Nachtmystium: Blake Judd in Nazi-Merchandise – Statement von Prophecy Productions

Blake Judd, bekannt als Kopf des Black-Metal-Projekts NACHTMYSTIUM, ist einmal mehr unangenehm aufgefallen: Über sein persönliches Profil auf Instagram postete der US-Amerikaner ein Bild von sich mit einer Mütze der White-Power-Band ARGHOSLENT sowie einem T-Shirt mit dem rassistischen Slogan „Slavery gets shit done“. Der Post selbst wurde wenig später wieder gelöscht – auf Reddit wurde er jedoch als Screenshot abgelegt (geschwärzt siehe unten). Das Datum des Vorfalls selbst ist nicht bekannt, der Reddit-Post dazu wurde jedoch wohl zeitnah am 29. August abgesetzt.

Martin Koller, Gründer und Betreiber des deutschen Labels PROPHECY PRODUCTIONS, bei dem NACHTMYSTIUM seit 2017 unter Vertrag stehen, gab Metal1.info auf Nachfrage heute folgendes Statement zur ungekürzten Veröffentlichung frei:

Schwärzung durch Metal1.info; Original-Screenshot liegt vor

„Der Instagram-Post ist mir nicht bekannt. Er wurde offenbar bereits gelöscht. Soweit sich das nachvollziehen lässt, handelt es sich um ein privates Foto vom Ende August 2026. Es handelt sich weder um ein Label-Posting noch um eine Veröffentlichung oder einen Konzertauftritt. Wir betreiben als Label weder Blakes Accounts, noch kommentieren wir private Social-Media-Beiträge – schon gar nicht, wenn diese bereits wieder gelöscht sind.

Wie bereits mehrfach dargelegt, machen wir uns Aussagen unserer Künstler nicht zu eigen. Das gilt für Interviews, Bühnenansagen und erst recht für private Posts. Prophecy Productions veröffentlichten Musik. Was ein Künstler privat trägt oder online stellt, gibt nicht unsere Position wieder. Und nein, wir befürworten natürlich keine Sklaverei; wer auf so eine alberne Idee kommt, dem können wir auch nicht mehr helfen.

Nachtmystium stehen bei uns deshalb unter Vertrag, weil uns die Musik fasziniert. Es ist ebenfalls weithin bekannt, dass Blake gerne provoziert, mitunter auch uns. Damit können wir leben. Wer seine Platten nicht hören will, muss es nicht tun.“

Damit bleiben PROPHECY PRODUCTIONS auf der bereits 2025 im Interview mit Metal1.info vertretenen Linie der absoluten Toleranz auch gegenüber rechtem Gedankengut.

Blake Judd stand früher insbesondere wegen seiner Drogensucht und daraus resultierenden Geldproblemen im Fokus: Über Jahre hinweg gab es immer wieder Vorwürfe, Judd habe Fans betrogen, indem er über seinen Onlineshop bestelltes Merch nicht versendet habe. Diese Verfehlungen räumte er seinerzeit in einem eigenen Statement ein, bei einem späteren Release schaltete sich sogar sein damaliges Label Century Media ein und versprach in einem Statement Aufklärung. NACHTMYSTIUM wurden in der Folge aus dem Roster von Century Media entfernt. Eine Übersicht des damaligen Falles findet sich bei den Kollegen von Undergrounded.


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Moritz Grütz

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11 Kommentare zu “Nachtmystium: Blake Judd in Nazi-Merchandise – Statement von Prophecy Productions”

  1. Danke für Euer aufmerksames Auge und dass Ihr nachhakt und Prophecys Stellungnahme öffentlich macht und Euren Standpunktes wieder einmal klar macht!!

    Prophecys Stellungnahme hört sich auch nicht danach an, dass sie Judd für seine rassistische Sch**ße in irgendeiner Form verwarnt oder Grenzen gesetzt hätten.

    Mit der Aussage, dass Prophecy damit leben können, legen sie nahe, dass sie das Privileg haben , nicht von der rechten Hetze betroffen zu sein (Da sie weiß sind? In Deutschland und nicht in den USA ansässig sind? Im mindesten rechtsoffen sind …).
    Widerlich!

      1. Er könnte den Posten und das Label jedoch anderen übertragen. Aber offenbar scheint er von ähnlichem Charakter wie unser ungeschätzter Kanzler zu sein.

  2. Wann nimmt Prophecy endlich Varg Vikernes unter Vertrag? Laut Martin Koller ist alles abseits der Musik ja egal, deswegen sollte das doch eine top Partnerschaft darstellen, oder?

  3. Blake ist ein peinlicher Edgelord und Loser.
    Die Einstellung von Prophecy ist trotzdem gut. Nachtmystium sollte nicht „von oben“ aussortiert werden, sondern jeder Hörer selbst entscheiden.

    1. In bester deutscher Tradition einfach den Neonazismus Neonazismus sein lassen und dieses Geschwür ignorieren. Richtig gut gelöst, Erinnerungsweltmeister*innen

  4. Finde es irgendwie unangenehm, wenn ein Label so ein Statement abgibt. Da könnten Musiker den Hitlergruß zeigen und sich mit sonstigen politischen Statements positionieren und Prophecy würde vermutlich sagen „ja, hauptsache die Musik ist interessant“ … Und Provokation hat auch meiner Meinung nach Grenzen. Der Judd hat sie definitiv mehr als überschritten

      1. Ich denke, jeder kann diese Grenze für sich selbst ziehen. Nur, weil es Black Metal ist, gibt es keinen Freifahrtschein für Menschenverachtung.

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