CD-Review: Textures - Silhouettes

Besetzung

Eric Kalsbeek – Gesang
Jochem Jacobs – Gitarre, Gesang
Bart Hennephof - Gitarre
Remko Tielemans - Bass
Richard Rietdijk - Keyboards
Stef Broks - Schlagzeug

Tracklist

01. Old Days Born Anew
02. The Sun's Architect
03. Awake
04. Laments Of An Icarus
05. One Eye For A Thousand
06. State Of Disobedience
07. Storm Warning
08. Messengers
09. To Erase A Lifetime


Zwei Jahre nach „Drawing Circles“ sind die Niederländer von TEXTURES mit einem neuen Album am Start, das den Namen „Silhouettes“ trägt. Und wie schon der Vorgänger lebt auch dieses Werk wieder von den krassen Gegensätzen, die dem Hörer vor die Ohren geknallt werden. Da werden aggressive nach vorne drückende Passagen von sanften Klängen zugedeckt, die ihrerseits kurz darauf wieder eingerissen werden. Die Kompositionen leben von dem Wechselspiel aus klarem und geschrienem Gesang. Technisch bewegt man sich dabei in schwindelerregenden Höhen, was die Aufmerksamkeit des Zuhörers immer wieder aufs Neue fordert. Mit „Silhouettes“ legen die Niederländer auch endlich mal wieder ein Album vor, über dessen Cover es sich lohnt, einige Worte zu verlieren. Die wunderbar gestalteten Symbole und an Kalligrafie erinnerten Details laden immer wieder zum Hinsehen ein.

Das Album beginnt mit dem schon vorab bekannten „Old Days Born Anew“, das gleich die Richtung vorgibt. Die Riffs und das Schlagzeugspiel sind treibend und anfangs sogar überraschend durchsichtig gestrickt. Immer wieder wird aber die Geschwindigkeit herausgenommen, um atmosphärisch, schwebenden Synthesizerläufen Platz zu machen, die wiederrum vom klaren Gesang Kalsbeeks untermalt werden. Auch der zweite Song lebt von diesem Wechselspiel und den treibenden Gitarren. Nicht selten kommen Vergleiche zu Meshuggah in den Sinn, dennoch bleibt der Stil der Niederländer weitgehend eigenständig und kaum vergleichbar. „Awake“ beginnt ruhig und man denkt schon beinahe es hier mit einer Art Ballade zu tun zu haben. Das stimmt zwar in gewisser Weise, doch auch hier bricht ab und zu Aggressivität hervor. „Laments Of An Icarus“ ist gezeichnet von unglaublichen, teils extrem unrhythmischen Schlagzeugspiel und einer Klangwand, die erst nach einigen Durchläufen langsam durchsichtig wird. Wer gute Boxen bzw. Kopfhörer hat, ist hier natürlich von Vorteil, da die blitzsaubere Produktion die volle Bandbreite an Details zur Verfügung stellt. „One Eye For A Thousand“ tönt anfangs etwas weniger spannend als der Rest des Albums. Mir hat sich der Song bis jetzt aber noch nicht ganz erschlossen. Das darauffolgende „State Of Disobedience“ rockt wieder direkter nach vorne. TEXTURES schafft es immer wieder, trotz aller Komplexität, nicht auf den Groove zu vergessen. Dennoch ist man noch knapp 35 Minuten Spielzeit wie geblättet, von all den Breaks, Stimmungswechsel und interessanten Kompositionen. Hier vermisse ich die nötige Abwechslung, die mich gespannt weiterhören lassen würde, dem Album hätte es zu diesem Zeitpunkt nicht schlecht getan, wenn man hier mehr Vielfalt reingebracht hätte. „Messengers“ wird danach fast vollständig im Klargesang und im Midtempo Bereich gehalten, bevor mit „To Erase A Lifetime“ das Album mit den typischen TEXTURES Qualitäten abschließt.

TEXTURES beweisen mit ihrem dritten Werk, dass sie sich auf ganz eigenen Pfaden bestens zu Recht finden können. „Sillhouettes“ ist aggressiv und überraschend, die daraus resultierenden Kompositionen interessant. Was mir etwas fehlt, ist die nötige Abwechslung, die den Hörer die volle Laufzeit bei Stange gehalten hätte. Leider wirkt für mich der klare Gesang oft zu pathetisch, was diese Passagen bei weitem nicht so interessant macht, wie es die aggressiven sind. Dennoch machen die jungen Niederländer einen weiteren Schritt Richtung Spitze des extremen, progressiven Metal. Die Krone können sie sich aber (noch) nicht aufsetzen.

Bewertung: 8 / 10

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