CD-Review: Godflesh - Post Self

Besetzung

JK Broadrick - Gitarre, Gesang, Schlagzeug-Programmierung
BC Green - Bass

Tracklist

01. Post Self
02. Parasite
03. No Body
04. Mirror Of Finite Light
05. Be God
06. The Cyclic End
07. Pre Self
08. Mortality Sorrow
09. In Your Shadow
10. The Infinite End


Geschlagene 13 Jahre ließ Justin Broadrick seine GODFLESH-Anhänger warten, ehe er ihnen mit „A World Lit Only By Fire“ endlich den lang ersehnten Nachfolger des 2001 veröffentlichten „Hymns“ schenkte. Glücklicherweise haben Broadrick und sein Mitstreiter G.C. Green seitdem wieder Gefallen an gemeinsamen Musizieren gefunden, sodass eine Trennung wie der sieben Jahre andauernde Split von 2002 bis 2009 nicht erneut bevorstehen dürfte und ihre neue Platte „Post Self“ hoffentlich nicht wieder die letzte vor einer langen Ruhepause sein dürfte.

Dabei kann man nachvollziehen, weswegen „Post Self“ erst das achte Album einer seit 1989 agierenden Gruppe darstellt: Mastermind Broadrick verstrickte sich schlicht zusehends in seine unzähligen weiteren Projekte. Eines davon, Jesu, benannt nach dem letzten Song des (vor der temporären Auflösung) letzten Albums „Hymns“, zieht sich dabei mal mehr, mal weniger deutlich durch die einzelnen Strukturen von „Post Self“. War das Comeback-Album „A World Lit Only By Fire“ (2014) doch eher mittelmäßig und deswegen eine herbe Enttäuschung, weil sich GODFLESH lediglich auf die Wirkung einer beinah schon uninspiriert gespielten achtsaitigen Gitarre und der mechanischen Kühle ihres Drumcomputers verlassen haben, ist „Post Self“ das, was die Stärken von GODFLESH bündelt.

„Parasite“ geht dank eines groovigen Rhythmus schnell in die Beine, hingegen „Be Good“ durch ein spannendes Intro zunehmend auftürmt, ehe das Zusammenspiel von Samples und druckvollem Bass an Fahrt aufnimmt. „The Cyclic End“ stellt wohl die deutlichste Referenz an Jesu dar und wirkt für GODFLESH-Verhältnisse beinah balladesk. Während „Pre Self“ nicht durch galante Melodik auf sich aufmerksamt macht, sondern durch dieses zermürbend abgehackte Spiel, stellt „Mortality Sorrow“ eine gelungene Fusion von Broadricks Liebe zum Elektronischen und dem typischen GODFLESH-Riffing dar.

Der Punkt der oben genannten Aufzählung ist nicht nur die Nennung von hervorstechenden Songs um ihretwillen, sondern das Aufmerksam-Machen auf den Fakt, an dem „A World Lit Only By Fire“ desaströs scheitere: GODFLESH haben wieder zu alter Stärke gefunden. Einer Stärke, in der die Tracks für sich alleine stehend überzeugen können und auf Albumlänge durchweg unterhalten. Somit stellt „Post Self“ das starke Comeback-Album dar, welches die Fans vor bereits drei Jahren verdient hätten.

Bewertung: 8.5 / 10

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