CD-Review: August Burns Red - Constellations

Besetzung

Jake Luhrs – Gesang
JB Brubaker – Gitarre
Brent Rambler – Gitarre
Dustin Davidson – Bass, Gesang
Matt Greiner – Schlagzeug

Tracklist

01.Thirty And Seven
02. Existence
03. Ocean Of Apathy
04. White Washed
05. Marianas Trench
06. Escape Artist
07. Indonesia
08. Paradox
09. Meridian
10. Rationalist
11. Meddler
12. Crusades


Was war das für eine freudige Überraschung, als AUGUST BURNS RED bei ihrem Auftritt auf dem Vainstream Beastfest 2009 ankündigten, am 14.7. ihr drittes Album „Constellations“ zu veröffentlichen. Sofort nach meiner Heimkehr setzte ich also das Album auf meine Bestellungsliste. AUGUST BURNS RED bauen auf ihrem neuen Album auf alten Stärken auf und entwickeln diese weiter, ohne dabei zu sehr auf Verkaufszahlen zu achten.

Das zieht die Band auch konsequent durch: Im Gegensatz zu dem Vorgänger „Messengers“ fällt aber sofort auf, dass die Produktion um einiges weicher und flüssiger ausgefallen ist, was der CD etwas an Härte nimmt. Das, was AUGUST BURNS RED in der Vergangenheit ausgezeichnet hat, ist immer noch sehr präsent: Das markante Stakkato-Riffing, die abwechslungsreichen Gitarrenläufe, die massiven Breakdowns und das durchdachte Songwriting. Sänger Jake Luhrs hat außerdem weiter an seiner Stimme gearbeitet und klingt variabler denn je.

Was „Messengers“ noch besser macht, ist, dass alle musikalischen Elemente durchdachter eingesetzt werden: So gibt es keine Breakdown-Gemetzel mehr wie „Back Burner“ auf ihrem Vorgänger „Messengers“, wo die Strophen quasi dazu benutzt worden, von einem Moshpart zum nächsten überzuleiten. AUGUST BURNS RED leiten ihre Songs auch mal gemächlicher ein, wie in „White Washed“ oder „Marianna’s Trench“ und verleihen dem Ganzen so etwas mehr an Atmosphäre. Sehr schön nehmen sie auch am Ende von „Ocean Of Apathy“ das Tempo raus und bringen sogar Jazz-Elemente mit in den Song, um von einer etwas schnelleren Bridge zu einem fast schon hymnenartigen Abschluss überzuleiten.
Hinzu kommt, dass sich so gut wie alle Songs durch die extrem melodischen Gitarrenriffs recht schnell in den Gehörgängen des Hörers festsetzen. AUGUST BURNS RED machen im Gegensatz zum Vorgänger einen erfreulichen Schritt weg vom klassischen Metalcore, der nur noch durch die viel geschickter und dafür seltener eingesetzten Breakdowns, die nicht zu überhörenden Triolenriffs und die meist zweistimmigen Gitarrenleads repräsentiert wird. In Perfektion kombiniert sind diese Elemente in „Paradox“ und der Single-Auskopplung „Meddler“. In Ersterem folgt auf einen langsamen Beginn ein temporeicher Zwischenpart, auf den einer der wohl genialsten Breakdowns der Bandgeschichte folgt: Einen so heftigen, vertrackten und gleichzeitig instrumentalischen Moshpart hat man selten gehört.

„Meddler“ hingegen startet richtig schnell und mit einem wunderschönen Riff, während Brent Rambler per Tremolo-Picking den Rhythmus spielt. Auf ein kurzes Solo folgt ein weiterer Breakdown, der nichts Geringeres als die Bezeichnung „absolut genial“ verdient und noch ein Solo.Der Song schließt letztendlich auf einem erneut extrem melodischen Lead.

„Constellations“ distanziert das Gros aller bisher dagewesenen Metalcore-Alben um Meilen. AUGUST BURNS RED schaffen auf „Constellations“ eine derart stimmige Symbiose aus brachialem Metalcore, musikalischer sowie instrumentalischer Vielfalt und Abwechslung und progressiver Experimente („Meridian“), dass man nur mit der Zunge schnalzen kann. Besser geht es einfach nicht!

Bewertung: 10 / 10

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