAD LORD anno 2017 weitaus weniger nach Thin Lizzy klingen, stehen der Band gut zu Gesicht.

Klarerweise reden wir hier nicht von einer Kehrtwende; Hard-Rock-Fans der ersten Stunde werden sich auch auf „In Ignorance We Trust“ wieder in die gute Alte Zeit zurückversetzt finden. Trotzdem, es gelingt DEAD LORD, zunehmend eigene Akzente zu setzen und gleichzeitig ihre entwickelten Stärken der letzten Jahre erneut aufzugreifen. Vor allem in puncto Melodiearbeit überzeugt die Band auf ganzer Linie und liefert mit dem Opener „Ignorance“, dem darauffolgenden „Too Late“, dem erbarmungslosen Ohrwurm „Kill Them All“, der zudem mit einer Vielzahl cooler Doppel-Leads aufwartet und der zartschmelzenden Ballade „Part Of Me“ eine Handvoll Songs ab, die zeigen, warum die Schweden seit Jahren zu den beliebtesten und erfolgreichsten Vertretern dieses Genres gehören. Dass „In Ignorance We Trust“ es jetzt auf Anhieb in die Charts geschafft hat, ist dabei nur konsequent. DEAD LORD rocken!

Bewertung: 8 / 10

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