CD-Review: Metallica - Death Magnetic

Besetzung

James Hetfield – Gesang, Gitarre
Kirk Hammett – Gitarre
Robert Trujillo – Bass
Lars Ulrich - Schlagzeug

Tracklist

01. That Was Just Your Life
02. The End Of The Line
03. Broken, Beat & Scarred
04. The Day That Never Comes
05. All Nightmare Long
06. Cyanide
07. The Unforgiven III
08. The Judas Kiss
09. Suicide & Redemption
10. My Apocalypse


Gibt es eigentlich irgendeinen Metal-Fan, der die, sagen wir mal, „Diskussionen“ über das letzte METALLICA-Album „St. Anger“ nicht mitbekommen hat? Vermutlich eher nicht. Viel interessanter ist es, zu beobachten, wie es mit der Band danach weiterging. Auf Tour fuhr man die totale Old-School-Schiene, spielte sogar Raritäten wie „Dyers Eve“, „Metal Militia“ oder „Damage Inc.“. Es folgte der inzwischen legendäre Auftritt bei Rock Am Ring 2006, auf dem die Band anlässlich des 20-jährigen Jubiläums das komplette „Master Of Puppets“-Album durchzockte und schließlich erste neue Songs, deren Titel „The New Song“ bzw. „The Other New Song“ zwar keinen Originalitätspreis gewannen, jedoch ein für alle mal verdeutlichen, dass es wieder stark bergauf ging mit METALLICA. Die Erwartungen an den „St. Anger“-Nachfolger stiegen, vor allem auch bei denjenigen Kritikern, die die Band bereits bei „Load“ abgeschrieben haben.

„Death Magnetic“, so der Titel, beginnt recht zögerlich. Herzklopfen läutet den Opener „That Was Just Your Life“ ein, langsam gesellen sich Gitarre, Bass und Schlagzeug dazu – um dann nach rund eineinhalb Minuten in einer Thrash-Granate erster Kajüte zu münden. Treibende Riffs, das METALLICA-typische Drumming, verhältnismäßig komplexe Songstrukturen und James Hetfields einzigartige Vocals machen den Song zu dem, worauf Fans seit nun mehr fast 20 Jahren vergeblich gewartet haben: Einem legitimen „…And Justice For All“-Nachfolger. Auch die beiden folgenden Songs, das düstere „The End Of The Line“ und der Doublebass-Kracher „Broken, Beat & Scarred“ wirken wie direkt aus den 80ern herübergebeamt und stehen für alles, was METALLICA seit jeher ausgemacht hat.
Die erste Singleauskopplung, „The Day That Never Comes“ ist dagegen eine typische Halbballade. Ruhig beginnend erinnert der Quoten-Antikriegssong Song anfangs zunächst an „Fade To Black“, baut dann aber eine massive Riffwand vor sich auf und mündet in einem coolen Solo. Wer jetzt an „One“ denken muss, liegt ganz und gar nicht verkehrt, die Parallelen sind schwer zu übersehen, auch wenn er nicht ganz ans „Original“ rankommt, was nun aber wirklich niemanden überraschen sollte. Eine starke Nummer ist der Song trotzdem.

Ebenfalls etwas aus der Reihe fallen dann noch der relativ langsame Stampfer „Cyanide“ und das coole Instrumental „Suicide & Redemption“, bei dem vor allem die Saitenfraktion mal ordentlich zeigen darf, was sie so drauf hat. Hier steht besonders fettes Riffing im Vordergrund, einen Spannungsbogen wie bei „The Call Of Ktulu“ gibt es nicht. Anlass zur Kritik gibt lediglich „The Unforgiven III“, welches sich zwar reichlich Mühe gibt, jedoch niemals die Klasse der beiden Vorgänger erreicht. Thrash-Fans werden dann nochmal bei „All Nightmare Long“, „The Judas Kiss“ und dem Rausschmeißer „My Apocalypse“ sauber bedient. Gerade letzterer erinnert sehr stark an „Damage Inc.“ und könnte so ähnlich fast schon von Slayer stammen. Es tut wahrlich gut, James mal wieder richtig shouten zu hören. „My Apocalypse“ ist mit seinen fünfeinhalb Minuten mit Abstand der kürzeste Song der Platte, durchschnittlich sind die Songs an die sieben Minuten lang, bei einer Gesamtspielzeit von rund 70 Minuten. Man bekommt also eine ordentliche Menge METALLICA für sein Geld und das Wichtigste dabei: Die Platte wird zu keiner Minute langweilig. Nicht nur, dass die Songs sehr abwechslungsreich sind, sie sind auch recht komplex ausgefallen, sodass man „Death Magnetic“ ruhig mehrere Durchläufe gönnen sollte, bis man alle Feinheiten entdeckt hat. Man könnte sagen, METALLICA knüpfen direkt an „…And Justice For All“ an.

Letztendlich bleibt nur zu sagen: METALLICA sind zurück und machen endlich wieder das, was man von ihnen erwartet: Einfach nur geilen Thrash Metal. Natürlich könnte man hier darüber meckern, dass die Snare etwas leiser sein könnte (ganz nebenbei: Sie klingt nicht mehr nach einer Wäschetrommel), dass James noch einen Tick aggressiver zu Werke hätte gehen können und Lars´ Drumming ist ja sowieso schon seit jeher Angriffsziel Nummer eins für alle Kritiker. Aber sei’s drum, „Death Magnetic“ macht einfach Spaß und zeigt, dass METALLICA es nach wie vor noch drauf haben.

Bewertung: 8.5 / 10

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