Kreator w/ Sepultura, Soilwork & Aborted

  • München, Tonhalle
  • 03. Februar 2017

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Mit ihren eben erst erschienenen Alben konnten sowohl KREATOR als auch SEPULTURA begeistern. Nun begeben sich die beiden Thrash-Größen mit ihren Label-Kollegen von SOILWORK sowie den belgischen Deathern ABORTED auf Tour, um ihren Fans auch die Live-Tauglichkeit ihres neuen Materials zu beweisen.

Dass die Halle bereits um kurz nach 18:00 gut gefüllt ist, spricht für ABORTED, die gleich zu Beginn des Konzertabends die Grenzen in Sachen Härte abstecken. Sicherlich trifft der erbarmungslose Technical Death Metal der Truppe um das letzte verbliebene Gründungsmitglied, Fronter Sven „Svencho“ de Caluwé, nicht jedermanns Geschmack – mit ihrer musikalisch astrein durchgezogenen 30-Minuten-Show verdienen sich die Belgier jedoch den Respekt der anwesenden Fans.

Setlist ABORTED

  1. Divine Impediment
  2. Cadaverous Banquet
  3. Meticulous Invagination
  4. Necrotic Manifesto
  5. Hecatomb
  6. Coffin Upon Coffin
  7. Termination Redux
  8. Threading On Vermillion Deception
  9. Bit By Bit


Der Kontrast zu SOILWORK, die im Anschluss auf die Bretter geschickt werden, könnte größer kaum sein: Als etablierte Größe im schwedischen Melodic Death Metal stechen die 1996 gegründeten SOILWORK im ansonsten durchweg harten Billing sogar noch mehr hervor als der Opener. Zum Problem lassen die Skandinavier das jedoch gar nicht erst werden: Durch Spielfreude und sympathisches Auftreten bringen Sänger Björn „Speed“ Strid und seine Mitstreiter das Publikum schnell auf ihre Seite und dürfen sich im Gegenzug während ihrer 45-minütigen Show über die ersten aufflammenden Moshpits freuen.

Setlist SOILWORK

  1. The Ride Majestic
  2. Nerve
  3. Rise Above The Sentiment
  4. Bastard Chain
  5. The Living Infinite I
  6. The Chainheart Machine
  7. Two Lives Worth Of Reckoning
  8. Late For The Kill, Early For The Slaughter
  9. Stabbing The Drama


Dass er Abend nicht allzu lange gehen wird, ist spätestens um 20:15 klar, als mit SEPULTURA bereits die dritte der vier Bands im Billing die Bühne betritt. Los geht es mit „I Am The Enemy“ vom neuen Album „Machine Messiah“, das aber noch nicht so richtig zünden will. Auch die anderen Songs der an sich starken Platte können die hohen Erwartungen live nicht ganz erfüllen: Gerade das an sich großartige „Phantom Self“ mit seinen orientalisch angehauchten Streicher-Arrangements bleibt trotz astreiner musikalischer Darbietung überraschend unspektakulär.
Der Funke springt heute (wie so oft) erst bei den Klassikern aus der Cavalera-Ära so richtig über: Beim nach wie vor famosen „Desparate Cry“ von 1991 („Arise“), „Inner Self“ von „Beneath The Remains“ (1989), sowie natürlich den Hits „Refuse/Resist“, „Territory“ (beide: 1993 / „Chaos A.D.“) und „Roots Bloody Roots“ (1996). Dass hier in der mittlerweile unangenehm heißen Tonhalle richtig Stimmung aufkommt, ist allerdings vornehmlich der Qualität der Songs zuzuschreiben – denkt man an die intensiven Darbietungen dieser Songs von Max Cavalera und seinen Mannen, bleibt SEPULTURA heute einmal mehr ein blasser Abklatsch.

Setlist SEPULTURA

  1. I Am The Enemy
  2. Phantom Self
  3. Choke
  4. Desperate Cry
  5. Alethea
  6. Sworn Oath
  7. Inner Self
  8. Resistant Parasites
  9. Territory
  10. Refuse/Resist
  11. Roots Bloody Roots


Nachdem die Umbaupause dankenswerterweise zum Durchlüften der völlig überhitzten Halle genutzt wurde, ist es um halb Zehn Zeit für den Headliner: Nachdem düster gekleidete Diener zwei Feuerschalen entzündet haben, eröffnen KREATOR ihr Set mit dem fetzigen Titeltrack ihres 2009-er-Albums „Hordes Of Chaos“. Die Wahl des Openers mag überraschen – zumal KREATOR später auch die das brandneue Album „Gods Of Violence“ eröffnende Kombination aus „Apocalypticon“ und „World War Now“ darbieten. Zeit, sich darüber zu wundern, bleibt jedoch nur wenig, feuern die Essener im Folgenden doch ein wahres Hit-Feuerwerk ab. Untermalt von allerlei Gimmicks wie Konfettikanonen, Nebelwerfern, Pyro-Effekten und vier LED-Leinwänden, über die KREATOR mal mehr, mal weniger stimmungsvolle Video-Sequenzen laufen lassen, ist damit mächtig was geboten. Während das aktuelle Album „Gods Of Violence“ mit vollen fünf Songs vertreten ist, lassen sich KREATOR auch hinsichtlich ihrer Klassiker nicht lumpen: Ob „People Of The Lie“, „Extreme Aggression“ oder „Violent Revolution“ – bei glasklarem Sound lässt die knapp anderthalb Stunden füllende Setlist kaum einen Wunsch offen. Als den sprichwörtlichen Griff ins Klo kann man heute lediglich das Resultat von Mille Petrozzas T-Shirt-Wahl bezeichnen: Im Slayer-Logo-Design propagiert das Shirt eher gewollt als gekonnt witzig den veganen Lebensstil (Front: „Vegan“ / Back: „Veganic Wehrmacht“), während sein Träger den Abend mit der Blutrausch-Hymne „Pleasure To Kill“ aus Sicht aller Thrash-Fans gelungen ausklingen lässt: My only aim is to take many lives – The more the better I feel / My only pleasure is to hear many cries – From those tortured by my steel / The colour of your blood from your open body – Is all I wanted to see / Tasting the blood from your lips as you die – Means satisfaction to me / Pleasure to kill!”

Setlist KREATOR

    Choir Of The Dammed (Intro)
  1. Hordes Of Chaos (A Necrologue For The Elite)
  2. Phobia
  3. Satan Is Real
  4. Gods Of Violence
  5. People Of The Lie
  6. Total Death
  7. Mars Mantra
  8. Phantom Antichrist
  9. Fallen Brother
  10. Enemy Of God (Army Of Storms Intro)
  11. From Flood Into Fire
  12. Apocalypticon (Intro)
  13. World War Now
  14. Hail To The Hordes
  15. Extreme Aggression
  16. Civilization Collapse
  17. ---
  18. The Patriarch
  19. Violent Revolution
  20. Flag Of Hate
  21. Under The Guillotine
  22. Pleasure To Kill


Mit dem heutigen Abend beweisen KREATOR nicht nur, dass sich ihr neues Material vorzüglich für den Livebetrieb eignet – auch ganz grundlegend zeigen die Essener einmal mehr, dass sie zu den stärksten Live-Bands des Genres gehören. Obwohl man das über SEPULTURA leider schon lange nicht mehr sagen kann, kann auch das Vorprogramm dieser Tour überzeugen – für Thrash-Metal-Fans definitiv schon jetzt ein Highlight des noch jungen Konzertjahres.

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