Review Malevolent Creation – Dead Man’s Path

  • Label: Century Media
  • Veröffentlicht: 2015
  • Spielart: Death Metal

Fans von MALEVOLENT CREATION wissen, dass die US-Amerikaner aus Florida zuverlässige Output-Lieferanten sind; nachdem ihre ersten drei Alben 1991, 1992 sowie 1993 noch einem jährlichen Veröffentlichungsmodus unterlagen, folgte zwischen „Stillborn“ und „Warkult“ (2004) „nur“ noch alle zwei Jahre eine neue Platte der Death Metaller, ehe sich die Herren um Sänger Bret Hoffmann zwischen „Invidious Dominion“ (2010) und dem aktuellen „Dead Man’s Path“ für fünf Jahre rar machten.

Somit hatte die Erwartungshaltung der Hörer jahrelang Zeit, um in die Höhe zu schnellen, besonders weil eine Instanz wie Dan Swanö (Aeon, Bloodbath, Asphyx) die neue Platte produzierte. Dass „Dead Man’s Path“ bei einer Band dieser Größenordnung, zu der sich MALEVOLENT CREATION seit ihrer Gründung 1987 kontinuierlich mauserten, und mit einer solchen Rückendeckung im Studio nicht enttäuschen wird, ist selbstredend. Es gilt lediglich den „Wow“-Faktor ihrer aktuellen, neunten Scheibe zu definieren. Und dieser dürfte innerhalb der Old-School-Death-Metal-Fraktion mit großer Sicherheit weit höher ausfallen als bei Fans der Göteborger Schule, denn MALEVOLENT CREATION liefern ihren Death Metal so ab, wie man ihn aus den amerikanischen Gefilden kennt: grundsolide und frei von Experimenten.

Der gemächliche, völlig deplatzierte Titeltrack raubt bereits zu Anfang die Energie, mit der ein Track wie „Resistance Is Victory“ wiederum aufwarten kann. Den restlichen Teil spielten MALEVOLENT CREATION kompositorisch stringent, also einer Mustervorlage folgend, ein, was Hörern mit Angst vor Neuerungen entgegen, Fans von Überraschungen jedoch ungelegen kommt. Kurzum: Wer den zweiten Track „Soul Razer“ ansprechend findet und genügsam nichts anderes von den Amerikanern einfordert, wird zufrieden sein. Wer Bloodbath’s „Fathomless Mastery“ als zu verspielt empfand und Decapitated prinzipiell als anstrengend empfindet, seinen Death Metal stattdessen lieber ähnlich serviert bekommen möchte wie von The Crown, darf bei der neuen MALEVOLENT CREATION gerne zugreifen.

Wer sich jedoch im gleichen Kaufakt die aktuelle Platte von beispielsweise Krisiun kauft, wird bei „Dead Man’s Path“ einige Abstriche machen müssen, da sich die zehn Tracks hierauf zu konformistisch, zu abwechslungsarm, aber auch stellenweise als zu schleppend präsentieren. Der zuvor beschriebene „Wow“-Faktor liegt somit im unteren Bereich, da es MALEVOLENT CREATION nicht schaffen, mehr als nur solide zu sein.

Wertung: 5.5 / 10

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4 Kommentare zu “Malevolent Creation – Dead Man’s Path

  1. Und genau das ist das Schöne an Musik: Während sie für den Einen nur ein laues Lüftchen darstellt, ist sie für den Anderen eine kleine Offenbarung. Wunderbar!

    Aber genau das konnte ich über diese Platte nach mehrfachen Durchläufen leider nicht (mehr) sagen. Irgendwie verlor sie nach jedem Hörgang immer mehr an Esprit.

  2. Ich bin absolut gegenteiliger Meinung:

    Das ist das erste Malevolent Creation Album – von denen in die ich reingehört habe – das bei mir jemals richtig gezündet hat und springt für mich aus ihrem sonstigen Einheitsbrei heraus (sorry liebe Malevolent Creation fans). Die Platte ist wahrscheinlich in meinen Top 5 des Jahres.

  3. Hi Sarah.
    Du kannst doch nicht einfach drei Alben aus der Discographie streichen :-)
    1995 erschien „Eternal“ (Brecher!), 1997 „In Cold Blood“ (verzichtbar) und 1998 „The Fine Art Of Murder“ (ebenfalls ein sehr starkes Album).

    Nichts für ungut :-)
    Jens

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