Als „Devoid Of Light“ 2016 erschien, war UADA noch ein weitgehend unbekannter Name aus Portland, Oregon. Innerhalb von nicht mal zwei Jahren nach ihrer Gründung hatte die Band ein Debütalbum geschrieben, das den Nerv vieler Black-Metal-Fans traf. Melodisch, atmosphärisch und deutlich von der skandinavischen zweiten Welle inspiriert, ohne dabei wie eine bloße Kopie der großen Vorbilder zu wirken. Das Album ebnete den Weg für die nachfolgenden Werke „Cult Of A Dying Sun“ (2018) und „Djinn“ (2020), die den Status der Band als feste Größe des Genres weiter festigten.
Zum zehnjährigen Jubiläum erscheint nun eine neue Version, um das Erstlingswerk zu ehren. Die wichtigste Neuerung ist dabei ohne Zweifel das von Arthur Rizk angefertigte Remaster. Wer auf eine radikale Neuinterpretation gehofft hat, wird allerdings überrascht sein. Die Unterschiede fallen bewusst moderat aus. Das Klangbild wirkt etwas druckvoller und transparenter, insbesondere im Bassbereich gewinnt die Produktion an Fundament, ohne den rauen Charakter der Originalaufnahme einzubüßen. Die Gitarren entfalten etwas mehr Tiefe, und die Dynamik profitiert von der modernen Aufbereitung, doch das ursprüngliche Feeling bleibt vollständig erhalten.
Auch zehn Jahre später hat das Material nichts von seiner Wirkung verloren. Trotz der stilistischen Nähe zu Bands wie DISSECTION oder frühen WATAIN entwickelten UADA bereits auf ihrem Debüt eine eigene Handschrift, die vor allem über die melancholischen Leads und den organischen Songaufbau funktioniert. Diese Stärken gingen leider auf den letzten Alben (speziell „Crepuscule Natura“) etwas verloren, was beim erneuten Durchlauf des Debüts noch deutlicher zum Vorschein kommt.
Bereits der eröffnende Instrumentaltrack „Natus Eclipsim“ schafft eine dichte Atmosphäre, bevor der Titeltrack mit seinen treibenden Tremolo-Riffs und eingängigen Melodiebögen die Marschrichtung vorgibt. Stücke wie „S.N.M.“ oder das epische „Black Autumn, White Spring“ verbinden rohe Black-Metal-Energie mit einer fast hymnischen Melodik.
Das ursprüngliche Album wird um den exklusiven Bonustrack „Our Dawn Of Glory“, einer Coverversion der schwedischen Melodic-Black-Metal-Pioniere VINTERLAND und einem Gastbeitrag von Wraith Knight erweitert. Der Song fügt sich erstaunlich gut in das Album ein und unterstreicht gleichzeitig die musikalischen Wurzeln der Band. Hinzu kommen ausführlichere Liner Notes, bislang unveröffentlichte Fotografien von Peter Beste sowie seltenes Archivmaterial, wodurch die „Anniversary Edition“ weit über ein einfaches Remaster hinausgeht.
Gerade als Vinyl-Ausgabe zeigt sich, wie viel Liebe in diese Jubiläumsedition investiert wurde. Die 180-Gramm-LP im Tan Smoke-Stil steckt in einem hochwertigen Gatefold-Cover mit UV-Reliefdruck, das den düsteren Charakter des Albums eindrucksvoll unterstreicht. Das Packaging wirkt insgesamt deutlich luxuriöser als bei der Erstveröffentlichung und macht die Jubiläumsausgabe nicht nur für Sammler interessant. Besonders das großformatige Artwork profitiert vom Vinylformat und verleiht der visuellen Seite des Albums die Bühne, die sie verdient. Auch das beiliegende mehrseitige Booklet erweitert das ursprüngliche Artwork um zahlreiche bislang unveröffentlichte Fotografien sowie Hintergrundinformationen zur Entstehung des Albums. Zusätzlich gibt es eine gestaltete Download-Karte.
Die „10th Anniversary Edition“ von „Devoid Of Light“ beweist eindrucksvoll, wie zeitlos dieses Debüt geblieben ist. Das Remaster verbessert den Klang behutsam, ohne den ursprünglichen Charakter zu verfälschen, während Bonusmaterial und hochwertiges Packaging einen echten Mehrwert bieten. Wer das Original bereits besitzt, erhält keine komplett neue Hörerfahrung, wohl aber die erweiterte Version eines Albums, das den modernen melodischen Black Metal entscheidend mitgeprägt hat. Für Neueinsteiger gibt es ohnehin keinen besseren Zeitpunkt, dieses Kapitel der Bandgeschichte nachzuholen.
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Wertung: 9 / 10


