CD-Review: This Gift Is A Curse - A Throne Of Ash

Besetzung

Jonas A. Holmberg - Gesang
Patrik Andersson - Gesang, Gitarre
David Deravian - Gesang, Gitarre
Lars Gunnarsson - Gesang, Bass
Johan Nordlund - Schlagzeug

Tracklist

1. Haema
2. Blood Is My Harvest
3. Thresholds
4. Gate Dweller
5. Monuments For Dead Gods
6. Wolvking
7. I Am Katharsis
8. In Your Black Halo
9. Wormwood Star


THIS GIFT IS A CURSE können einfach nicht anders als diesen bitterbösen Black-Metal- und Hardcore-Bastard, den sie vor sechs Jahre geboren haben, weiterhin unangeleint und mit leerem Magen auf die Menschheit los zu lassen.

Mit dem zielgerichteten Fokus eine Raubtieres, dass kühn, aber äußerst brutal seine Beute schlägt, gehen die Schweden auch erneut auf ihrem dritten Album „A Throne Of Ash“ vor. Eine Veränderung zum Vorgänger „All Hail The Swinelord“ (2015) besteht: THIS GIFT IS A CURSE haben sich mit David Deravian einen zweiten Gitarristen und Sänger an Bord geholt, was bereits im ersten Durchlauf hörbar auffällt: Gemeinsam mit Sänger Jonas A. Holmberg shoutet und keift sich Deravian durch die 45 Minuten, beide mit leicht verzerrtem Gesang und durchweg aggressiven Grundtenor.

Zwar scheint sich eine Abwärtsentwicklung in puncto Spielzeit anzudeuten, da die Veröffentlichungen seit dem Debüt „I, Gvilt Bearer“ (2013) stets kürzer werden, allerdings kann das bei einem so bösartigen, im Grunde genommenen unangenehmen und durchweg nihilistischen Werk wie „A Throne Of Ash“ auch nur gut für den Blutdruck sein.

In neun Songs spuckt das schwedische Quintett erneut mit allerlei Gift um sich, dass der Hörer zum Misanthropen mutieren könnte. Wie gewohnt stilistisch eingebettet in einem stark Blackened-Hardcore-lastigen Gebräu mit Raum für bedrückende, den Zuhörer verschlingende Atmosphäre, geben THIS GIFT IS A CURSE auch auf „A Throne Of Ash“ kaum die Möglichkeit, sich auch nur kurzzeitig wohl zu fühlen.

Bereits nach dem beklemmenden Intro „Haema“ holen die Schweden mit „Blood Is My Harvest“ den ersten in Hass getränkten Pfeil aus dem Köcher, der den Hörer sofort lahm legt. Mit „Thresholds“ und „Gate Dweller“ folgen zwei weitere zielgerichtete Schüsse ins Mark, die den Hörer mit voller Wucht auf den Boden drücken. Erst auf „Monuments For Dead Gods“ zeigen THIS GIFT IS A CURSE etwas Gnade, indem sie nicht sofort in die Doublebass treten, sondern Zeit zum Wachsen des Ungetüms lassen, was sich in den folgenden sieben Minuten erhebt. Die Schweden waren schon immer (und sind es auch noch immer) am besten, wenn sie ihren verschlagenen, garstigen Songs genau den Hauch an Atmosphäre einverleiben wie in „Monuments For Dead Gods“ – erstes Highlight!

Mit „Wolvking“ und „I Am Katharsis“ schließen sich zwei Tracks an, die sich mit den reinen Abrissbirnen „Thresholds“ und „Gate Dweller“ messen können, ehe sich mit den letzten Songs „In Your Black Halo (Mass 317“) und dem Outro „Wormwood Star“ erneut zwei starke, sehr stimmungsvolle Tracks hervorheben.

Besonders mit „Wormwood Star“ servieren THIS GIFT IS A CURSE vor ihrem Abgang noch ein mächtiges, achtminütiges Monster an Bitternis – und spiegeln damit die biblischen Verse, wonach ein Stern namens Wermut vom Himmel fiel und das Wasser der Erde bitter werden ließ. Großartig!

THIS GIFT IS A CURSE legen mit ihrem dritten Album erneut eine starke Platte vor, die besonders ab der zweiten Hälfte an Charakter gewinnt. Im direkten Vergleich zum Vorgänger „All Hail The Swinelord“ gelingt es den Schweden auf ihrem Drittwerk besser, all die Wut, den Hass und ihre richtig schlechte Laune in etwas münden zu lassen, was mehr als nur wütend und destruktiv klingt. Zwar fehlt leider etwas so Grandioses wie „Askrådare“ („All Hail The Swinelord“), dennoch liefern THIS GIFT IS A CURSE mit „A Throne Of Ash“ endlich das Album, dass das Debüt als Nachfolger verdient hätte.

Bewertung: 8 / 10

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