Review Suffocate For Fuck Sake – In My Blood

Nicht mit Alben, sondern durch Shows wird man bekannt“ lautet eine in Musikerkreisen bekannte Regel. Kein Wunder also, dass SUFFOCATE FOR FUCK SAKE noch immer Geheimtip-Status innehaben: Die skandinavischen Post-Metaller sind in den letzten zehn Jahren nicht einmal auf einer Bühne gestanden. Beides ist in Anbetracht ihres neuen Albums „In My Blood“ nur schwer nachvollziehbar: Zum einen würde sich die Musik perfekt eignen, damit kleine und große Clubs zu rocken – zum anderen hätten die Skandinavier entschieden mehr Aufmerksamkeit verdient.

Wer auf Post-Metal und Screamo steht, kommt an „In My Blood“ nämlich eigentlich kaum vorbei – auch, wenn er sich dessen bislang vielleicht nicht bewusst war. Bereits der Einstieg mit „Stina“ ist mitreißend: Was mit sanften, atmosphärischen Klängen und dem ersten von unzähligen Samples des schwedischen Radiomoderators Bosse Lunquist aus dessen Show „Födädlade Svenskar“ beginnt, steigert sich bald über den Einsatz der Screams und melancholischem Frauengesang hin zu druckvollem Post-Metal, ehe der Song wieder ruhig und mit einem weiteren Sample ausklingt.

Zackiger geht es in „I Am Your God“ zu, in dem SUFFOCATE FOR FUCK SAKE zunächst voll auf bedrohliches Post-Metal-Riffing setzen, ehe sie das Konstrukt durch einen ruhigen Mittelteil (mit Sample) unterbrechen. Zwar bleibt allen, die des Schwedischen nicht mächtig sind, der Inhalt der Sprachschnipsel verborgen – ihre beruhigende Wirkung als Fels in der Brandung wuchtiger Zerr-Gitarren bleibt davon jedoch unberührt.

Gerade der elegante Wechsel zwischen sanft und schroff macht bei SUFFOCATE FOR FUCK SAKE den Reiz aus: „Through The Gate“ klingt fast melancholisch aus, die Stimmung wird im Instrumental „33 Years Ago“ noch intensiviert, ehe „Sentence“ wieder den (Post-)Metal zu Wort kommen lässt. Doch selbst der härteste Track hat eine zarte Seite – einen Klargesang, eine verspielte Clean-Gitarre, eine Melodie, die verdeutlicht SUFFOCATE FOR FUCK SAKE können weit mehr als „nur“ böse Riffs schreiben und schreien.

„Are You Happy With Your Life?“ fasst „In My Blood“ zum Abschluss nochmal stimmig zusammen und bringt damit nochmal auf den Punkt, wofür der Name SUFFOCATE FOR FUCK SAKE steht: Die Spanne reicht hier von feinfühlig bis brutal, von bedrückend bis anmutig. Düster bleibt es dabei musikalisch betrachtet durchgehend – für einen Twist beziehungsweise die Brücke zur „Normalität“ sorgen die vielfach eingesetzten Sprach-Samples. Wer sich generell vom Präfix „Post-“ angezogen fühlt, kann – nein: sollte hier beherzt zugreifen.

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Wertung: 8.5 / 10

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