CD-Review: Amorphis - Live At Helsinki Ice Hall

Besetzung

Tomi Joutsen – Gesang
Esa Holopainen – Gitarre
Tomi Koivusaari – Gitarre
Olli-Pekka Laine – Bass
Jan Rechberger – Schlagzeug
Santeri Kallio – Keyboard, Orgel

Tracklist

01. The Bee
02. Heart Of The Giant
03. Bad Blood
04. The Four Wise Ones
05. Into Hiding
06. Sampo
07. Wrong Direction
08. Daughter Of Hate
09. Against Widows
10. My Kantele
10. The Golden Elk
10. Pyres On The Coast
10. Silver Bride
10. Black Winter Day
10. House Of Sleep


AMORPHIS gehören seit ihrer Gründung 1990 zu den unermüdlich tourenden Bands – doch erst seit „Forging The Land Of Thousand Lakes“ (2010) gibt es die Finnen auch „live“ für zuhause. Nach diesem bis heute ohne Einschränkungen empfehlenswerten CD-/DVD-Package und einer Special-Show als Bonus-Live-CD zu „Under The Red Cloud“ („An Evening with Friends at Huvila“ 2017) erscheint nun ein weiteres Live-Dokument: „Live At Helsinki Ice Hall“.

Mit dem Glück auf ihrer Seite befinden sich AMORPHIS nämlich – der Titel lässt es erahnen – in einer beneidenswerten Situation: Mit ihrem noch aktuellen Album „Queen Of Time“ spielten AMORPHIS zwischen 2018 und 2020 knapp 200 Auftritte (194, um genau zu sein). Show 189, ihr Heimspiel in Helsinki am 7.12.2019, haben sie aufgezeichnet. Während andere Bands ihre aktuellen Werke nie live performen konnten und nach anderthalb Jahren Pandemie fast nur noch Streamshow-Mitschnitte als „Live-aus-dem-Studio-Alben“ erscheinen (etwa von Katatonia oder Lamb Of God), haben AMORPHIS noch topaktuelles Live-Material in der Hinterhand.

Auf zwei CDs mit einer Gesamtspielzeit von 87:52 Minuten gibt es nun also zu hören, was man viel zu lange nicht gehört hat: Musiker in Interaktion mit einem echten Publikum. Umso erfreulicher ist es, dass die durchweg auf Finnisch gehaltenen Ansagen von Tomi Joutsen ebenso selbstverständlich zu hören sind wie der Jubel des Publikums. Stimmungsmäßig gibt es an „Live At Helsinki Icehall“ also schon mal nichts auszusetzen. Und bei der über einen zweijährigen Tourzyklus unweigerlich erlangten Live-Routine geben sich die Finnen natürlich auch spielerisch keine Blöße. Ob Klassiker wie „Black Winter Day“ oder „My Kantele“ oder das neue Material von „Queen Of Time“ – es sitzt jeder Ton.

In Sachen Produktion klingt der neue Mitschnitt zwar nicht ganz so druckvoll wie „Forging The Land Of Thousand Lakes“ – dafür etwas ausgewogener und organischer. Ausgewogen ist auch die Tracklist – soweit das eben bei 13 Alben, aber nur 80 Minuten Spielzeit möglich ist: Im Mittelpunkt steht mit sechs von 15 Songs (natürlich) das aktuelle Album „Queen Of Time“. Die restlichen Songs entstammen den Alben „Under The Red Cloud“ (2015), „Skyforger“ (2009), „Eclipse“ (2006), „Elegy“ (1996) und „Tales From The Thousend Lakes“ (1994) und bieten damit einen guten Querschnitt der AMORPHIS-Diskografie.

Dass „Live At Helsinki Ice Hall“ als reine Live-CD ohne Video-Version erscheint, ist das einzig wirklich Kritikwürdige an diesem Mitschnitt – sieht man einmal davon ab, dass „Ice Hall“ nicht ansatzweise so schön klingt wie der eigentliche Name der Location: „Jäähalli“. Ansonsten vermittelt das dritte Live-Album von AMORPHIS eindrücklich, warum die Finnen gern gebuchte Gäste auf Festivals und in Clubs auf der ganzen Welt sind: Den Jungs beim Musizieren zuzuhören macht einfach ein ums andere Mal Spaß. Fazit: Besser als dieser Mitschnitt wäre nur wirklich live.

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Bewertung: 9 / 10

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