CD-Review: Old Night - Pale Cold Irrelevance

  • Veröffentlichung: 2017
  • Label: Rain Without End
  • Spielart: Doom Metal
Besetzung

Matej Hanžek - Gesang, Gitarre
Ivan Hanžek - Gitarre, Gesang
Bojan Frlan - Gitarre
Luka Petrović - Bass, Gesang
Nikola Jovanović - Schlagzeug

Tracklist

01. The Last Child Of Doom
02. Mother Of All Sorrows
03. Thieves Of Innocence
04. Architects Of Doom
05. Something Is Broken
06. Contemptus Mundi


Doom Metal aus Kroatien ist dank Ashes You Leave, die bereits seit 1995 musizieren, kein unbeschriebenes Blatt mehr. Deren Bassist Luka Petrovic startete 2016 das Soloprojekt OLD NIGHT, das mittlerweile zu einer kompletten Band herangewachsen ist. Ihren Doom Metal verweben sie mit Progressive Rock, Blues und atmosphärischer Musik, daraus entstand das Debütalbum „Pale Cold Irrelevance“. Es gilt also zu klären, ob der Longplayer in die namensgebende Bedeutungslosigkeit abdriftet oder doch Akzente setzen kann.

Entsprechend des Genres ist das Tempo im Opener „The Last Child Of Doom“ sehr schleppend, was aber überrascht ist die melodiöse Gitarrenarbeit und der später einsetzende Klargesang. Auf den Einsatz härterer Gitarren muss man knappe drei Minuten warten, die sich aber angenehm in das Gesamtbild einfügen. Interessant ist auch das bluesig angehauchte Gitarrensolo, das sich gegen Ende in die Riffwände einbettet. Durch die langjährige Erfahrung von Mastermind Luka Petrovic bewegen sich auch die weiteren Songs auf einem gehobenen Niveau. Mit Ohrwürmern ist dieses Genre natürlich nicht weitreichend bedacht, das braucht es aber auch gar nicht. OLD NIGHT lassen die Atmosphäre zwischen Verzweiflung und Resignation für sich sprechen.

Auch Matej Hanžek spielt gesanglich oft mit dieser wehleidigen Note, erinnert damit mehrmals an Paradise Lost oder Opeth und kann ebenfalls eine kraftvolle Seite mit Referenzen zu Threshold vorweisen. Growls gibt es in diesem Kontext aber keine zu hören. Die Musiker haben ein feines Gespür dafür entwickelt die richtige Balance zwischen Gesangspassagen und instrumentalen Momenten zu finden, was dem Fluss des Albums sehr zugute kommt. Die metallische Seite bleibt aber über weite Strecken hinter den Erwartungen zurück. Vielmehr setzt sie nur Akzente, während der Großteil der sechs Songs eher im progressiven Rock anzusiedeln ist. An der Qualität ändert das aber nichts, denn die ist durchgängig erstklassig und liefert viel Raum für die einzelnen Instrumente. Gelegentlich verlieren sich die Songs etwas in ihren langgezogenen Aufbauten, doch bevor Langeweile aufkommt setzen die Musiker einen wichtigen Break oder Taktwechsel ein.

OLD NIGHT sind eine ambitionierte Band, die ihren zahlreichen Ideen mit der Vermengung diverser Genres Ausdruck verleiht. Freunde des Doom Metal müssen sich aber auf eine eher seichtere Version einstellen, die voll und ganz von Progressive Rock durchzogen ist. Ansonsten können sich OLD NIGHT der Irrelevanz erfreulicherweise entziehen. Von diesen Kroaten wird man hoffentlich in Zukunft noch mehr hören.

Bewertung: 8 / 10

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