CD-Review: Kreator - Enemy Of God Revisited

Besetzung

Mille Petrozza - Gitarre, Gesang
Sami Yli-Sirniö - Gitarre
Christian "Speesy" Giesler - Bass
Jürgen "Ventor" Reil - Schlagzeug

Tracklist

CD:
01. Enemy Of God
02. Impossible Brutality
03. Suicide Terrorist
04. World Anarchy
05. Dystopia
06. Voices Of The Dead
07. Murder Fantasies
08. When Death Takes Its Dominion
09. One Evil Comes - A Million Follow
10. Dying Race Apocalypse
11. Under A Total Blackened Sky
12. The Ancient Plague
13. Toxic Trace (live)14. Coma Of Souls (live)

DVD:
5.1-Surround-Mix der "Enemy Of God"

Kreator Live Wacken 2005:
01. Intro - Choir Of The Damned
02. Enemy Of God
03. Impossibel Brutality
04. Pleasure To Kill
05. Phobia
06. Violent Revolution
07. Suicide Terrorist
08. Extreme Agression
09. People Of The Lie
10. Voices Of The Dead
11. Terrible Certanity
12. Betrayer
13. Flag Of Hate
14. Tormentor

Kreator live im WDR Rockpalast:
- Reconquering the Throne
- Renewal
- Servant in Heaven - King in Hell

Videoclips:
- Enemy Of God (+ Making Of)
- Impossible Brutality
- Dystopia
- Dying Race Apocalypse


„Kreator haben mit diesem Paukenschlag deutlich gemacht, wer die Nummer 1 des Genres in Deutschland ist.“
Diesen Satz schrieb Kollege Reserl Anfang 2005 zum noch aktuellen KREATOR-Album „Enemy Of God“, und bis heute hat die Scheibe kein Fünkchen ihrer Klasse verloren. Nun wird dieses Überalbum neu aufgelegt als „Enemy Of God Revisited“. Die CD braucht man nun ja nicht mehr besprechen, einzig neu sind hier die beiden Bonustracks „Toxic Trace“ und „Coma Of Souls“, die bei einem Konzert im koreanischen Busan mitgeschnitten wurden.

Das interessante an dieser Veröffentlichung ist die Bonus-DVD, die es wirklich in sich hat und den Verkaufspreis alleine schon rechtfertigen würde. Zuallererst steht hier der Mitschnitt vom 2005er Wacken-Auftritt. Wer die W:O:A 2005-„Rain or Shine“-DVD gesehen hat, der weiß, dass die Qualität dort mehr „Rain“ als „Shine“ war. Das ist eine Feststellung, die sich leider auch auf diese Aufzeichnung hier übertragen lässt. Der Ton ist hier durchaus in Ordnung und kann sich sehen lassen. Der 5.1-Sound wurde gut und druckvoll abgemischt, klar und für eine Liveaufnahme wirkt das alles klasse. Der große Makel liegt hier in der Optik. Schade, dass das Bild nur Bootlegqualität aufweißt und dazu noch so wirkt, als wären beim Schneiden alle Farben bis auf schwarz, weiß, grün und blassrot verlorengegangen. Dazu sind die Kontraste bei weiten Schwenks anscheinend aufs Minimum gedreht, während Milles Gesicht bei Nahaufnahmen wie mit Photoshop übertrieben nachgezeichnet wirkt. Wie von Wacken-Mitschnitten gewohnt gibt es dafür wieder Ansichten von verschiedenen Kamerapositionen und wundervolle Schwenks mit dem Kran sowie eine bestens aufgelegte Band, die eine wirklich gute Leistung zeigt, weshalb das Anschauen des Konzerts den Fans trotzdem Spaß machen dürfte. Ich kann trotzdem nicht nachvollziehen, warum man ein Konzert mit derart bescheidener Bildqualität verwendet, wo doch das Erwerben der Rechte daran schon nicht gerade günstig gewesen sein dürfte. Wie das besser geht, zeigen die drei im Rockpalast aufgezeichneten Lieder, die mit scharfem, klarem und vor allem farbigem Bild glänzen. Dazu ist es sehr nett mit anzusehen, wie die wenigen Anwesenden Zuschauer die kleine Halle in ein Tollhaus verwandeln – „KREATOR zum Anfassen“.

Für alle Freunde von Surround-Klang im Wohnzimmer haben KREATOR die „Enemy Of God“ als „Propaganda 5.1 Mix“ in Dolby Digital sowie DTS neu abgemischt. Was gleich positiv auffällt ist, dass hier beim Abspielen der Lieder nicht auf Standbilder zurückgegriffen wird, sondern jeder Song mit einer animierten Grafik unterlegt ist und im Vordergrund der Text mitläuft, den Mille in eben diesem Moment ins Mikrofon haucht. Für alle, die ein Metal-Singstar haben wollen, bietet sich hier also schon mal eine Möglichkeit, vor dessen Planung ein wenig zu üben oder einfach nur die Lyrics auswendig zu lernen. Der Mix selbst kommt bei einer entsprechenden Anlage sehr gut rüber , durch die Verteilung der verschiedenen Instrumente auf verschiedene Boxen kommt tatsächlich ein „Mittendrin“-Gefühl auf. Ausserdem knallt das hier noch ein kleines Stück mehr als der normale Audio-Mix, kann ich also weiterempfehlen.

In einer weiteren Rubrik finden sich noch Videoclips. Den Anfang macht „Enemy Of God“, der mir persönlich zu hektisch geschnitten ist, mit der Wohnzimmerumgebung und der kleinen Psycho-/Horror-mäßigen Story macht sich das Video aber wirklich gut. Dazu gibt es auch noch ein knapp zwölfminütiges Making Of, in dem vor allem Mille, der Produzent – der übrigens zum ersten mal mit einer Metalband gearbeitet hat – und die 11jährige Hauptdarstellerin zu Wort kommen. Das ist sehr interessant geworden, ich kann nur empfehlen, sich das mal anzusehen. Dazu gibt es noch das „Improssible Brutality“-Video (das man schon von der Bonus-DVD der Originalveröffentlichung des Albums kennt), ein animierter und mehr oder weniger spaßiger Clip zu „Dystopia“ sowie ein Video zu „Dying Race Apocalypse“. Zu diesem gab es einen Contest, bei dem man selbst ein Video drehen und das dann einsenden konnte, wobei das beste gewonnen und es auf die DVD geschafft hat.

Alles in allem ist „Enemy Of God Revisited“ eine lohnenswerte Anschaffung. Wer das Album noch nicht hat und sich einen Kauf bereits überlegt, muss jetzt zugreifen, da es dieses CD-/DVD-Paket zum Preis einer Einzel-CD zu erweben gibt. Auch wer sich die „Enemy Of God“ schon gekauft hat, kann sich bei einem günstigen Angebot dafür entscheiden, die Neuauflage zu kaufen. Wenn man bereits im Besitz der „Live Kreation“-DVD ist oder sich nicht viel aus einem Surround-Mix macht, kann jedoch getrost auf diese Neuauflage verzichtet werden.

Keine Wertung

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