CD-Review: Katatonia - Dead End Kings

Besetzung

Jonas Renkse – Gesang
Anders "Blakkheim" Nyström – Gitarre, Programmierung, Gesang
Daniel Liljekvist – Schlagzeug

Session-Musiker:
Niklas Sandin – Bass
Frank Default – Keyboards, Piano, Sampels, Percussion

Gast-Musiker:
Silje Wergeland – Gesang (Track 2)
Per "Sodomizer" Eriksson – Gitarre

Tracklist

01. The Parting
02. The One You Are Looking for Is Not Here
03. Hypnone
04. The Racing Heart
05. Buildings
06. Leech
07. Ambitions
08. Undo You
09. Lethean
10. First Prayer
11. Dead Letters


Musikalischen Stillstand kann man den Schweden KATATONIA ganz gewiss nicht unterstellen – hat sich die Band um Sänger Jonas Renkse seit ihren Anfängen vor über 20 Jahren merklich weiterentwickelt… und das mit jedem Album.

Auch Full-Length Nummer neun stellt diesbezüglich keine Ausnahme dar – gehen KATATONIA ihren Weg doch auch mit diesem Werk wieder einen Schritt weiter. Entsprechend der sich seit Jahren abzeichnenden Entwicklung ist des ein weiterer Schritt hin zu sanfteren, ruhigeren Klängen.
Dass KATATONIA nicht auf einmal wieder auf die Death-Metal-Schiene umschwenken würden, war dabei wohl jedem bereits im Vorhinein klar – und doch dürfte „Dead End Kings“ so manchen überraschen, den ein oder anderen wohl auch enttäuschen. War „Night Is The New Day“ trotz der melancholischen, düsteren Grunstimmung doch ein kraftvolles, energiegeladenes Album, das vor allem durch den Über-Song „Forsaker“ gleich zu Beginn von der ersten Minute an mitzureißen vermochte, fällt „Dead End Kings“ deutlich zurückhaltender aus: Zwar überrascht das Album durch einen recht abrupten, etwas unnatürlichen Einstieg in „The Parting“, schon nach wenigen Takten jedoch wird der Song fast schon besinnlich und ruhiger als wohl alles, was man bislang von KATATONIA zu hören bekommen hat. Daran ändert sich auch bei den folgenden Stücken wenig – selbst das selbstbewusst wirkende „Hypone“ ist deutlich ruhiger umgesetzt, als die Komposition es nahelegen würde. Hätte man hier schöne Kontraste zwischen den härteren und den ruhigeren Passagen setzen können, verschmilzt der Song so eher zu einem zwar in sich absolut stimmigen, jedoch auch deutlich weniger markanten Ganzen – ein Phänomen, das sich so eigentlich auch auf das komplette Album übertragen lässt. So hat man mit „Dead End Kings“ ein typisches Album der Kategorie „wie aus einem Guss“ vorliegen: Hier finden sich keine Ecken und Kanten, auf durchweg hohem Niveau wird hier elf Songs lang durchmusiziert – ohne nennenswerte Tiefschläger, jedoch ebenso ohne echte Hits, die sich vom Rest des Materials abheben.

„Dead End Kings“ ist der logischste Nachfolger, den man sich zu „Night Is The New Day“ vorstellen könnte: Musikalisch nach dem gleichen Muster gestrickt, jedoch erneut eine Stufe softer ausgelegt, ist das Album auch soundtechnisch perfekt an diese Entwicklung angepasst: In den klaren Passagen im Vergleich zum Vorgänger fast unverändert, in den Distortion-Parts etwas weicher und runder gibt „Dead End Kings“ so ein stimmiges Gesamtbild dessen ab, was KATATONIA 2012 ausmacht. Über jeden Zweifel erhaben ist das Werk deshalb leider noch lange nicht – fehlt ihm doch ein wenig Biss und Ausdruckskraft. Schön klingen die Kompositionen alle, keine Frage, leider jedoch mitunter auch etwas austauschbar und „belanglos“.

Bewertung: 7.5 / 10

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