Review Ignite – Ignite

Zoltán „Zoli“ Téglás Ausstieg bei den Hardcore-Veteranen IGNITE ist nun auch schon wieder ein paar Jahre her, doch erst jetzt präsentiert die Band das erste neue Album ohne den charismatischen Frontmann. Selbstbewusst „Ignite“ betitelt, markiert die Scheibe nicht nur den Einstand von Eli Santana am Mikro, sondern auch eine Hinwendung zum klassischen Melodic Hardcore der Anfangstage. Der größte Respekt gebührt dabei definitiv Santana, der sich weder durch Zolis übergroße Fußstapfen noch den eher kalten Empfang durch einige IGNITE-Fans abschrecken ließ, sondern einen mehr als gelungenen Albumeinstand hinlegt.

Mit dem Opener „Anti-Complicity Anthem“ liefern IGNITE einen der Hardcore-Brecher des Jahres ab. Der Song geht direkt ins Ohr und spätestens beim zweiten Refrain brüllt man als Hörer euphorisch mit. Ein wunderbarer Beweis dafür, welch befreiende Kraft Hardcore und Punk gerade in schwierigen Zeiten haben können. Ähnlich direkt nach vorne gehen auch „This Day“ oder „The Butcher In Me“, die mit hörbarem Punk-Einschlag ihre Einflüsse direkt aus den Anfangstagen von IGNITE beziehen. Schon verrückt, schließlich ist Bassist Brett Rasmussen das letzte verbliebene Mitglied aus den Gründungstagen. Dieser punkigere Sound steht der Band deutlich besser zu Gesicht als die Alternative-Ausflüge auf dem letzten Album „A War Against You“. Auch Fronter Eli kann so die Stärken seiner Stimme perfekt ausspielen.

Egal ob melodische Hooks („The River“), melancholische Nummern („On The Ropes“) oder auch mal richtig aggressiv („Call Of The Dogs“) – Santana macht in jeder Situation eine gute Figur. Über die komplette Spielzeit können IGNITE ihre neue bzw. alte Punk-Attitüde aber (noch) nicht halten, denn mit „Le The Beggars Beg“ und „Enemy“ haben sich auch zwei eher schwächere Nummern auf „Ignite“ geschlichen. In Anbetracht des überdurchschnittlichen restlichen Materials ist das jedoch durchaus zu verschmerzen – nicht zuletzt auch dank der druckvollen und sehr klaren Produktion, die den rotzigen Sound dabei aber in keiner Weise beschneidet.

So manchem Skeptiker dürften die Unkenrufe nun im Halse stecken bleiben, legen IGNITE mit ihrem selbstbetitelten Album doch eine handfeste Machtdemonstration vor. Die Herren aus Orange County pusten mit ihrem wiederentdeckten melodischen Hardcore-Punk den Staub aus den Boxen und liefern genau den richtigen Soundtrack für diese schwierigen Zeiten. Eli Santana hat die Feuerprobe mit Bravour bestanden und macht definitiv Lust darauf, seine Stimme und seine Energie auch endlich live zu erleben. Natürlich wird Zoli immer DER Sänger von IGNITE bleiben, mit Eli haben die Musiker aber einen echten Glücksgriff getan.

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Wertung: 8 / 10

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