CD-Review: Marillion - Tales From The Engine Room

  • Veröffentlichung: 1998
  • Label: Eagle
  • Spielart: Ambient
Besetzung

Steve Hogarth – Gesang
Marc Mitchell – Produzent, Programmierung, Mischer
Mark Daghorn – Produzent

Tracklist

01. Estonia
02. The Memory Of Water
03. This Strange Engine
04. One Fine Day
05. Face 1004
06. 80 Days


Jetzt kommt das absolute Grauen für alle Progfans: Ein Dance-Album auf Metal1.Info! Und dann auch noch von Marillion, den alten Prog-Helden aus den 80ern! „Was ist denn in die gefahren?“ müssen sich da etliche Fans gefragt haben, die bisher die Alben der Band zwar immer noch gekauft und für einigermaßen gut befunden haben, in Wirklichkeit jedoch Fishs Zeiten nachtrauern. Um es kurz zu machen: Die Platte ist von 1998 – da dürfte vielen Hörern ein Licht aufgehen. Genau, es ist das Jahr in dem „Radiation“ rauskam und so ziemlich alles bot, nur nicht das, was Marillion eigentlich gut macht – ein uninspiriertes und langweiliges Album. Ist im Rückschluss auch „Tales From The Engine Room“ so schlecht?

Meine Antwort: Nein. Aber es ist ja auch kein neues Album. Zumindest nicht hundertprozentig. Man hat den Produzenten Marc Mitchell und Mark Daghorn („The Positive Light“) einfach mal die Platte „This Strange Engine“ zugeschickt und bekam einen Ambient-Electro-Mix von „Estonia“ zurück, der den Mannen um Steve Hogarth wohl so gut gefiel, dass sie die beiden damit beauftragten, die ganze Platte zu remixen.

Herausgekommen ist dann nicht etwa plattes und das Ursprungsalbum verhunzende Discogebolze. Nein, die beiden haben es geschafft, dass „Tales From The Engine Room“ um ein vielfaches atmosphärischer und zusammenhängender wirkt, als dies auf der Originalplatte der Fall war.Und so finden wir auf dem Album neben den Ambient-Trips „Estonia“, „This Strange Engine“ und „One Fine Day“ auch flottere Rhythmen und Beats bei den Neubearbeitungen von „80 Days“ und „The Memory Of Water“. Mit Ausnahme vom 20-minütigen „This Strange Engine“-Remake sind die Remixe auch alle sehr gelungen, nur hier hat sich „The Positive Light“ meiner Meinung nach etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt und die Stimmung des Originals komplett verschnitten und kaputtgemacht. Außerdem kann ich in „Face 1004“, einem Instrumental, keine Ähnlichkeiten zu irgendeinem Marillion Song feststellen. Ganz besonders gelungen und besser als die Originalversionen sind dabei „The Memory Of Water“ und „80 Days“.

Natürlich wird das den meisten Proghörern nicht unbedingt zusagen. Wer der Sache aber offen gegenübersteht wird hieran vielleicht durchaus etwas Interessantes und Bereicherndes finden. Da aber Marillion-Fans an die Wandlungsfähigkeit ihrer Band gewöhnt sind und ja immer sehr loyal sind, dürfte das ja nicht das Problem sein!Am Wichtigsten aber: Ohne diese Scheibe hier hätte es Songs wie „This Is The 21st Century“ von Anoraknophobia oder auch „You’re Gone“ von Marbles nicht gegeben. Heute verarbeiten Marillion gekommt verschiedenste Elemente ihrer langen Bandgeschichte, und „Tales From The Engine Room“ gehört nun mal dazu und hatte bleibenden Einfluss. Sollte man mal gehört haben!

Keine Wertung

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