CD-Review: Twilight - Twilight (Reissue)

Besetzung

Imperial - Gesang, Bass
Malefic - Gitarre, Gesang, Keyboard
Azentrius - Gitarre, Gesang, Bass
Hildolf - Gitarre, Gesang
Wrest - Schlagzeug, Gitarre, Bass, Keyboard

Tracklist

1. Woe Is the Contagion
2. Exact Agony, Take Life
3. Larval Liaise
4. As The March Of Worms
5. Winter Before
6. White Fire Under Black Text
7. Hopeless Etheride
8. Swollen Voices In Silence
9. Beyond Light (Beautiful And Malignant)


Verabschiedet sich eine Band in die ewigen Jagdgründe, ist die Neuauflage vorheriger Platten wie etwa dem Debüt ein probates Mittel, um noch ein wenig länger durch die Ohren zu geistern. Freunde von diesem Gedanken sind wohl die Amerikaner von TWILIGHT, die nach ihrem Split nicht nur noch eine ziemlich gute EP auf den Markt gebracht haben („Trident Death Rattle„, 2018), sondern nun ebenfalls Reissues ihrer ersten beiden Alben auf den Markt bringen.

Den Anfang der Neuauflagen macht das gleichnamige Debüt, dass vor gut 14 Jahren mit 2.000 Kopien in die Regale kam, gefolgt vom 2010 veröffentlichten Album „Monument To Time End“. Via Prophecy Productions bringen TWILIGHT diese beiden Alben als 2 CD’s umfassendes Hardcover-Buch neu auf den Markt. Darin enthalten sind nicht nur 36 Seiten voller  detaillierter Liner-Notes und exklusiven, auch privaten Fotos der Bandmitglieder, sondern auch fünf Bonustracks sowie neue Cover-Artworks zu jeder Platte.

Wer auf das Hardcover-Buch verzichten und lediglich die Musik erwerben möchte, dem sei die auf 500 Kopien begrenzte schwarze Vinyl-Variante ans Herz gelegt. Zumindest vom Aspekt der Sammlerei wegen.

Denn musikalisch spiegeln die Reissues die Grobheit im Klang wieder, mit der TWILIGHT einst ihre Diskografie eröffneten, oder anders formuliert: Wer bei den Neuauflagen auf besseren Sound hofft, wird hierbei bitterlich enttäuscht werden. Denn am Klang hat sich auf dem Debüt nichts geändert, da die Neuauflage keine Überarbeitung der Musik impliziert. Ein atmosphärisch gedachtes, aber aufgrund mangelnder Produktion eher dürftig gelungenes „Larval Liaise“ dröhnt noch immer so verwaschen aus den Boxen wie das hervorragende „Winter Before“, dessen Potenzial dank des miesen Sounds auf der Strecke bleibt.

Wer „Twillight“ also bereits im heimischen Repertoire hat, benötigt die 2018er Variante nicht. Wer Fotografien von Blake Judd, Wrest, Imperial und Co. für seinen weiteren Lebensverlauf als verzichtbar empfindet, benötigt die 2018er Version ebenfalls nicht. Und wer „III: Beneath Trident’s Tomb“ geschätzt, die Anfänge der Band aber bisher sträflich ignoriert hat, benötigt die 2018er Version erst recht nicht. Wer das Debüt von 2005 in den Händen hält, hat genug zu tragen (im übertragenen Sinne).

Das neu aufgelegte Debüt mitsamt dessen Nachfolger als 2-CD-Paket auf den Markt zu werfen, würde bei der mageren Qualität des Sounds wohl kaum funktionieren. Verpackt mit einem selling point wie dem Hardcover-Buch könnten aber wenigstens Sammler angesprochen werden. Das Argument, dass sich diese Veröffentlichung an die Fans richtet, wäre vor drei Jahren, bei der Verkündung vom Ende der Band, noch glaubhaft gewesen. Mittlerweile überwiegt jedoch der Beigeschmack von Ausverkauf. Schade, TWILIGHT.

Bewertung: 5 / 10

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