CD-Review: August Burns Red - Phantom Anthem

Besetzung

Jake Luhrs - Gesang
Brent Rambler - Gitarre
JB Brubaker - Gitarre
Matt Greiner - Bass
Dustin Davidson - Schlagzeug

Tracklist

01. King Of Sorrow
02. Hero Of The Half Truth
03. The Frost
04. Lifeline
05. Invisible Enemy
06. Quake
07. Coordinates
08. Generations
09. Float
10. Dangerous
11. Carbon Copy


Seit 2005 gab es in jedem ungeraden Kalenderjahr ein neues Album von AUGUST BURNS RED. 2017 ist das nicht anders. „Phantom Anthem“ heißt der neueste Sprössling der US-Amerikaner … und fräst sich einmal mehr mit einer Fantastillion abgefahrener Gitarrenleads bei wie immer durchschlagender Produktion in jede Gehirnwindung. Trotzdem legen AUGUST BURNS RED weiterhin viel Wert darauf, mit melodischen Interludes das Tempo zu drosseln oder Songs mit halbakustischen, nur leicht verzerrten oder mit dezenten Effekten versehenen Gitarren einzuleiten.

Am Stärksten sind die Amis immer noch, wenn sie bedingungsloses Drauflosprügeln mit hymnenhaften Refrains kombinieren und Spielereien aller Art zurückfahren: Am Besten funktioniert das in „Float“, das mit brachialen Gitarrenwänden, einem hymnischen Chorus und unendlich viel Ohrwurmpotenzial über den Hörer herfällt, und „Quake“, in dem eher temporeich losgelegt und erst nach 45 Sekunden zum ersten Breakdown angesetzt wird. „Coordinates“ hat seine größten Momente dagegen eher im Mittelteil, in dem sich die Gitarristen ein Geschwindigkeits-Duell mit Angeber-Leads liefern, die in einen heftigeren Part mit intensivem Drumming münden. Großartig sind dabei alle diese Tracks. Überzeugend ist auch der zweite Song des Albums, „Hero Of The Half-Truth“, mit seinem coolen Tremolo-Picking, der darüber hinaus auch durch melancholische Parts und unheimliche Variabilität besticht. Einzig das extrem hektische „Invisible Enemy“ und der Opener „King Of Sorrow“ mit erstaunlich inkonsequentem Songwriting schlagen als kleinere Schwächemomente zugute.

Wenn man etwas an „Phantom Anthem“ kritisieren wollte, könnte man anführen, dass AUGUST BURNS RED erneut wenig bis keine Veränderungen vorgenommen haben und – überspitzt gesagt – seit 2009 sechs Alben mit identischem Sound und lediglich unterschiedlichen Songs veröffentlicht haben. Da die Band jedoch auf einem außerordentlich hohen Niveau „stagniert“, und in dem vorgegebenen Rahmen trotz allem immer wieder nicht nur zu überraschen, sondern eine Masse an zündenden Momenten, Ohrwürmern und coolen Ideen beim Songwriting zu kreieren weiß, kann man diesen Kritikpunkt auch getrost beiseite lassen.

Bewertung: 8.5 / 10

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