Mit dem im August 2025 veröffentlichten Debütalbum „Krone der Schöpfung“ hat das Einmannprojekt MEHRWERTSTEUER den Kampf gegen die Finanzsysteme aus dem Herzen Frankfurts eröffnet. Die systemkritischen und kämpferischen Songs werden von dem Musiker „Der Vorstand“ in ein bitterböses Gewand aus melodischem Black und Death Metal gehüllt. Er selbst gibt sich hinter einer abstrakten Totenkopfmaske eher geheimnisvoll. „Der Vorstand“ gibt an, dass die Artworks mithilfe von KI erstellt worden sind, was derzeit in der Branche durchaus kontrovers diskutiert wird, die Musik jedoch komplett handgemacht ist.
„Krone der Schöpfung“ erinnert klanglich an Bands wie KANONENFIEBER oder LEIPA und wurde durch Kai Stahlenberg in den Kohlekeller Studios veredelt. Die Produktion des Debüts ist sehr gut gelungen, druckvoll und ausbalanciert ausgelegt.
Schon die Klänge des Openers „Börsensturz“ setzen die Stimmung des gesamten Albums. Während der erste Song noch eher als klagender Black Metal daher kommt, geht es spätestens mit „Mittelstandsangst“ melodischer und energischer nach vorn. „Leidzins“ verleitet direkt von Beginn an zum Headbangen und ist neben „Arbeitsmarktkampf“ einer der eingängigsten Songs des Albums. Der zuletzt benannte regt definitiv dazu an, fäusteschwingend den Titel „Arbeitsmarktkampf“ laut herauszuschreien. Der letzte Song des Albums „Verlust der Vernunft“ kommt durchaus ruhiger daher und klagt noch mal die Gier Einzelner an, die dazu führt, dass ein ganzes System scheitern kann. Auch die Titel „Der Fiskus“, „19 Prozent“, „Steuerlast“ und „EZB“ behandeln, neben den bereits benannten, die negativen bzw. kritischen Seiten des Kapitalismus, der Institutionen und die Auswirkungen auf den Einzelnen.
Das Album lässt über die gesamte Länge keine Langeweile aufkommen und regt immer wieder zum Mitmachen an, auch wenn die Dynamik der Songs ab der Mitte nicht mehr so abwechslungsreich ist wie zu Beginn. Mit den besungenen Themen der Finanzwelt wird eine Nische aufgemacht, die bei der Namensgebung nicht immer griffig ist, aber sich auf jeden Fall zu beleuchten lohnt. Die Qualität reiht sich durchaus in die bekannter Szenegrößen ein – hier kann auf die Projekte des Künstlers „Noise“ verwiesen werden – und lässt auf zukünftige Veröffentlichungen hoffen. Wer diese Mischung aus Black und Death Metal zu schätzen weiß, wird auch hier seine Freude an der Musik haben.
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Wertung: 8 / 10


