Kataklysm w/ Septicflesh, Aborted

  • München, Backstage (Werk)
  • 31. Januar 2016

Kataklysm Tour

Über Jahre hinweg zählten KATAKLYSM zu den Stammgästen auf deutschen Festival- und Clubbühnen. Dass es irgendwann zu viel wurde, dürften die Kanadier selbst gemerkt haben – seitdem ist es etwas stiller geworden um die Erfinder des Northern Hyperblast. Zwei Jahre nach der „Waiting For The End To Come“-Tour kehren KATAKLYSM nun mit ihrem neuen Album „Of Ghosts And Gods“ im Gepäck nach Deutschland zurück. Mit dabei: Die griechischen Symphonic-Black-Metaller SEPTICFLESH sowie die Brutal-Deather ABORTED. Passt das zusammen? Und können KATAKLYSM wenigstens live noch überzeugen, wenn schon die Studioalben seit Jahren zu wünschen übrig lassen? Der Abend wird es zeigen. [MG]

Aborted live 2016-4Pünktlich um 20 Uhr betreten ABORTED die Bühne. Vom obligatorischen Intro abgesehen, fackeln die Belgier nicht lange, sondern knallen den Anwesenden von der ersten Minute an ihre fiese Mischung aus Brutal Death Metal und Grindcore um die Ohren. Sehr angenehm ist dabei der dicke Sound, der besonders das beeindruckende Double-Bass-Spiel von Ken Bedene unterstreicht. Neben den älteren Hits findet im Set fast die komplette neue EP „Termination Redux“ Beachtung – eine echte Bereicherung, präsentieren sich ABORTED auf dieser EP doch in absoluter Bestform. Diese legen die Belgier auch während ihrer knapp 40 minütigen Show an den Tag, so dass der Auftritt der Szeneveteranen vom Publikum völlig zu Recht mit Headbanging und Applaus quittiert wird. [CE]

Nach diesem Abriss made in Belgium steht nun das absolute Kontrastprogramm an: Statt brutalem Gebolze haben die Griechen SEPTICFLESH opulent arrangierten Dark Metal mit Septic Flesh live 2016-1Blast Beat und Orchester zu bieten – nicht umsonst hat die Band mit Gitarrist Christos Antoniou einen studierten klassischen Komponisten in ihren Reihen. Ganz so filigran, wie man nun erwarten könnte, klingt das Resultat jedoch nicht: Gerade die metal-lastigen Passagen drücken heute mit Macht aus den Boxen, so dass SEPTICFLESH zwar für Abwechslung sorgen, jedoch nicht aus dem Rahmen fallen. Ein umfangreiches Arsenal an Chor- und Orchestersamples ist für die Live-Umsetzung dieser Musik natürlich unausweichlich. An so viel Unterstützung aus der Konserve scheiden sich traditionell die Geister – ansonsten kann man SEPTICFLESH heute aber beim besten Willen nichts vorwerfen: Sowohl die Songauswahl, bestehend aus den Hits der letzten drei Alben, als auch die Stimmung auf und vor der Bühne ist ausgezeichnet.

Setlist SEPTICFLESH

  1. War In Heaven
  2. Communion
  3. Order Of Dracul
  4. Pyramid God
  5. Prototype
  6. The Vampire From Nazareth
  7. Anubis
  8. Prometheus


Kataklysm live 2016-1Nach einer Umbaupause, die etwas länger ausfällt als nötig, sind es um 22:15 schließlich KATAKLYSM, die dem Abend die Krone aufsetzen wollen. Die Zeichen dafür stehen gut: Schon vor dem ersten Riff werden die Kanadier vom Publikum frenetisch gefeiert. Als es schließlich mit „Breaching The Asylum“ vom aktuellen Album „Of Ghosts And Gods“ losgeht, ist klar, dass der Abend für KATAKLYSM einem Siegeszug gleichkommen wird: Von Schlagzeuger-Neuzugang Olivier Beaudoin auf absolute Präsision getrimmt, walzen die fetten Riffs regelrecht aus den Boxen – und die Fans fressen Frontsympath Maurizio Iacono aus der Hand.
Als der Herrscher über sein Publikum schließlich leichthin festlegt, dass der heutige Sonntag ein astreiner Samstag sei und somit niemand am folgenden „Sonntagmorgen“ aufzustehen oder gar arbeiten zu gehen habe, gibt es kein Halten mehr: Circlepits, Crowdsurfer und Headbanger, so weit das Auge reicht. Dass das KATAKLSYSM-Set zunächst fast ausschließlich aus neuem Material besteht, fällt erfreulich wenig ins Gewicht, da auch die aktuellen Songs zumindest live durchaus ihre Qualitäten haben. Spätestens, als KATAKLYSM in der zweiten Sethälfte dann aber die echten Hits wie „Where The Enemy Sleeps…“, „In Shadows & Dust“ oder „Crippled & Broken“ auspacken, ist klar, wer das heutige Schlachtfeld als Sieger verlässt.

Setlist KATAKLYSM

  1. Breaching The Asylum
  2. If I Was God… I’d Burn It All
  3. As I Slither
  4. The Black Sheep
  5. Manipulator Of Souls
  6. At The Edge Of the World
  7. Thy Serpents Tongue
  8. Push The Venom
  9. The Ambassador Of Pain
  10. Soul Destroyer
  11. The Chains Of Power
  12. Where The Enemy Sleeps…
  13. Open Scars
  14. In Shadows & Dust
  15. Crippled & Broken
  16. Iron Will
  17. Elevate


Kataklysm live 2016-5

KATAKLYSM haben sich eine Zeit lang rar gemacht, und das war gut so. Warum die Band trotzdem (und trotz Alben wie „Heaven’s Venom„) nichts von ihrer Popularität verloren hat, stellt sie heute einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis: Live sind KATAKLYSM schlicht und ergreifend eine Macht. Mit ABORTED als Abräumer im extremen Sektor sowie SEPTICFLESH für alle, die zumindest gelegentlich gerne eine Melodie heraushören, lässt auch das Tourpackage als solches keine Wünsche offen. Ein Pflichttermin für alle, die nackenmuskulaturtechnisch in Form bleiben wollen! [MG]

9 Kommentare zu “Kataklysm w/ Septicflesh, Aborted”

  1. Oliver Hilligardt

    „wenn schon die Studioalben seit Jahren zu wünschen übrig lassen?“
    „und trotz Alben wie „Heaven’s Venom““
    Der Verfasser dieer Zeilen hat wohl auch noch nie was davon gehört, subjektive Dreckskommentare wie diese in einem Review zu unterlassen. Vielleicht sollte man auch zu solchen Konzerten nur Leute schicken die Fans dieser Band sind. Ich bin seit 15 Jahren Kataklysm-Fan, und die letzten Alben waren überragend. Ich hab kein Problem wenn diese jemand nicht gefallen, ich hab ein Problem damit wenn jemand meint seine Meinung als „Fakt“ stumpfsinnig verbreiten zu müssen.
    Aber passt dazu was aus der Seite geworden ist, als ich hier noch geschrieben hab war das ein anderer Ton, kein under dass aus unserem Ursprungsteam keiner mehr da ist!

  2. Christoph Emmrich

    Na da hast du ja ein schönes Beispiel geliefert, wie man es macht, wenn man seine Meinung nicht als Fakt verkauft.
    Klar, wenn du seit 15 Jahren Fan der Band bist, bist du natürlich extra objektiv. Logisch.

    Und mit Kataklysm ist es ja auch kein bisschen so wie mit Arch Enemy oder Hypocrisy – Bands die ihren Stil gefunden haben, sich nun darauf ausruhen und nebenbei in schöner Regelmäßigkeit Alben abliefern, die genau das sind, was das Label (hui, sind ja alle bei Nuclear Blast!?!) haben will: Death Metal, der hart genug ist bzw. sein soll, um ihn noch als solchen vermarkten zu können, aber gleichzeitig auch schick genug produziert und nicht zu hart/übel/gefährlich, als das man ihn nicht auch an eine breite Masse vermitteln kann.
    Zum Glück ist das bei Kataklysm nicht so und die Alben allesamt innovative Oberhammer voller Hits, anstatt mittelmäßige Neuaufgüsse der bekannten Formel.

  3. Simon Bodesheim

    Menschen, die der Meinung sind, dass Kritiken zu 100% objektiv sein müssen, werde ich nie verstehen! Objektive Kritiken sind doch nur maximal unsinnig. Würde man alles Subjektive aus einem Bericht löschen, dann würde sich das ungefähr so lesen: „Die Band war da, sie haben folgende Songs gespielt …, das Bühnenlicht war meistens blau, am Ende ist die Band nach 2 Std. gegangen“, wen interessiert ein solcher Bericht? Bei einem Konzertbericht geht es, genau wie bei jeder anderen Rezension auch, ob Buch, Musik, Film oder sonst was, darum, WIE etwas war, und für das WIE sind auch wertende Beschreibungen notwendig. Und die sind nunmal subjektiv. Kritik bedeutet nicht nur etwas rein objektiv zu beschreiben (leider ein weitverbreitetes Missverständnis), sondern auch seine subjektive Meinung darzulegen, dazu können und sollen zwar auch möglichst objektive Kriterien herangezogen werden, um sie verständlich und nachvollziehbar zu machen, aber Reviews sind immer auch subjektiv. Alles andere fällt unter die Kategorie „Job missverstanden“. Und das hat nichts mit „seine Meinung als Fakt verbreiten“ zu tun, soll man hinter jede wertende Aussage schreiben „…aber das ist natürlich nur meine Meinung“? Wie würde sich sowas denn dann lesen…
    Wieso also sollen bitte sollen nur Die-Hard-Fans über Konzerte schreiben dürfen? Als ob die weniger voreingenommen sind, das is doch das Gleiche, bloß in die andere Richtung. Sowas is doch dann nutzloser Fanservice statt seriöser Kritik. Wenn der Autor der Meinung ist, dass die Band musikalisch in den letzten Jahren nichts wirklich Gutes Zustande gebracht hat, dann gehört das da absolut auch rein, genauso wie die Info ob der Sound, das Bühnenlicht, die Stimmung und die Show gut oder schlecht war, und auch das ist alles subjektiv.

  4. Oliver Hilligardt

    In einem CD Review ist das etwas anderes, damit man als geneigter Leser dierkt weiss, ob einen die Meinung des Redakteurs interessiert oder nicht (wie in diesem Beispiel, wenn dem Redakteur schon andere Alben nicht gefallen, die man selber liebt, ist einem die Meinung zur neuen Scheibe auch total scheissegal). In einem Komnzertreview hat dies absolut nichts verloren.
    UND, das Wichtigste, wenn davor der kleine aber feine Zusatz „meiner Meinung nach“ stünde wäre mir das ebenso scheissegal, ich würde nur mit dem Kopf schütteln und gut. Aber ohne dieses ist es genau das was ich sage, stumpfsinnig eine Meinung als „Fakt“ verbreitet.

  5. Simon Bodesheim

    Was erwartest du dann von einem Konzertbericht, wenn er sämtliche Wertungen herauslassen soll? Dass er dokumentarisch neutral berichtet, was an dem Abend passiert ist? Denn für alles andere (Licht, Ton, Bühnenpräsenz, Stimmung) bedarf es wertender Beschreibungen, und da gehört auch die Qualität der fürs live Set ausgesuchten Songs rein. Wenn der Autor diese schwach findet, dann ist das relevant für den Text. Ich weiß nicht, was der Standard zu deiner Zeit war, aber jetzt sind das wesentliche Inhaltspunkte und für Konzertberichte sind die sinnvoll. Das simple, nicht wertende Aufzählen von Punkten nach Checklistart halte ich dagegen für relativ witzlos und sehe auch keinen Grund, warum man das machen sollte.
    Zum anderen Punkt: Du meinst so wie du „Ich bin seit 15 Jahren Kataklysm-Fan, und die letzten Alben waren überragend.“ als Fakt formulierst, anstatt „[…]und meiner Meinung nach waren die letzten Alben überragend“? Versteh mich nicht falsch, der Satz ist so absolut korrekt formuliert, wie er auch in jeder Kritik stehen sollte. „Meiner Meinung nach“ und ähnliche Formulierungen haben in Kritiken nichts zu suchen, das ist schlechter Stil, weil redundant. Das gilt für Reviews gleichermaßen wie auch für Konzertberichte. Dass wertende Sätze in Kritiken immer die Meinung des Rezensenten wiederspiegeln ist selbsterklärend und bedarf keiner weiteren Kennzeichnung. Wenn dir das aufstößt, dann liegt das Problem an deiner Rezeptionshaltung und nicht am Stil des Autors, würde ich behaupten.

  6. Moritz Grütz Post Author

    Hallo Olli, auch von mir als Verfasser der von dir kritisierten Zeilen wie als Verantwortlichem dafür, „was aus der Seite geworden ist“, ein paar Zeilen.

    Zunächst einmal: „als ich hier noch geschrieben hab war das ein anderer Ton“. Das ist zweifelsohne richtig, aber auch der Grund, warum viele Konzertberichte aus dieser Zeit mittlerweile aus unserem Archiv getilgt wurden – schlicht und ergreifend, weil deine Erinnerung an eure damaligen journalistischen Heldentaten etwas verklärt zu sein scheint.

    „kein under dass aus unserem Ursprungsteam keiner mehr da ist!“ – nunja. Menschen ändern sich, ihre Prioritäten und Hobbys – ich kann dir aber auch hier versichern, dass niemand gegangen ist, weil er fand, dass unsere Berichte nicht dem journalistischen Standard entsprechen.

    Zu guter letzt zu deinem eigentlichen Kritikpunkt: „Vielleicht sollte man auch zu solchen Konzerten nur Leute schicken die Fans dieser Band sind.“ Klar, sollte man vielleicht. Ungefähr so, wie man aus Polen nur regierungsnahe Journalisten berichten lassen sollte, und sich über die Zustände in einem Unternehmen am Besten bei der Pressestelle erkundigt. Ob das dann aber objektiver ist, würde ich zumindest in Frage stellen.

    Auch ich verfolge Kataklysm übrigens seit gut 12 Jahren, habe sie unzählige Male live gesehen und kenne aus dieser Zeit alle Alben. Dass schon „In The Arms“ von vielen Fans nicht als Offenbarung angesehen wurde, ist kein Geheimnis – gleiches gilt für all seine Nachfolger. Die Metal-Archives-Reviews finde ich in solchen Fällen immer dank ihrer Durchschnittswertung sehr hilfreich: HV kam dort bei 5 Reviews lediglich auf 54% (gegenüber S&D mit 87% aus 8 Reviews). Da sich dieser Trend auch auf anderen Plattformen widerspiegelt (sieht man von den großen Print-Magazinen ab) und ja, auch meiner persönlichen Meinung entspricht, halte ich es durchaus für vertretbar, eine solche Aussage in einem Konzertbericht zu tätigen.

    Ansonsten würde das diskutieren übrigens mindestens doppelt so viel Spaß machen, wenn aus „drecks Kommentaren“ einfach nur „Kommentare“ würden.

    In diesem Sinne

  7. tobsen

    und trotzdem, live räumen die alles ab.
    und es wäre ja frevelhaft zu glauben, eine band hätte gerne erfolg…
    (als anspielung auf das „nuclear blast = kommerz-gerede“)

    1. Bernhard Landkammer

      Aber es hat doch in der Review auch niemand bestritten, dass sie live alles abräumen, oder?
      Also ich hab keine Ahnung von der Band, und was ich kenne, finde ich persönlich alles ganz schlimm, aber was ich davon halte, ist ja auch vollkommen wurscht. Aber die Konzertkritik liest sich für mich ziemlich positiv. Ich geh auch gerne auf Konzerte von Bands, deren aktuelles Album ich nicht so gut fand und bin oft positiv überrascht/weiß, dass sie live überragend sind.

  8. Jayjay

    Kommentare wie Oliver Hilligardt zeigen was für ein Problem die Metalszene hat: Nur die eigene Meinung zählt und zu keiner konstruktiven Diskussion bereit. Lieber Ausschnitte des Artikels als „Dreckskommentare“ bezeichnen und den Artikel darauf reduzieren.

    „Warum die Band trotzdem (und trotz Alben wie „Heaven’s Venom“) nichts von ihrer Popularität verloren hat, stellt sie heute einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis: Live sind KATAKLYSM schlicht und ergreifend eine Macht.“

    „EINDRUCKSVOLL“, „EINE MACHT“.

    „Dass das KATAKLSYSM-Set zunächst fast ausschließlich aus neuem Material besteht, fällt erfreulich wenig ins Gewicht, da auch die aktuellen Songs zumindest live durchaus ihre Qualitäten haben“

    „AKTUELLE SONGS“ –> „QUALITÄTEN“. Trotz der Kritik an den neueren Alben!

    „Spätestens, als KATAKLYSM in der zweiten Sethälfte dann aber die echten Hits wie „Where The Enemy Sleeps…“, „In Shadows & Dust“ oder „Crippled & Broken“ auspacken, ist klar, wer das heutige Schlachtfeld als Sieger verlässt.“

    „Sieger“, „Hits“. Aborted haben in den letzten Jahren sehr viel an Popularität gewonnen und sind auch bei alteingesessenen(Death) Metalfans beliebt, aber trotzdem sind Kataklysm der Sieger des Abends.

    Trotz Kritik an den neueren Alben (ich höre Kataklysm auch seit mehr als 10 Jahren und teile diese Meinung) steht ein Haufen Lob in dem Artikel. Trotzdem wird herumgeweint und auf eine vernünftige Auseinandersetzung mit der Meinung des Autors verzichtet, weil er die schillernde Lieblingsband kritisiert hat. Wieso benehmen sich Metalfans mittlerweile wie jugendliche Groupies von Justin Bieber? Zu so einer Reaktion fällt mir wirklich nur eins ein: „Boo fucking hoo“.

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